Triosonate: Aufbau, Besetzung & bekannte Komponisten des Barocks

Triosonate im Barock: Aufbau, Besetzung (zwei Oberstimmen + Basso continuo) und berühmte Komponisten wie Corelli & Bach – Geschichte, Beispiele und Analyse kompakt erklärt.

Autor: Leandro Alegsa

Eine Triosonate (italienisch: sonata a tre) ist eine weit verbreitete Gattung der Kammermusik des Barock: sie besteht aus drei unabhängigen Stimmen, die polyphone Musik bilden. Obwohl nur drei Notenstimmen geschrieben sind, werden Triosonaten häufig von vier Spielern ausgeführt: zwei Instrumente spielen die beiden Oberstimmen, die Begleitung (Basso continuo) wird meist von einem Bassinstrument und einem Tasten- oder Lauteninstrument gemeinsam realisiert. Deshalb spricht man im Spielbetrieb oft von „vier Spielern“ bei einer Dreistimmigkeit.

Definition und typische Besetzung

Wesentliches Kennzeichen einer Triosonate ist die dreistimmige Kontrapunktik: zwei gleichberechtigte Oberstimmen (Melodien), die sich thematisch begegnen und oft imitatorisch arbeiten, und eine tiefe Begleitstimme, der Continuo. Typische Besetzungen sind:

  • zwei Violinen oder eine Violine und eine Flöte/Oboe/Viola für die oberen Stimmen;
  • als Continuo ein Cello oder eine Bassgambe zusammen mit einem Tasteninstrument wie dem Cembalo, der Theorbe oder der Orgel.

In der Praxis kann das Continuo auch von nur einem Instrument (z. B. Cembalo mit Realisierung der Basslinie und harmonischer Begleitung) gespielt werden; historische Aufführungspraxis bietet hier viele Varianten.

Form und Aufbau

Triosonaten folgen nicht einer einzigen Bauweise, sondern zeigen zwei Haupttypen:

  • Sonata da chiesa (Kirchensonate) – oft vier Sätze im Schema langsam–schnell–langsam–schnell; endet häufig mit einer Fuge oder einem kontrapunktischen Satz.
  • Sonata da camera (Kammersonate) – Reihe von Tänzen bzw. tanzähnlichen Sätzen (Allemande, Courante, Sarabande, Gigue u.ä.).

Notiert wird der Continuo meist als Bassstimme mit Generalbass-Ziffern (Figuren), die dem Continuo-Spieler Harmonieangaben liefert. Die beiden Oberstimmen sind oft melodisch eigenständig und dialogisch gesetzt; Imitation und kontrapunktische Durcharbeitung sind typische Stilmittel.

Bachs Trios und die Orgeltriosonate

Johann Sebastian Bach nutzte das Gattungsprinzip sehr kreativ: im Musikalischen Opfer findet sich eine Triosonate für Violine, Flöte und Continuo. Außerdem schrieb Bach sechs Triosonaten für Orgel, die von nur einem Spieler ausgeführt werden. Hier spielen die beiden Hände auf getrennten Manualen wie zwei unabhängige Oberstimmen, die Pedalstimme übernimmt die tiefe dritte Stimme. Die Notation ist strikt einzeilig geführt (keine dichten Akkorde), sodass diese Werke leicht auf andere Besetzungen (z. B. zwei Violinen und Cello mit Cembalo) übertragen werden können.

Bach komponierte außerdem zahlreiche Sonaten für ein Melodieinstrument und Cembalo; formal sind viele dieser Werke Triosonaten: das Melodieinstrument übernimmt die erste Stimme, die rechte Hand des Cembalospielers die zweite, die linke Hand die Bassstimme.

Wichtige Komponisten und Werke

Zu den bekanntesten Triosonatenschreibern gehören:

  • Arcangelo Corelli – seine Triosonaten sind prägend: die Sammlungen Opus 1 und 3 sind überwiegend Sonate da chiesa, Op. 2 und 4 zeigen die Sonata da camera. Corellis Trios weichen kaum von der Besetzung zwei Violinen plus Continuo ab und gelten als Vorbild für das Genre.
  • Johann Sebastian Bach – Orgeltrios und Trios im Kammerrepertoire (siehe oben).
  • Tomaso Albinoni, Henry Purcell, Dieterich Buxtehude, Georg Friedrich Händel, Georg Philipp Telemann, Johann Pachelbel und Antonio Vivaldi – alle schrieben bedeutende Triosonaten oder Werke mit ähnlichem Dreistimmigkeitsprinzip.

