Viverridae (Viverriden) – Merkmale, Arten & Verbreitung
Viverridae – Merkmale, Arten & Verbreitung: Einblick in 33 Arten, Lebensräume von Regenwald bis Savanne und Gebirge, Verbreitung von Afrika über Asien bis Südeuropa.
Die Viverridae sind eine Familie von kleinen bis mittelgroßen Säugetieren, den Viverriden. Sie gehören zu den Feliformia, den katzenähnlichen Fleischfressern.
Die Familie setzt sich aus 15 Gattungen und 33 Arten zusammen. Sie wurde 1821 von John Edward Gray benannt. Man findet sie im ganzen Orientalischen Raum, in ganz Afrika und bis nach Südeuropa.
Da sie in Madagaskar und Celebes leben, zeigt dies, dass sie auch in den Tropen der Alten Welt gelebt haben, und darüber hinaus, über Wallace' Linie hinaus.
Viverriden leben hauptsächlich im tropischen Regenwald. Sie leben auch in Wäldern, Savanne und Bergen.
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10 BilderMerkmale
Viverriden haben meist einen langgestreckten Körper, relativ kurze Beine und einen langen Schwanz. Ihr Fell ist oft gefleckt oder geringelt und dient der Tarnung. Typische Merkmale sind:
- Größe und Gewicht: sehr variabel — von kleinen Arten (einige Genetten von ~1 kg) bis zu größeren Formen wie dem Binturong (mehrere Kilogramm).
- Schädel und Zähne: an ein räuberisches/omnivores Leben angepasst, mit gut entwickelten Backenzähnen zum Zermahlen pflanzlicher Nahrung ebenso wie zum Zerreißen von Fleisch.
- Drüsen: viele Viverriden besitzen stark ausgeprägte Duftdrüsen (z. B. Anal- und Perinealdrüsen), die für Reviermarkierungen und bei der Kommunikation wichtig sind; bei einigen Arten wurde das Sekret historisch in der Parfümindustrie verwendet (Zibet).
- Lebensweise: oft nachtaktiv und überwiegend einzelgängerisch; manche Arten sind überwiegend baumbewohnend (arboreal), andere überwiegend terrestrisch.
Ernährung und Ökologie
Viverriden sind meist opportunistische Allesfresser (Omnivoren). Ihre Nahrung umfasst:
- Kleine Säugetiere, Vögel, Amphibien und Reptilien
- Insekten und andere Wirbellose
- Früchte, Beeren und gelegentlich Pflanzenteile
- Aas und Eier
Einige Arten, wie bestimmte Palmzibeten (z. B. Paradoxurus-Arten), spielen als Samenverbreiter eine wichtige Rolle im Ökosystem. Andere Arten werden lokal als Schädlinge oder als Nahrungsquelle gejagt.
Fortpflanzung und Lebenszyklus
Die meisten Viverriden sind einzelgängerisch; die Paarung erfolgt saisonal oder ganzjährig, je nach Art und Standort. Typische Merkmale der Fortpflanzung:
- Tragzeit: relativ kurz – in vielen Arten etwa einige Wochen bis rund zwei Monate.
- Wurfgröße: meist 1–4 Jungtiere.
- Aufzucht: Jungtiere bleiben zunächst versteckt und werden von der Mutter gesäugt; sie erreichen die Geschlechtsreife meist im ersten oder zweiten Lebensjahr.
Verbreitung und Lebensräume
Viverriden sind hauptsächlich in der Alten Welt verbreitet: Afrika, weite Teile Asiens bis nach Südostasien und vereinzelte Vorkommen in Südeuropa. Sie besiedeln unterschiedliche Habitate — vom dichten Regenwald über trockene Savannen bis zu montanen Wäldern — und finden sich auch in durch den Menschen beeinflussten Landschaften.
Das Vorkommen auf Inseln wie Madagaskar und Celebes sowie das Überschreiten von Wallace' Linie zeigen die komplexe historische Verbreitungsdynamik dieser Gruppe.
Taxonomie und wichtige Gattungen (Kurzüberblick)
Die genaue Einteilung der Viverriden ist Gegenstand laufender Forschung; klassische Lehrmeinungen nennen rund 15 Gattungen und etwa 33 Arten, wobei neuere molekularbiologische Studien zu Umbesetzungen einzelner Arten geführt haben. Zu den bekannten Gattungen und bemerkenswerten Vertretern gehören beispielsweise:
- Genetta (Genetten) – z. B. Genetta genetta, mit Vorkommen bis Südeuropa.
- Civettictis – z. B. die Afrikanische Zibette (Civettictis civetta).
- Paradoxurus – Palmzibeten, wichtige Samenverbreiter und in manchen Regionen wirtschaftlich genutzt (z. B. für Kaffeeprodukte).
- Arctictis – der Binturong (Arctictis binturong), ein großer, teilweise baumbewohnender Vertreter.
- Viverra und Viverricula – weitere typische Zibetkatzen.
- Hinweis: Einige ehemals zu den Viverriden gestellte Linsangs wurden aufgrund molekularer Befunde in eigene Familien (z. B. Prionodontidae) ausgegliedert.
