Britische Kriegsmedaille (BWM) – Auszeichnung für Dienst im Ersten Weltkrieg

Britische Kriegsmedaille (BWM): Geschichte, Vergabekriterien und Varianten – umfassender Überblick zu Herkunft, Design und Bedeutung im Ersten Weltkrieg.

Autor: Leandro Alegsa

Die britische Kriegsmedaille war eine Medaille, die an Angehörige der Streitkräfte verliehen wurde, die im Ersten Weltkrieg dienten. Die ursprüngliche Vergabezeit bezog sich auf den Zeitraum vom 5. August 1914 bis zum 11. November 1918, wurde aber später auf Einsätze und Dienste bis 1920 ausgeweitet. Diese Verlängerung wurde nötig, weil nach dem Waffenstillstand noch gefährliche Aufgaben wie das Räumen von Landminen und Minen auf See geleistet wurden und weiterhin Verluste zu verzeichnen waren.

Vergabe und Berechtigung

Die British War Medal (häufig mit BWM abgekürzt) wurde sowohl an Offiziere als auch an Mannschaften der Royal Marines, der Royal Navy, der Army sowie an Angehörige der Dominion- und Kolonialstreitkräfte verliehen. Die Dominion- und Kolonialstreitkräfte umfassten die überseeischen Einheiten des Britischen Empire. Voraussetzung für die Auszeichnung war im Allgemeinen, dass der Empfänger während seines Militärdienstes sein Heimatland innerhalb des Empire verlassen und Dienst im Ausland oder in einem Kriegsschauplatz geleistet hatte.

Umfang der Verleihungen

Insgesamt wurden über sechseinhalb Millionen Exemplare der britischen Kriegsmedaille ausgegeben. Die überwiegende Mehrzahl dieser Medaillen wurde in Silber hergestellt; einige seltenere Exemplare existieren in Bronze, wobei bronzene Exemplare überwiegend an Angehörige bestimmter Hilfsdienste und einige koloniale bzw. zivile Einheiten vergeben wurden.

Form, Größe und Gestaltung

Die Medaille ist rund und hat einen Durchmesser von etwa 36 mm. Wie bei Medaillen üblich, unterscheidet man Vorderseite (das sogenannte Avers) und Rückseite (das Revers).

Die Vorderseite der Medaille zeigt eine Büste von König Georg V., der nach links blickt. Um die Büste herum ist die lateinische Umschrift angebracht: "GEORGIVS V BRITT : OMN : REX ET IND : IMP :". Diese Abkürzung steht für "Georgius V Britanniarum Omnium; Rex Et Indiae; Imperator" (auf Englisch: "George V, König aller Briten; König von Indien; Kaiser").

Die Rückseite der Medaille zeigt einen reitenden, sich aufbäumenden Mann – den Heiligen Georg, den Schutzpatron Englands. Er ist nackt dargestellt und hält ein kurzes Schwert. Das Pferd tritt auf einem Schild mit den Symbolen der Preußen und der Mittelmächte, außerdem auf einem Schädel mit gekreuzten Knochen; über dem Kopf des Heiligen Georg ist die aufgehende Sonne, die oft als Symbol des Sieges interpretiert wird. Die Jahreszahlen "1914" und "1918" sind links und rechts am Kopf des Reiters angeordnet.

Beschriftung, Band und Trageweise

Der Name des Empfängers, seine Einheit (Regiment) und die militärische Identifikationsnummer wurden üblicherweise rund um den Rand der Medaille (Randprägung) in Versalien eingeprägt. Das begleitende Band besteht aus Seide und zeigt in der Mitte einen breiten goldgelben Streifen; außen davon folgen auf beiden Seiten schmale Streifen in der Reihenfolge Weiß – Schwarz – Königsblau. Diese Farbanordnung ist charakteristisch und sehr leicht erkennbar.

Die BWM selbst trug üblicherweise keine zusätzlichen Spangen oder Aufsätze für spezielle Schlachten; Kampagnen- und Gefechtsteilnahmen wurden häufig durch andere Auszeichnungen oder durch Kombinationen von Medaillen dokumentiert. In der typischen Trageanordnung der Ersten-Weltkriegs-Medaillen steht die BWM zwischen dem 1914/15 Star (sofern verliehen) und der Victory Medal. Die Dreier-Kombination 1914/15 Star, British War Medal und Victory Medal wurde im Volksmund manchmal mit Spitznamen versehen.

