Die Bezeichnung Wehrmacht bezeichnete die vereinigten Streitkräfte des Deutschen Reiches in der Zeit des Nationalsozialismus von 1935 bis 1945. Als Institution war sie Teil des Staatsapparats des NS‑Staates und fungierte als das militärische Instrument für Außen‑ und Innenpolitik. Der Begriff wird oft allgemein für die regulären bewaffneten Kräfte verwendet; präziser war die Wehrmacht die vereinigte Streitkraft jener Epoche.
Gliederung und Hauptteile
Die Wehrmacht war formal in drei Waffengattungen gegliedert, die unterschiedliche Aufgaben und Organisationsstrukturen hatten:
- Heer – das Landheer mit Infanterie, Panzer‑ und Artillerieverbänden sowie Unterstützungsdiensten.
- Kriegsmarine – die Seestreitkräfte, zuständig für Flottenoperationen, U‑Boot‑Krieg und maritime Sicherung.
- Luftwaffe – die Luftstreitkräfte mit Aufklärung, Bombenangriffen und Luftverteidigung.
Entstehung und Entwicklung
Die Wehrmacht entstand im Zuge der Aufrüstung des Deutschen Reiches nach 1933 und einer bewussten Abkehr von den Beschränkungen des Ersten Weltkriegs. Ihre Führung lag beim Oberkommando, während politische Kontrolle und Einfluss der NS‑Führung und ihrer Organe die militärische Praxis stark prägten. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs nahm die Wehrmacht einen zentralen Platz in den militärischen Operationen Europas ein.
Waffen‑SS und das Verhältnis zur Wehrmacht
Die Waffen‑SS entwickelte sich aus Teilen der Allgemeinen SS unter Führung von Heinrich Himmler und wuchs im Krieg erheblich an. Formal gehörte die Waffen‑SS nicht zur Wehrmacht; in vielen Feldoperationen stand sie jedoch zeitweise unter operativer Führung oder Koordination der Wehrmacht. Diese institutionelle Trennung war politisch und rechtlich bedeutsam, änderte aber nichts an den oft engen und konfliktreichen Beziehungen im Einsatz.
Bedeutung, Taten und Nachwirkungen
Die Wehrmacht war der Hauptakteur der deutschen Kriegsführung und folgte Befehlen, die von militärischer Strategie bis zu politischen Verbrechen reichten. Nach 1945 wurden Strukturen aufgelöst, viele Führungspersonen zur Rechenschaft gezogen und die Rolle der Wehrmacht wissenschaftlich und politisch kontrovers aufgearbeitet. Das Erbe umfasst technische Entwicklungen, taktische Lehren und eine intensive erinnerungskulturelle Debatte über Verantwortung und Kriegsverbrechen.
Weitere Informationen zu einzelnen Aspekten, Quellen und Dokumentationen finden sich in spezialisierten Aufsätzen und Archiven, die die institutionellen, rechtlichen und moralischen Dimensionen der Wehrmacht detailliert untersuchen.


