Das MG 42 (abgekürzt aus dem Deutschen: Maschinengewehr 42) war ein Mehrzweck-Maschinengewehr. Es wurde in Nazi-Deutschland entwickelt und 1942 in die Truppe eingeführt. Die Entwicklung erfolgte vor allem bei der Metallwarenfabrik Johannes Großfuß in Zusammenarbeit mit dem Heereswaffenamt, um ein leichter herstellbares und zuverlässigeres Nachfolgemodell für das teurer gefertigte MG 34 zu schaffen. Seit 1942 wurde es von der Wehrmacht eingesetzt. Es wurde zusammen mit dem Maschinengewehr MG 34 in der deutschen Wehrmacht eingesetzt (und in vielen Bereichen ersetzt). Beide Waffen wurden bis zum Ende des Krieges in unterschiedlichem Umfang hergestellt und verwendet.

Das MG 42 war bekannt dafür, zuverlässig, einfach und leicht zu bedienen zu sein. Es zeichnete sich durch eine weitgehende Fertigung aus gestanztem und genieteten Blech sowie durch vereinfachte Bauteile aus, wodurch die Produktion deutlich rationeller wurde. Am bekanntesten ist es jedoch für seine sehr hohe Feuergeschwindigkeit, weshalb die Deutschen es "Hitlersäge" nannten: Der extrem hohe Feuerdichte-Eindruck entstand durch eine zyklische Feuerrate, die je nach Ausführung etwa 1.200–1.500 Schuss pro Minute (in Einzelfällen auch bis rund 1.600) betrug. Es gab andere automatische Waffenkonstruktionen mit ähnlicher Feuerkraft. Einige Beispiele dafür sind die französische Darne, die ungarische Gebauer, die russische 7,62 mm ShKAS und das britische Vickers K-Maschinengewehr. Da das MG 42 seine Munition jedoch aus einem Gürtel erhielt und sein Lauf leicht zu wechseln war, konnte es länger feuern als viele dieser Konstruktionen.

Technische Merkmale

  • Kaliber: 7,92 × 57 mm Mauser (Standardpatrone der Wehrmacht)
  • Feuerrate: circa 1.200–1.500 Schuss/Minute (zyklisch)
  • Gewicht: etwa 11,5 kg (ohne Lafette bzw. Stativ)
  • Länge: ca. 1.220 mm; Lauf: ca. 530 mm
  • Zündung/Mechanik: Rückstoßbetätigt mit Walzenverschluss (Roller-lock), vereinfacht gegenüber Vorgängermodellen
  • Zuführung: Munitionsgurt (nicht oder teils nicht-disintegrierend) — üblich waren Gurtsegmente mit 50 Schuss, es gab auch längere Gurtlängen
  • Barrel-Change: Schnellwechselbarer Lauf mit Tragegriff, Wechsel in wenigen Sekunden zur Unterbrechung von Überhitzung
  • Schussweite: Wirksame Reichweite bis zu etwa 1.000 m gegen Flächenziele (Einzelziele circa 800 m)
  • Montage/Gebrauch: Einsetzbar mit Zweibein für mobilen Einsatz, auf der Lafette 42 (Dreibein) für Dauerfeuer und auf Fahrzeug- bzw. Flugzeugaufbauten

Einsatz und Wirkung im Zweiten Weltkrieg

Die Wehrmacht baute ihre Infanterietaktik um das Maschinengewehr als Schwerpunkt der Feuerkraft: Das MG 42 wurde zur Erzeugung von Feuerüberlegenheit, zur Sperrwirkung und zur direkten Unterstützung von Infanterieangriffen und -verteidigungen eingesetzt. Wegen seiner enormen Salvenwirkung und des charakteristischen Knatterns hatte es auch einen starken psychologischen Effekt auf Gegner. Es kam auf allen Kriegsschauplätzen zum Einsatz — vom Russlandfeldzug über Nordafrika bis zur Westfront und der Verteidigung des Heimatgebiets.

Typische Einsatzarten waren:

  • Leichtes Maschinengewehr (am Zweibein oder getragen) zur direkten Unterstützung von Infanterie
  • Mittleres Maschinengewehr auf Lafette 42 für anhaltendes Feuer, Korrektur und gezielte Flächenwirkung
  • Fahrzeug- und Flottenbewaffnung sowie modifizierte Versionen für Flugzeuge oder als Flugabwehr

Zu den praktischen Nachteilen zählten der hohe Munitionsverbrauch und die Notwendigkeit häufiger Laufwechsel bei anhaltendem Feuer. Außerdem erzeugte die hohe Feuergeschwindigkeit stärkere Rückstoßbelastung und deutlichen Mündungsfeuer/Nebel, was die Sicht bei Nacht beeinträchtigen konnte.

Nachkriegsnutzung und Erbe

Nach der Kapitulation Nazi-Deutschlands wurden vorhandene MG-42-Bestände und die Bauprinzipien für Nachkriegswaffen übernommen. Das MG42 diente als Grundlage für mehrere weiterentwickelte Modelle:

  • Das deutsche MG1 (auch als MG 42/59 bezeichnet) war im Kern dem MG 42 sehr ähnlich und wurde später zum MG 3 weiterentwickelt (Umrüstung auf 7,62 × 51 mm NATO).
  • Das Schweizer MG 51, das SIG MG 710-3, das österreichische MG 74 und das spanische 5,56 mm Ameli-Leichtmaschinengewehr weisen direkte Einflüsse oder konstruktive Verwandtschaft mit dem MG 42 auf.
  • Auch das US-amerikanische M60 und das belgische FN MAG übernahmen in Teilen Konstruktionsprinzipien oder Gestaltungsmerkmale der deutschen Maschinengewehre jener Zeit.

Das MG 42 wurde auch nach dem Krieg noch von vielen bewaffneten Gruppen und Streitkräften verwendet oder beeinflusste deren eigene Konstruktionsentscheidungen. Bis heute gilt das MG 42 als Meilenstein des Maschinengewehrbaus: Es verband hohe Feuerdichte, robuste Mechanik und eine wirtschaftliche Fertigung und prägte damit die Entwicklung moderner Maschinengewehre nachhaltig.

Seine Bedeutung zeigt sich auch in Museen, Sammlungen und in der Literatur zur Waffentechnik: Das MG 42 bleibt eines der bekanntesten und wirkungsvollsten Maschinengewehre des 20. Jahrhunderts.