Bedrohungen und Schutz
Die Gefährdungslage variiert stark zwischen den Arten: einige sind lokal häufig, andere stehen unter starkem Druck. Wichtige Bedrohungsfaktoren sind:
- Habitatverlust und -fragmentierung durch Abholzung und Landwirtschaft
- Bejagung zur Nutzung von Fleisch, Fell oder Drüsensekreten (z. B. in der Parfüm- bzw. traditionellen Medizin)
- Lebendfang für illegalen Handel und Tierhandel
- Mensch-Tier-Konflikte in Siedlungsnähe
- Seuchenübertragungen zwischen Wildtieren, Haustieren und Menschen (z. B. Diskussionen um Zibetarten im Zusammenhang mit zoonotischen Krankheiten)
Viele Arten profitieren von Schutzmaßnahmen in Nationalparks und Reservaten; für gefährdete Arten existieren oftmals spezielle Artenschutzprogramme. Der Schutzstatus einzelner Arten ist in der IUCN-Roten Liste unterschiedlich – von "least concern" bis zu "vulnerable" oder "endangered".
Schlussbemerkung
Viverriden sind eine vielfältige Gruppe mit ökologisch wichtigen Rollen in den von ihnen bewohnten Landschaften. Ihre Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Lebensräume und ihre abwechslungsreiche Nahrung machen sie zu wichtigen Gliedern vieler Nahrungsketten. Gleichzeitig erfordern Lebensraumverlust und menschliche Nutzung an vielen Stellen gezielte Schutzmaßnahmen, damit die Artenvielfalt innerhalb dieser alten Säugetiergruppe erhalten bleibt.
"Zibetkatze"
Viele Viverriden sind Zibetkatzen, wie zum Beispiel die Gattungen Vivera, Civettictis und Viverricula. Der Begriff bezieht sich auf ihren auffälligen und (für uns) unangenehmen Geruch. Er wird manchmal auch für andere Katzen verwendet, die zufällig eher stinken.
Vivverriden der Gattung Genetta sind als "Gattungen" bekannt, und es gibt eine weitere Gattung, Poiana, die als "Linsangs" bezeichnet werden. Die Gattung Genetta genetta ist die einzige in Europa lebende Vivverride. Es handelt sich um die Streifenschwanz-Gattung oben rechts in der obigen Abbildung.
Merkmale
Die Viverriden sind die basalste ("primitivste") aller Familien katzenähnlicher Tiere und weniger spezialisiert als die Felidae. Ihre Skelette ähneln denen von Fossilien aus dem Eozän, die bis zu 50 Millionen Jahre alt sind.
Im äußeren Erscheinungsbild unterscheiden sie sich von den Felidae durch den fünfzehigen Hinterfuß und typischerweise durch die längere Schnauze und kürzere Gliedmaßen. Der Schädel unterscheidet sich ebenso wie die Zahnformel. Sie haben Analdrüsen, die einen starken Geruch absondern können. Viele Arten haben gestreifte Schwänze.
Viverriden, obwohl in der Ordnung Carnivora, sind meist Allesfresser. Die im Volksmund als "Palmenzibet" bezeichneten Arten sind vollständig pflanzenfressend.
Zivisten und SARS
Am 13. Januar 2004 verhängten die amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) ein Embargo für die Einfuhr von Zivets in die Vereinigten Staaten. Sie sagten, dass das Virus des Schweren Akuten Respiratorischen Syndroms (SARS) in Zivets aus China gefunden wurde.
Fragen und Antworten
F: Was ist die Familie der Viverridae?
A: Die Familie der Viverridae ist eine Gruppe kleiner bis mittelgroßer Säugetiere, die auch als Viverridae bekannt sind.
F: Zu welcher Kategorie gehören die Viverridae?
A: Die Viverridae gehören zu den Feliformia, einer Gruppe von katzenähnlichen Fleischfressern.
F: Wie viele Gattungen und Arten gibt es in der Familie der Viverridae?
A: Es gibt 15 Gattungen und 33 Arten in der Familie der Viverridae.
F: Wer hat die Familie der Viverridae benannt?
A: Die Familie der Viverridae wurde im Jahr 1821 von John Edward Gray benannt.
F: Wo sind Viverridae zu finden?
A: Viverridae sind in der gesamten orientalischen Region, in ganz Afrika und in Südeuropa zu finden. Sie leben auch auf Madagaskar und Celebes, was darauf hindeutet, dass sie in den Tropen der Alten Welt und darüber hinaus, jenseits der Wallace-Linie, lebten.
F: Welche Art von Lebensraum bevorzugen Viverriden?
A: Viverriden leben meist im tropischen Regenwald, aber auch in Wäldern, Savannen und Gebirgen.
F: Wie unterscheiden sich Viverriden von anderen Säugetieren?
A: Viverriden sind einzigartig, weil sie eine Familie kleiner bis mittelgroßer Säugetiere aus der Gruppe der Feliformia sind und sich an verschiedene Lebensräume angepasst haben, darunter tropische Regenwälder, Wälder, Savannen und Gebirge.
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Autor
AlegsaOnline.com Viverridae (Viverriden) – Merkmale, Arten & Verbreitung Leandro Alegsa
URL: https://de.alegsaonline.com/art/105694
Quellen
- bucknell.edu : "Order Carnivora"
- google.com : Mammal Species of the World
- worldcat.org : 62265494 · archive.org · archive.org
- cdc.gov : cdc.gov/sars/media/civet-ban.html