Ein Elch (Alces alces; in Europa allgemein als „Elch“ bezeichnet) ist das größte heute lebende Mitglied der Hirsche (Hirsch-Verwandtschaft). In Nordamerika wird die hier vorkommende Form von manchen Behörden als eigene Art Alces americanus geführt; die systematische Einordnung ist jedoch teilweise umstritten.

Ein männlicher Elch heißt Bulle, ein weiblicher Kuh, ein junges Tier Kalb und eine Gruppe wird als Herde bezeichnet. Die korrekte Pluralform ist Elche.

Merkmale

Elche sind sehr groß und massiv gebaut. Typische Kennwerte (variieren je nach Unterart und Region):

  • Schulterhöhe: etwa 1,4–2,1 m
  • Körperlänge: rund 2–3,5 m (inkl. Kopf)
  • Gewicht: je nach Geschlecht und Unterart zwischen etwa 200 und 700 kg

Kennzeichen sind der lange Kopf mit typisch abgestuftem Nasenprofil, der kräftige Hals und bei den Bullen die großen, handförmigen (palmaten) Geweihe, die jährlich neu wachsen und im Sommer noch mit samtiger Haut („Bastrum“) bedeckt sind. Das Fell ist meist dunkelbraun bis schwarzbraun; Jungtiere haben manchmal hellere Flecken.

Lebensraum & Verbreitung

Elche kommen in weiten Teilen der nördlichen Hemisphäre vor, vor allem in borealen Nadel- und Mischwäldern sowie in Feuchtgebieten. Verbreitungsgebiete umfassen Nordeuropa, große Regionen in Asien (Sibirien) und weite Teile von Nordamerika. Typische Lebensräume liegen in der Nähe von Gewässern wie Seen und in Sümpfen bzw. Sümpfen, da Elche häufig Wasserpflanzen fressen und gute Schwimmer sind. Auch Gebirgswälder und Talauen werden genutzt.

Ernährung und Verhalten

Elche sind überwiegend Pflanzenfresser (Browser). Ihre Nahrung besteht aus Zweigen, Blättern, Rinde, Trieben und im Sommer oft auch aus Wasserpflanzen. Besonders wichtig sind Weiden, Birken, Espen und andere Sträucher. Aufgrund ihres Körperbaus fressen sie gern höher reizende Vegetation, die für kleinere Wiederkäuer schwer erreichbar ist.

Verhalten: Elche leben meist einzelgängerisch oder in kleinen Gruppen. Sie sind gute Schwimmer und können weite Strecken durch Wasser zurücklegen. Im Herbst findet die Brunft (Paarungszeit) statt; die Männchen markieren Reviere, röhren und kämpfen um Weibchen.

Fortpflanzung

Die Brunft erfolgt üblicherweise im Herbst (je nach Region September–Oktober). Nach einer Tragzeit von etwa 230–240 Tagen bringt die Kuh meist ein bis zwei, selten drei Kälber zur Welt; die Jungtiere werden in der Regel im späten Frühjahr bis Frühsommer geboren. Die Kälber bleiben mehrere Monate bei der Mutter und werden nach einigen Monaten entwöhnt. Geschlechtsreife tritt in der Regel im zweiten bis dritten Lebensjahr ein.

Feinde, Gefährdung und Schutz

Neben dem Menschen (Jagd, Verkehr) zählen große Beutegreifer wie Wölfe und Bären zu natürlichen Fressfeinden, vor allem für Kälber. Krankheiten, Nahrungsmangel und Lebensraumverlust können lokal zu Bestandsrückgängen führen. Insgesamt gilt der Elch global derzeit nicht als unmittelbar vom Aussterben bedroht (IUCN: Least Concern), jedoch bestehen regional starke Unterschiede: In manchen Gebieten erholen sich Bestände, in anderen sind sie bedroht oder abhängig von Schutzmaßnahmen.

Interessantes

  • Elche sind ausgezeichnete Schwimmer und können auch tieferes Wasser nach Wasserpflanzen absuchen.
  • Die jährlich wechselnden Geweihe der Bullen dienen vor allem im Paarungszeitraum als Waffe und Signalträger.
  • Verkehrsunfälle mit Elchen sind in Teilen Nord- und Mitteleuropas sowie Nordamerikas ein bedeutendes Sicherheitsrisiko.
  • In einigen Regionen wurden Elche erfolgreich wieder angesiedelt oder haben sich nach Schutzmaßnahmen wieder ausgebreitet.

Der Elch ist ein markantes Tier der nördlichen Landschaften und spielt ökologisch eine wichtige Rolle als Pflanzenfresser, aber auch kulturell als Jagd- und Symboltier in vielen Regionen der borealen Zone.