Aufführungspraxis und Notation

Historisch informierte Aufführungspraxis (HIP) spielt bei Triosonaten eine große Rolle: Realisierung des Generalbasses, Artikulation, Verzierung (Ornamentik) und die Balance zwischen den Stimmen werden nach Barockpraktiken gestaltet. Wichtige Punkte:

  • Der Continuo-Spieler liest den Generalbass und ergänzt Harmonien entsprechend einem stilgerechten Realisationsstil.
  • Tempi und Tanzcharakter (bei sonata da camera) richten sich nach barocken Tanzkonventionen.
  • Viele Triosonaten wurden in mehreren Besetzungen gespielt; die Stimmen sind oft flexibel adaptierbar.

Warum Triosonaten hören oder spielen?

Triosonaten zeigen klar und kompakt, wie barocker Kontrapunkt, Dialog und Tanzformen zusammenwirken. Sie sind ideal, um Kontrapunkt, Stimmführung und Continuo-Spiel zu studieren. Empfehlenswerte Einstiegswerke sind Corellis Trios und Bachs Orgeltrios; zahlreiche Aufnahmen historischer Ensembles bieten lebendige Interpretationen.

Zusammenfassend: Die Triosonate ist ein zentrales barockes Kammermusikformat mit drei Notenstimmen, großer stilistischer Vielfalt (kirchlich wie tänzerisch) und einer Aufführungstradition, die von flexibler Besetzung und lebendiger Continuo-Realisation geprägt ist.

Fragen und Antworten

F: Was ist eine Triosonate?


A: Eine Triosonate ist eine Art von Musik für vier Instrumente, die im 17. und 18. Jahrhundert, auch bekannt als die Barockzeit, sehr beliebt war. Sie ist für drei Stimmen (drei Stimmen) geschrieben und kann von drei verschiedenen Instrumenten gespielt werden.

F: Wie viele Spieler sind typischerweise an der Interpretation einer Triosonate beteiligt?


A: An einer Triosonate sind in der Regel vier Spieler beteiligt - zwei Oberstimmen, die sich die gleichen musikalischen Themen teilen und sich oft gegenseitig imitieren, und eine Begleitung, die in der Regel von zwei Instrumenten wie einem Cello oder einer Bassgambe und einem Tasteninstrument wie dem Cembalo gespielt wird. Die Noten der linken Hand des Cembalospielers bilden den dritten Teil des Trios.

F: Wer hat einige der besten Triosonaten geschrieben?


A: Arcangelo Corelli hat einige der besten Triosonaten geschrieben. Seine Sammlung mit den Opus 1 und 3 wurde "sonata da chiesa" genannt und besteht aus vier Sätzen, die mit einer Fuge enden, während seine Opus 2 und 4 vom Typ "sonata da camera" sind und jeder Satz eine Art Tanz darstellt.

F: Welche anderen Komponisten haben Triosonaten geschrieben?


A: Andere Komponisten, die Triosonaten geschrieben haben, sind Tomaso Albinoni, Henry Purcell, Dieterich Buxtehude, Georg Friedrich Händel, Georg Philipp Telemann, Johann Pachelbel und Antonio Vivaldi.

F: Hat Bach Stücke geschrieben, die man als Triosonaten bezeichnen könnte?


A: Ja - Johann Sebastian Bach schrieb ein Stück namens Das musikalische Opfer für Violine, Flöte und Continuo, das man als Triosonate betrachten könnte. Er schrieb auch sechs Orgeltrios, die von einem Spieler gespielt werden, der seine Hände auf verschiedenen Manualen (Tastaturen) einsetzt, um wie zwei verschiedene Instrumente zu klingen, während seine Füße auf den Pedalen für den dritten Teil spielen; diese Werke können auch von anderen Instrumenten gespielt werden, z.B. von zwei Violinen und einem Cello mit Cembalo. Außerdem komponierte er mehrere Stücke für ein Melodieinstrument (normalerweise Violine oder Flöte) plus Cembalo, die eigentlich Trios sind, aber nicht explizit als solche gekennzeichnet sind.


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