Ein Banyan (oder "Banian") ist eine Art Feige. Er beginnt sein Leben gewöhnlich damit, dass er als Epiphyt auf einer anderen Pflanze wächst. Seine Samen keimen in den Rissen und Spalten eines Wirtsbaums oder auf anderen Strukturen wie Gebäuden und Brücken.
"Banyan" bedeutet gewöhnlich der indische Banyan oder Ficus benghalensis. Es ist der Nationalbaum der Republik Indien. Der Begriff umfasst aber eigentlich alle Feigen, die ihren epiphytischen Lebenszyklus teilen. Sie werden in die Untergattung Urostigma eingeordnet. Die Samen der Banyanfeige werden von fruchtfressenden Vögeln verbreitet. Die Samen keimen und senden Wurzeln in Richtung Boden. Diese Wurzeln können einen Teil des Wirtsbaums oder der Gebäudestruktur umhüllen (bedecken), woraus sie den beiläufigen Namen Würgefeige erhalten.
Eine Reihe von Tropenwaldarten wachsen durch Erdrosselung. Es gibt weitere Beispiele in der Gattung Ficus, die um Licht konkurrieren. Jede Ficus-Art, die diese Gewohnheit zeigt, kann als Würgefeige bezeichnet werden.
Die Blätter des Banyanbaums sind groß, ledrig, glänzend grün und elliptisch geformt. Wie bei den meisten Feigenbäumen ist die Blattknospe von zwei großen Schuppen bedeckt. Wenn sich das Blatt entwickelt, fallen die Schuppen ab. Junge Blätter haben eine attraktive rötliche Tönung.
Ältere Banyanbäume haben Luftpropellerwurzeln, die zu dicken verholzten Stämmen heranwachsen, die mit zunehmendem Alter nicht mehr vom Hauptstamm zu unterscheiden sind. Alte Bäume können sich mit Hilfe dieser Stützwurzeln seitlich ausbreiten und eine große Fläche bedecken.
Wie andere Feigenarten (einschließlich der gemeinen Speisefeige Ficus carica) haben Banyanfrüchte einzigartige Fruchtstrukturen und sind zur Vermehrung auf Feigenwespen angewiesen.


