Während West-Berlin nach 1949 von Ost-Berlin getrennt war, konnten sich die Menschen bis 1961 problemlos zwischen den beiden Teilen bewegen. In vielerlei Hinsicht funktionierte Berlin als eine einzige Stadt. Das U- und S-Bahn-Netz, das nach dem Krieg wieder aufgebaut wurde, erstreckte sich über alle Besatzungssektoren. Viele Menschen lebten in der einen Hälfte der Stadt und hatten in der anderen Familienmitglieder, Freunde und Arbeitsplätze.
Im weiteren Verlauf des Kalten Krieges begannen viele Ostdeutsche, Ostdeutschland in Richtung Westen zu verlassen. Ostdeutschland schloss 1952 die Grenzen zwischen Ost- und Westdeutschland, riegelte aber West-Berlin nicht ab; da es zwischen West-Berlin und Westdeutschland Bewegungsfreiheit gab, konnten die Ostdeutschen die Stadt als Grenzübergang zum Westen nutzen. Um diese Abwanderung zu stoppen, baute die ostdeutsche Regierung am 13. August 1961 die Berliner Mauer und schloss damit West-Berlin physisch von Ostdeutschland ab. Zwar war es immer noch möglich, von West-Berlin nach Westdeutschland mit dem Flugzeug und über eigens dafür vorgesehene Bahn- und Autobahnverbindungen zu reisen, aber die Bewohner der beiden Berliner Städte waren nun physisch und rechtlich voneinander getrennt.
Das Vier-Mächte-Abkommen über Berlin (September 1971) und das Transitabkommen (Mai 1972) trugen dazu bei, die Spannungen über West-Berlin abzubauen, und erleichterten den West-Berlinern die Einreise in die DDR und den Deutschen, die auf den Straßen in die Stadt reisten anstatt zu fliegen, ein wenig.
Am 9. November 1989 wurde die Mauer geöffnet, und die beiden Städte wurden wieder physisch - aber nicht rechtlich - vereint. Die deutsche Wiedervereinigung beendete bald die westliche Besetzung West-Berlins. Am 3. Oktober 1990 wurden West-Berlin und Ost-Berlin als Stadt Berlin vereint, die dann zusammen mit dem Rest der DDR als Staat der Bundesrepublik beitrat. West-Berlin und Ost-Berlin hörten damit formal auf zu existieren.