Untertrias – Erste Epoche der Trias nach dem Perm-Trias-Aussterben

Untertrias: Erste Epoche der Trias (≈252–247 Mio. Jahre) – Entstehung nach dem Perm‑Trias‑Aussterben, prägende Wüsten‑Rotbetten und Sandsteine Europas.

Autor: Leandro Alegsa

Die Untertrias ist die erste von drei Epochen der Trias und damit die älteste Epoche des Mesozoikums. Ihr Zeitrahmen liegt bei etwa 252,2 Millionen Jahren vor heute bis ~247,2 mya. Die Gesteine der Untertrias wurden kurz nach dem großen Perm-Trias-Aussterbeereignis abgelagert und dokumentieren die frühe Phase der ökologischen Erholung und der Umgestaltung von Landschaften und Lebensgemeinschaften.

Zeitliche Einordnung und Untergliederung

Die Untertrias gliedert sich international in zwei Stufen: das Indu (Induan) und das Olenek (Olenekian). Die Basis der Trias liegt direkt über der Perm-Trias-Grenze (≈252,17 Ma), das Ende der Untertrias fällt in die Zeit um ~247,2 Ma, ehe die Mittlere Trias (Anisium) beginnt.

Bezeichnung und Gesteine

In älterer Literatur findet man für die Untertrias die Bezeichnung „skythische“ Stufe. In Mitteleuropa und besonders in Deutschland ist ein großer Teil der Untertrias durch den Buntsandstein repräsentiert. Diese lithostratigrafische Einheit besteht überwiegend aus rot gefärbten Sandsteinen, Konglomeraten und tonigen Zwischenlagen und gehört zu den kontinentalen Rotbetten. Die Rotfärbung entsteht durch Oxidation von Eisenmineralen und ist typisch für weitgehend aride bis semiaride Ablagerungsbedingungen.

Absetzungs- und Landschaftsverhältnisse

Die Sedimente der Untertrias entstanden überwiegend an Land: in Fluss- und Schotterfeldern, in Binnenbecken mit episodischen Seen oder in von Wind geprägten Dünenfeldern. Die Ablagerungsumgebungen reichen von braided rivers (geflochtene Flusssysteme) über Alluvialfächer bis zu playa-ähnlichen Seen und äolischen (windverfrachteten) Sedimenten. Diese Sedimente dokumentieren die großräumige Festlandsituation auf dem Superkontinent Pangaea, mit weiten Binnengebieten, die zu heißen und trockenen klimatischen Verhältnissen neigten.

Klima und Umwelt

Das Klima in der Untertrias war im Allgemeinen warm bis heiß mit starker jahreszeitlicher Trockenheit in vielen Regionen. Hohe atmosphärische CO₂-Konzentrationen und reduzierte polare Eisbedeckung trugen zu wenig ausgeprägten Temperaturgradienten bei. Gleichzeitig begünstigten diese Verhältnisse weitläufige Wüsten- und Halbwüstengebiete sowie episodische Erosions- und Überschwemmungsereignisse.

Leben nach dem Massenaussterben

Die Untertrias ist eine Phase der ökologischen Erholung nach dem Perm-Trias-Aussterben. Obwohl die Biodiversität anfangs niedrig war, kam es zu wichtigen Evolutionstrends:

  • Marine Fauna: Ammoniten und Hülleträger diversifizierten relativ schnell und dienten später als wichtige Leitfossilien für die Zonierung. Marine Habitate waren in einigen Bereichen durch flache Schelfmeere vertreten.
  • Wirbeltiere an Land: Temnospondyle Amphibien und verschiedene Überlebende des Perm wie einige Therapsiden treten noch auf; gleichzeitig erscheinen frühe Archosaurier und Archosauriformes, die später eine dominante Rolle in der Trias spielen sollten.
  • Pflanzen: Die Pflanzenwelt war von Pionierarten und vereinfachten Floren geprägt; an vielen Stellen dominierten Farne, Schachtelhalme und frühe Gymnospermen.

Bedeutung und Verbreitung

Regional ist die Untertrias besonders gut in den kontinentalen Becken Europas (z. B. der germanischen Trias mit dem Buntsandstein) dokumentiert, daneben gibt es marine und kontinentale Abfolgen in vielen Teilen der einstigen Tethys-Randgebiete und auf anderen Kontinenten. Die Sedimente sind sowohl paläontologisch wichtig für das Verständnis der Erholung nach dem größten Massenaussterben der Erdgeschichte als auch wirtschaftlich relevant (z. B. als Grundwasserleiter oder als Rohstoffquelle in Form von Sandsteinen).

Zusammengefasst ist die Untertrias eine Schlüsselperiode für das Verständnis früher mesozoischer Ökosysteme, der Landschaftsentwicklung auf Pangaea und der ersten Schritte zahlreicher Tiergruppen auf dem Weg zu späteren Erfolgen in der Trias.

Sandstein aus der Epoche der UntertriasZoom
Sandstein aus der Epoche der Untertrias

Geographische Verbreitung des Lystrosaurus und zeitgenössischer Fossilien in Gondwana.Zoom
Geographische Verbreitung des Lystrosaurus und zeitgenössischer Fossilien in Gondwana.

Proterosuchus, ein früher Archosaurier vom Typ KrokodilZoom
Proterosuchus, ein früher Archosaurier vom Typ Krokodil

Fauna

Das massive Aussterben, das das Paläozoikum beendete, brachte für die überlebenden Arten extreme Härten mit sich. Viele Arten von Korallen, Brachiopoden, Mollusken, Stachelhäutern und anderen wirbellosen Tieren waren vollständig verschwunden. Die häufigsten hartschaligen wirbellosen Meerestiere waren Muscheln, Gastropoden, Ammoniten, Stachelhäuter und einige wenige artikulierte Brachiopoden. Das häufigste Landtier war der pflanzenfressende Synapsid-Lystrosaurus.

Den frühesten Faunen der Trias fehlte es an Biodiversität und sie waren während der gesamten Epoche so. Die Erholung an Land dauerte 30 Millionen Jahre.

In dieser Epoche entwickelten sich die ersten Ichthyosaurier.

Das Klima während der Unteren Trias (vor allem im Inneren des Superkontinents Pangäa) war allgemein trocken. Wüsten waren weit verbreitet. Die Pole hatten ein gemäßigtes Klima. Das relativ heiße Klima der Epoche könnte durch weit verbreitete Vulkanausbrüche verursacht worden sein.



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