Die Haselmaus (Muscardinus avellanarius) gehört zur Familie der Bilche (Gliridae) und ist ein kleines, nachtaktives Nagetier. Dieses Tier ist die einzige heute lebende Art in seiner Gattung und zeichnet sich durch einen kompakten Körperbau, einen dicht behaarten Schwanz und dichte Fellfärbung aus.

Steckbrief

  • Länge (Kopf-Rumpf): etwa 6–9 cm
  • Schwanzlänge: ca. 5,7–7,5 cm
  • Gewicht: gewöhnlich 17–20 g; vor dem Winterschlaf oft 30–40 g
  • Aktivitätszeit: nachtaktiv; Winterschlaf von Oktober bis April/Mai
  • Wissenschaftlicher Name: Muscardinus avellanarius

Verbreitung

Die Haselmaus ist in großen Teilen Europas verbreitet, von Westeuropa über Nordeuropa bis nach Kleinasien und steht bevorzugt in waldbestandenem und strukturiertem Kulturland. Sie ist die einzige Vertreterin ihrer Gattung in vielen Regionen.

In Großbritannien wird Muscardinus avellanarius meist als "hazel dormouse" bezeichnet; daneben gibt es auf den Britischen Inseln eine eingeführte, etablierte Population des Siebenschläfers (Glis glis).

Lebensraum

Typische Lebensräume sind lichte Laubwälder, Haselsträucher, Hecken, Feldraine, Streuobstwiesen und Gebüschstreifen. Wichtig sind dichter Unterwuchs und miteinander verbundene Strukturen, da Haselmäuse überwiegend baumkletternd leben und selten den Boden betreten. Sie nutzen dichte Vegetation als Nahrungsquelle und als Schutz- und Nistplatz.

Verhalten und Ernährung

  • Die Haselmaus ist streng nachtaktiv und gut an ein Leben in der Vegetation angepasst.
  • Ernährung: omnivor mit pflanzlichem Schwerpunkt – Blütenpollen und -nektar, Beeren, Knospen, Insekten und gelegentlich Nüsse. Im Sommer fressen sie viel energiereiches Futter, um Reserven für den Winterschlaf anzulegen.
  • Winterschlaf: Sie überwintern in hohlen Bäumen, dichten Nestern oder anderen geschützten Verstecken; die Ruhezeit reicht meist von Oktober bis April/Mai.
  • Soziales Verhalten: überwiegend einzelgängerisch; während der Paarungszeit und zur Aufzucht der Jungen gibt es kurzzeitige soziale Kontakte.

Fortpflanzung und Entwicklung

Die Paarungszeit liegt im späten Frühjahr; es gibt meist eine (vereinzelt zwei) Jahresbrut(en). Die Tragzeit beträgt wenige Wochen, und ein Wurf umfasst üblicherweise 4–6 Jungtiere. Die Jungtiere werden im Nest geboren, sind anfangs nackt und blind, entwickeln Fell in den ersten Wochen und werden nach einigen Wochen entwöhnt. Die Lebenserwartung in freier Wildbahn beträgt meist einige Jahre (häufig 2–5 Jahre), in Gefangenschaft können sie älter werden.

Gefährdung und Schutz

Hauptgefahren sind Lebensraumverlust, Fragmentierung durch intensive Landnutzung, Verlust von Hecken und alten Baumstrukturen sowie Straßen und durch Räuber. In vielen Ländern stehen Haselmäuse unter Schutz; Bestandsschutzmaßnahmen umfassen Erhalt und Vernetzung von Waldrandstrukturen, Heckenpflege in haselhaltigen Strukturen, Anbringung von Nistkästen und Monitoring. Der Erhalt von blütenreichen Strukturen ist wichtig, da diese in der aktiven Jahreszeit Nahrungsquellen bieten.

Beobachtung und Monitoring

Haselmäuse sind schwer zu beobachten, weil sie nachtaktiv und zurückgezogen leben. Für Untersuchungen werden Nistkästen, Kontrollmaßnahmen an Haselnüssen (typische Fraßspuren) und Aufzeichnungen über Populationen eingesetzt. Die Standorte in Großbritannien, an denen der Haselmausschläfer zu finden ist, sind auf der Website des National Biodivestity Network angegeben.

Zusammenfassend ist die Haselmaus ein charmanter, aber empfindlicher Bestandteil vielfältiger Landschaften; ihr Schutz hängt stark von der Pflege strukturreicher Lebensräume und der Vernetzung von Habitaten ab.