Bambi II, ursprünglich Bambi und der Große Prinz und dann Bambi und der Große Prinz des Waldes genannt, ist ein amerikanischer Trickfilm aus dem Jahr 2006 und das Midquel zum Film Bambi von 1942. Obwohl er schließlich in Kinos in 25 Ländern in die Kinos kam, wurde er in den Vereinigten Staaten und einigen anderen Ländern direkt auf Video veröffentlicht (Veröffentlichung am 7. Februar 2006). Der Film spielt mitten in Bambi während der Pubertät der Titelfigur und zeigt den Großen Prinzen des Waldes, der darum kämpft, den mutterlosen Bambi großzuziehen, sowie Bambis Zweifel an der Liebe seines Vaters.
Handlung (Kurzfassung)
Das Midquel setzt zeitlich in der Mitte des Disney‑Klassikers Bambi an, nachdem Bambis Mutter gestorben ist. Im Mittelpunkt steht die Beziehung zwischen dem jungen Bambi und dem Großen Prinzen des Waldes: Während der Große Prinz versucht, Verantwortung zu übernehmen und den Jungen zu erziehen, fühlt sich Bambi verlassen und unsicher über die Gefühle seines Vaters. Der Film begleitet Bambis Unsicherheiten, seine Suche nach Zugehörigkeit und Vertrauen sowie den langsamen Aufbau einer Vater‑Sohn‑Beziehung. Dabei kommen vertraute Freunde aus dem Original wie Thumper und Flower vor, die Bambi auf seinem Weg begleiten.
Produktion und Stil
Regie führte Brian Pimental; die Produktion entstand bei Walt Disney Pictures und der für Fortsetzungen zuständigen Sparte DisneyToon Studios. Der Film verwendet vorwiegend traditionelle 2D‑Animation, ergänzt durch moderne Computertechniken, was ihm eine optisch an das Original angelehnte, aber zeitgemäße Erscheinung verleiht. Die filmmusikalische Untermalung stammt von Bruce Broughton, die Ton- und Musikgestaltung unterstützt die emotionale Ausrichtung des Films.
Veröffentlichung und Rezeption
In den Vereinigten Staaten sowie einigen weiteren Ländern erschien Bambi II am 7. Februar 2006 direkt auf Video; in etwa 25 Ländern lief er auch in den Kinos. Kritiken fielen gemischt aus: Gelobt wurden vor allem die Rückkehr zur handgezeichneten Animation, die musikalische Begleitung und die stimmliche Besetzung. Kritiker, die weniger überzeugt waren, bemängelten, dass der Film nicht dieselbe künstlerische Tiefe und emotionale Tragweite wie das Original von 1942 erreiche und in seiner Erzählung vergleichsweise vorhersehbar und konservativ wirke.
Themen und Zielgruppe
Thematisch behandelt der Film Verlust, Trauerbewältigung, väterliche Verantwortung und das Erwachsenwerden. Dadurch richtet sich Bambi II vor allem an Familien und jüngere Zuschauer, bietet aber auch nostalgischen Wert für Fans des Originals. Die Sprache und die Bildsprache bleiben zugänglich, die emotionale Ebene ist so gestaltet, dass Kinder die wichtigsten Konflikte verstehen, Erwachsene jedoch die emotionalen Nuancen nachvollziehen können.
Wissenswerte Fakten
- Format: Midquel zum Originalfilm Bambi (1942).
- Veröffentlichung: Direkt auf Video in den Vereinigten Staaten (7. Februar 2006); zugleich begrenzte Kinoauswertung in mehreren Ländern.
- Regie: Brian Pimental.
- Musik: Bruce Broughton.
- Stil: Vorwiegend traditionell gezeichnete 2D‑Animation mit Computerunterstützung.
- Hauptstimmen: Unter anderem Patrick Stewart (Der Große Prinz) und Alexander Gould (Bambi — als Jugendlicher).
- Themen: Trauer, Zugehörigkeit, Vater‑Sohn‑Beziehung, Erwachsenwerden.
Insgesamt ist Bambi II ein Versuch, die bekannte Welt des Disney‑Klassikers zu erweitern und eine Lücke in der Figurenentwicklung zu schließen. Wer das Original schätzt und neugierig auf zusätzliche Einblicke in die Beziehung zwischen Bambi und dem Großen Prinzen ist, findet im Midquel eine liebevoll gestaltete, wenn auch weniger ambitionierte Ergänzung zur Geschichte.