Millau ist eine Gemeinde in Südfrankreich, im Departement Aveyron, Region Okzitanien. Sie ist die Sous-Präfektur (Hauptstadt) des gleichnamigen Arrondissements im Departement Aveyron. Sie ist auch die Hauptstadt von zwei Kantonen: Millau-1 und Millau-2.
Das Gebiet der Gemeinde ist Teil des Regionalen Naturparks Grands Causses.
Geographie
Millau liegt im Tal der Tarn am Übergang zu den Kalkplateaus der Grands Causses. Die Stadt erstreckt sich zwischen Flussniederungen und schroffen Hochflächen, was eine abwechslungsreiche Landschaft mit Schluchten, Causse-Hochebenen und Aussichtspunkten ergibt. Das Klima ist überwiegend gemäßigt mit mediterranen Einflüssen, warmen Sommern und milden Wintern.
Geschichte und Stadtbild
Die Besiedlung Millaus reicht bis in die Antike zurück; die mittelalterliche Altstadt mit engen Gassen, der Collégiale Notre-Dame de l'Espinasse und der alten Brücke über die Tarn zeugt von langer urbaner Tradition. Das historische Zentrum verbindet handwerkliche und industrielle Vergangenheit mit touristischer Präsenz.
Bevölkerung und Verwaltung
Millau hat heute etwa rund 22.000 Einwohner und ist Verwaltungssitz als Sous-préfecture. Die Stadt ist Mittelpunkt lokaler Dienste und Verwaltungsstrukturen für das umliegende ländliche Gebiet.
Wirtschaft und Verkehr
Wirtschaftlich war Millau lange für die Handschuh‑ und Lederindustrie bekannt (die „Gants de Millau“). Daneben spielen Landwirtschaft (insbesondere Schafhaltung und Produkte der Causses), kleinere Gewerbebetriebe sowie der Tourismus eine wichtige Rolle.
Verkehrstechnisch ist Millau gut angebunden: Die Autobahn A75 verläuft in der Nähe und verbindet die Stadt mit Clermont-Ferrand und Béziers; außerdem gibt es regionale Straßen- und Zugverbindungen, die den Ort mit den Nachbarstädten und der Region vernetzen.
Sehenswürdigkeiten und Tourismus
Millau ist ein beliebtes Ziel für Besucher aufgrund von:
- Dem Millau‑Viadukt (Viaduc de Millau): die spektakuläre, weltbekannte Schrägkabelbrücke, die das Tarn‑Tal überspannt. Sie wurde 2004 eröffnet und gilt als Ingenieur‑ und Architekturleistung (Entwurf maßgeblich von Sir Norman Foster und Ingenieur Michel Virlogeux).
- Der historischen Altstadt mit der Collégiale, verwinkelten Gassen, dem alten Markt und lokalen Handwerksbetrieben.
- Naturnahen Aktivitäten in den Grands Causses und der Tarn‑Schlucht: Wandern, Klettern, Kanufahren, Paragliding und Radtouren.
- Regionalen Museen und kulturellen Angeboten, die die örtliche Geschichte, das Lederhandwerk und die Natur der Umgebung präsentieren.
Kultur und Gastronomie
Die Region bietet typische Spezialitäten wie Roquefort‑Käse aus der näheren Umgebung, Lamm von den Causses und weitere Produkte der traditionellen Küche Südfrankreichs. Märkte, Handwerksläden und lokale Feste pflegen das kulturelle Erbe der Stadt.
Natur- und Umweltschutz
Als Teil des Parc Naturel Régional des Grands Causses stehen Teile des Gemeindegebiets unter Naturschutz, was Landschafts‑, Arten‑ und Kulturerbe bewahrt und ökologische Tourismusangebote fördert.
Millau vereint somit Verwaltung, Tradition, Industriegeschichte und herausragende landschaftliche und ingenieurtechnische Attraktionen, sodass die Stadt sowohl für Einheimische als auch für Besucher ein wichtiges Zentrum des südlichen Aveyron ist.




