Das Wort "Neger" bezeichnet historisch und sprachlich Menschen mit dunkler Hautfarbe oder mit afrikanischer Abstammung. In vielen Texten heißt es, dass es in der englischsprachigen Welt verwendet wurde; heute gilt die englische Form "Negro" beziehungsweise die sehr abwertende Form "nigger" als veraltet oder als schweres Schimpfwort. Das deutsche Wort "Neger" leitet sich vom lateinischen Wort "niger" ab, das "schwarz" bedeutet. Auch im Spanischen und im Portugiesischen existiert das Wort "negro" in der Bedeutung "schwarz" (oft als Farbadjektiv), seine Bewertung hängt jedoch stark vom Kontext ab.
Historisch ersetzte "Neger" in einigen Zeitraum den Begriff "farbig" als als vermeintlich höflicheren Ausdruck, besonders in einer Zeit, in der das Wort "schwarz" gesellschaftlich als anstößiger empfunden wurde. Dieser Gebrauch war während der Bürgerrechtsbewegung in den 1950er und 1960er Jahren weit verbreitet und wurde damals von vielen als normal akzeptiert — auch von Teilen der betroffenen Gemeinschaften. Ein Beispiel ist Martin Luther King jr., der in seiner berühmten Rede "I Have a Dream" 1963 den damals gebräuchlichen Ausdruck verwendete.
Gleichzeitig gab es bereits in dieser Zeit starke Kritik an dem Begriff: Während der Bürgerrechtsbewegung lehnten manche Führungspersonen den Ausdruck ab. So forderten etwa Persönlichkeiten wie Malcolm X die Verwendung von "Black" bzw. "Schwarz", weil sie einen direkten Zusammenhang zwischen dem Wort "Neger" und der Geschichte von Sklaverei, Segregation und Diskriminierung sahen.
Seit den späten 1960er Jahren haben sich andere Bezeichnungen durchgesetzt. Zu den heute gebräuchlichen Ausdrücken zählen schwarz, "schwarzafrikanisch", afroamerikanisch und ähnliche Begriffe. In den Vereinigten Staaten wurde langfristig die Bezeichnung "Afroamerikaner" (engl. "African American") verbreitet, wobei die Wahl der Bezeichnung oft von der jeweiligen Personengruppe selbst abhängt.
Der Begriff "Neger" kommt in einigen historischen Namen und Institutionen noch vor. So tauchen entsprechende Bezeichnungen beim United Negro College Fund oder in historischen Bezeichnungen wie der früheren Negro-League im Sport auf. Solche Namen sind meist historisch gewachsen und werden heute unterschiedlich bewertet: manche Institutionen behalten traditionelle Namen aus historischen Gründen, andere haben Bezeichnungen geändert.
Das Büro für die Volkszählung der Vereinigten Staaten (U.S. Census Bureau) führte bei der Volkszählung 2010 unter anderem die englische Bezeichnung "Black, African American, or Negro" an, weil ältere Menschen diesen Begriff mitunter noch als Selbstbezeichnung verwendeten. In den Diskussionen um spätere Volkszählungen wurde daraufhin entschieden, veraltete bzw. als problematisch empfundene Bezeichnungen zu überdenken und anzupassen.
Warum gilt das Wort als beleidigend?
Neger wird heute in den meisten Kontexten als rassistische Bezeichnung verstanden. Das Wort ist eng mit kolonialer Herrschaft, Sklaverei und rassistischer Diskriminierung verknüpft. Aus diesem Grund empfinden viele Betroffene und weite Teile der Gesellschaft dessen Gebrauch als verletzend und abwertend. In vielen öffentlichen und privaten Situationen kann die Verwendung des Begriffs als Beleidigung verstanden werden und zu negativen sozialen Folgen führen.
Gebrauch und Alternativen
Wenn über Menschen mit afrikanischer Herkunft oder dunkler Hautfarbe gesprochen wird, gelten die folgenden Grundsätze als sensibel und respektvoll:
- Sich an die Selbstbezeichnung der betreffenden Person(en) zu halten (z. B. afroamerikanisch, schwarz, "African American", "Black").
- Wörter zu vermeiden, die als historisch belastete oder beleidigende Bezeichnungen gelten, insbesondere "Neger" oder die englische Schimpfform "nigger".
- Kontext beachten: In historischen Texten oder der wissenschaftlichen Beschreibung sollte sensibel und erklärend gearbeitet werden; oft werden Warnhinweise, Fußnoten oder zeitgemäßere Umschreibungen eingesetzt.
Rechtliche und gesellschaftliche Folgen
Die Nutzung rassistischer Beleidigungen kann in vielen Ländern rechtliche Konsequenzen haben oder als Straftatbestand (etwa Beleidigung, Volksverhetzung) gewertet werden, wenn sie bestimmte Grenzen überschreitet. Unabhängig davon kann der Gebrauch solcher Ausdrücke erhebliche soziale und berufliche Folgen haben — von Kritik und Ausschluss bis zu Sanktionen durch Arbeitgeber oder Institutionen.
Weitere Hinweise
In der öffentlichen Debatte und in redaktionellen Richtlinien wird heute generell zu einer respektvollen, inklusiven Sprache geraten. Bei Unsicherheit ist es am besten, nachzufragen, wie Menschen selbst genannt werden möchten, respektvolle allgemeine Begriffe zu verwenden und die historische Belastung bestimmter Ausdrücke anzuerkennen. In Bildungsmaterialien, Literatur und Übersetzungen wird zunehmend darauf geachtet, historisch belegte Begriffe zu kontextualisieren oder zu ersetzen, wenn sie verletzend wirken.
Zusammenfassend: Das Wort "Neger" hat eine lange historische Herkunft, ist aber heute in den meisten Zusammenhängen als abwertend zu betrachten. Sensibler Umgang mit Sprache und die Orientierung an Selbstbezeichnungen der Betroffenen sind zentrale Leitlinien für Respekt und Verständigung.