Schwebfliegen (Syrphidae): Bestäuber, Blattlausfeinde & Biologie

Schwebfliegen: Biologie, Bestäuber & effektive Blattlausfeinde – Artenvielfalt, Nutzen im Garten und Tipps zur biologischen Schädlingsbekämpfung.

Autor: Leandro Alegsa

Schwebfliegen, manchmal auch "Blütenfliegen" oder "Syrphidenfliegen" genannt, gehören zur Insektenfamilie der Syrphidae. Sie sind meist klein bis mittelgroß (einige Millimeter bis etwa 2 cm) und fallen durch ihren oft gedrungenen Körperbau und auffällige Farben auf.

Wie ihr häufiger Name vermuten lässt, sieht man sie oft schwebend oder Nektar an Blumen saugend. Die adulten Tiere vieler Arten ernähren sich hauptsächlich von Nektar und Pollen, wodurch sie als wichtige Bestäuber gelten. Viele Arten fliegen im Tageslicht, bevorzugen sonnige, geschützte Standorte und sind an Blumen mit offenen Kronen gut zu beobachten.

Lebenszyklus und Larvenformen

Die Larven (Maden) der Schwebfliegen zeigen ein breites Spektrum an Ernährungsweisen. Bei einigen Arten sind die Larven saprotroph und verwerten zerfallende pflanzliche oder tierische Substanzen in Humus, Kompost, Tümpeln oder stehenden Gewässern. Andere Larven sind räuberisch und gelten als nützliche Insektenfresser: sie jagen Blattläuse, Thripse und andere kleine, pflanzensaugende Arthropoden.

Der typische Entwicklungszyklus umfasst Ei, mehrere Larvenstadien, Puppe und das adulte Insekt. Die Entwicklungszeit ist je nach Art und Temperatur unterschiedlich; manche Arten bringen mehrere Generationen pro Jahr hervor, andere sind univoltin (eine Generation pro Jahr).

Ökologische Bedeutung

Allein die Blattläuse verursachen jedes Jahr weltweit Ernteschäden in Höhe von mehreren zehn Millionen Dollar. Schwebfliegen sind wichtige natürliche Feinde dieser Schädlinge und können zur biologischen Bekämpfung eingesetzt werden. In Gewächshäusern und im Freiland werden gezielte Fördermaßnahmen oder Aussetzungen räuberischer Arten diskutiert bzw. angewendet, um den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel zu reduzieren.

Einige erwachsene Syrphidenfliegen sind darüber hinaus wichtige Bestäuber, insbesondere für Pflanzen mit flachen Blüten, die für kurzrüsselige Insekten zugänglich sind. Dadurch tragen sie zur Vielfalt und Stabilität von Blühgesellschaften und Nahrungsnetzen bei.

Mimikry, Schutz und Fressfeinde

Schwebfliegen sind für die meisten anderen Tiere harmlos, obwohl sie die schwarzen und gelben Streifen der Wespen imitieren. Sie sind ein klassisches Beispiel für die Bates'sche Mimikry: harmlose Arten ahmen das Erscheinungsbild gefährlicher oder ungenießbarer Arten nach, um Fressfeinde abzuschrecken. Dadurch profitieren sie von der durch die Warnfärbung etablierten Vermeidungsreaktion bei Vögeln und anderen Räubern.

Trotz dieser Tarnung fallen Schwebfliegen gelegentlich Raubtieren, Parasitoiden oder durch Krankheiten zum Opfer. Veränderungen in der Landschaft, Pestizideinsatz und Verlust geeigneter Lebensräume sind die größten Gefährdungsfaktoren.

Vorkommen und Artenvielfalt

Etwa 6.000 Arten in 200 Gattungen sind beschrieben worden. Schwebfliegen sind auf der ganzen Welt verbreitet und auf den meisten Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis zu finden. In Mitteleuropa sind mehrere Dutzend bis über hundert Arten je nach Region nachgewiesen, darunter häufige Arten wie die Gemeine Schwebfliege (z. B. Episyrphus spp.).

Erkennen und unterscheiden

  • Größe und Form: meist schlank bis gedrungen, große Facettenaugen.
  • Flugverhalten: charakteristisches Schweben an Ort und Stelle; schnelle Richtungswechsel möglich.
  • Färbung: häufig gelb-schwarze Ring- oder Streifenzeichnungen, manchmal metallisch oder unauffälliger grau.
  • Unterschied zu Wespen/Bienen: Schwebfliegen haben nur ein Flügelpaar (echte Fliegen), während Hymenopteren zwei Paar Flügel besitzen; außerdem fehlen bei Schwebfliegen die typischen Stachel und der Körperbau ist anders.

Förderung und Schutz im Garten

Wer Schwebfliegen im Garten fördern möchte, kann einiges tun:

  • Vielfältiges, durchgehendes Blütenangebot (Frühling bis Herbst), besonders offene Blüten (z. B. Dolden-, Korb- und Röhrenblütler).
  • Verzicht oder Reduzierung von breit wirkenden Insektiziden; Anwendung von gezielten, bienen- und nützlingsschonenden Maßnahmen.
  • Schaffung von Strukturelementen wie Steinhaufen, Totholz oder feuchten Stellen für larvale Entwicklungsräume einiger Arten.
  • Förderung natürlicher Lebensräume und Hecken als Nahrungs- und Überwinterungsplätze.

Fazit

Schwebfliegen sind vielseitige, nützliche Insekten: als Bestäuber und als Feinde von Pflanzenschädlingen leisten sie einen wichtigen Beitrag zu gesunden Ökosystemen und nachhaltiger Landwirtschaft. Durch einfache Maßnahmen im Garten und verantwortungsvolle Landwirtschaft lassen sich ihre Populationen unterstützen und ihr ökologischer Nutzen erhalten.

Fragen und Antworten

F: Wie lautet der wissenschaftliche Name der Schwebfliegen?


A: Der wissenschaftliche Name der Schwebfliegen ist Syrphidae.

F: Wie schützen sich Schwebfliegen vor Fressfeinden?


A: Schwebfliegen ahmen Wespenstreifen nach und sind normalerweise kleiner als Wespen. Für einen Vogel sehen sie daher kaum fressenswert und gefährlich aus. Dies ist ein Beispiel für die Bates'sche Mimikry, bei der die Schwebfliege wie etwas Gefährliches aussieht oder eklig schmeckt, aber in Wirklichkeit harmlos ist.

F: Wovon ernähren sich erwachsene Schwebfliegen?


A: Erwachsene Syrphiden ernähren sich hauptsächlich von Nektar und Pollen.

F: Was fressen die Larven (Maden)?


A: Larven (Maden) können sich je nach Art von einer Vielzahl von Nahrungsmitteln ernähren. Einige sind saprotroph, d.h. sie ernähren sich von verrottenden pflanzlichen und tierischen Stoffen im Boden oder in Teichen und Bächen, während andere Insektenfresser sind, die sich von Blattläusen, Thripsen und anderen pflanzensaugenden Insekten ernähren.

F: Wie viele Arten sind bisher beschrieben worden?


A: Bislang wurden etwa 6.000 Arten in 200 Gattungen beschrieben.

F: Wo kann man Schwebfliegen finden?



A: Schwebfliegen sind überall auf der Welt zu finden, außer in der Antarktis.


Suche in der Enzyklopädie
AlegsaOnline.com - 2020 / 2025 - License CC3