Historischer Kontext und Bedeutung

Die British War Medal ist Teil der Reihe von Erinnerungs- und Dienstauszeichnungen, die nach dem Ersten Weltkrieg an die Streitkräfte und zahlreiche Hilfseinheiten vergeben wurden. Sie dokumentiert die breite internationale Beteiligung am Krieg innerhalb des Britischen Empire und erinnert daran, dass Dienste auch nach dem offiziellen Kriegsende weiterhin riskant waren.

Sammlerhinweise und Erhalt

  • Originale Medaillen tragen die Randprägung mit Name, Dienstnummer und Einheit; fehlende oder nachträglich angebrachte Namen können die Echtheit erschweren.
  • Die meisten Medaillen sind aus Silber; bronzene Stücke sind seltener und in Sammlerkreisen besonders gesucht.
  • Zum Erhalt: Medaillen nicht polieren (damit Patina und Prägung erhalten bleiben), trocken und lichtgeschützt lagern; bei Restaurierungsbedarf einen Fachmann konsultieren.

Die britische Kriegsmedaille ist daher nicht nur ein Stück Metall, sondern ein Zeugnis persönlicher Dienste und des globalen Charakters des Ersten Weltkriegs. Sie wird heute sowohl von Familien als auch von Museen und Sammlern als historisches Dokument geschätzt.

Fragen und Antworten

F: Wofür wurde die Britische Kriegsmedaille verliehen?


A: Die Britische Kriegsmedaille (oft mit BWM abgekürzt) wurde sowohl an Offiziere als auch an Männer der Royal Marines, der Royal Navy, der Armee und auch der Dominion- und Kolonialstreitkräfte verliehen. Um sich für die Medaille zu qualifizieren, musste ein Mitglied der kämpfenden Streitkräfte sein Heimatland in einem beliebigen Teil des Britischen Empire verlassen haben, während er im Militärdienst war.

F: Wann sollte die Medaille ursprünglich verliehen werden?


A: Die Medaille sollte ursprünglich an Personen verliehen werden, die zwischen dem 5. August 1914 und dem 11. November 1918 im Krieg gekämpft haben.

F: Warum hat sich dieses Datum geändert?


A: Das Datum wurde geändert, weil viele Menschen auch nach Kriegsende noch in den Streitkräften ihr Leben verloren, weil sie Landminen oder Minen auf See räumten. Daher wurde das Datum geändert, um die Jahre zwischen 1914 und 1920 abzudecken.

F: Wie viele Medaillen wurden vergeben?


A: Es wurden über sechseinhalb Millionen britische Kriegsmedaillen ausgegeben.

F: Aus welchen Materialien sind die meisten Medaillen hergestellt?


A: Die meisten Medaillen sind aus Silber, aber einige seltenere sind stattdessen aus Bronze.

F: Was ist auf jeder Seite einer Medaille abgebildet?



A: Jede Seite einer Medaille wird als Vorderseite bezeichnet. Die Seite, auf der normalerweise die Seitenansicht des Kopfes einer Person abgebildet ist, wird als Vorderseite bezeichnet, die andere Seite als Rückseite. Die Vorderseite zeigt eine Büste von König Georg V. mit dem Schriftzug 'GEORGIVS V BRITT OMN REX ET IND IMP'. Auf der Rückseite ist der Heilige Georg zu sehen, der auf einem Pferd reitet und dabei auf Symbolen herumtrampelt, die die Feinde des Ersten Weltkriegs sowie die Jahreszahlen '1914' und '1918' darstellen.

F: Was bedeuten die einzelnen Symbole auf den beiden Seiten?


A: Auf der einen Seite befindet sich der Schriftzug 'GEORGIVS V BRITT OMN REX ET IND IMP', was ins Englische übersetzt 'George 5th Of All Britons (British People); King Of India; Emperor' bedeutet. Auf der Rückseite ist der Heilige Georg zu sehen, der auf einem Pferd reitet und dabei auf Symbolen herumtrampelt, die für die Feinde des Ersten Weltkriegs stehen, darunter das Emblem Preußens mit dem Totenkopf und der aufgehenden Sonne, die als Siegessonne bekannt ist, sowie die Daten '1914' und '1918'.


Suche in der Enzyklopädie
AlegsaOnline.com - 2020 / 2025 - License CC3