Das Immunsystem schützt Organismen mit geschichteten Abwehrmechanismen vor Infektionen. Vereinfacht ausgedrückt verhindern physische Barrieren das Eindringen von Krankheitserregern wie Bakterien und Viren in den Organismus.
Wenn ein Erreger diese Barrieren durchbricht, liefert das angeborene Immunsystem eine sofortige, aber unspezifische Reaktion. Angeborene Immunsysteme kommen in allen Pflanzen und Tieren vor.
Wenn sich Krankheitserreger erfolgreich der angeborenen Reaktion entziehen, besitzen Wirbeltiere eine dritte Schutzschicht, das adaptive Immunsystem, das durch die angeborene Reaktion aktiviert wird. Hier passt das Immunsystem während einer Infektion seine Reaktion an, um den Erreger besser zu erkennen.
Nachdem der Erreger abgetötet wurde, geht die Nachkommenschaft von B- und T-Zellen weiter. Sie sind bereit für eine schnellere Reaktion beim nächsten Mal. Dies ist eine Art 'immunologisches Gedächtnis'. Diese Zellen ermöglichen es dem adaptiven Immunsystem, bei jeder Begegnung mit diesem Erreger schnellere und stärkere Angriffe auszuführen.
| Bestandteile des Immunsystems |
| Angeborenes Immunsystem | Adaptives Immunsystem |
| Die Antwort ist unspezifisch | Pathogen- und antigenspezifische Reaktion |
| Exposition führt zu sofortiger maximaler Reaktion | Verzögerungszeit zwischen Exposition und maximaler Reaktion |
| Zellvermittelte und humorale Komponenten | Zellvermittelte (T-Lymphozyten) und humorale (Antikörper) Komponenten |
| Kein immunologisches Gedächtnis | Exposition führt zu immunologischem Gedächtnis |
| Vorkommen in fast allen Lebensformen | Nur bei Kieferwirbeltieren gefunden |
Sowohl die angeborene als auch die adaptive Immunität hängen von der Fähigkeit des Immunsystems ab, zwischen eigenen und fremden Molekülen zu unterscheiden. In der Immunologie sind Selbstmoleküle diejenigen Bestandteile des Körpers eines Organismus, die vom Immunsystem von fremden Substanzen unterschieden werden können. Umgekehrt sind Nicht-Selbst-Moleküle diejenigen, die als Fremdmoleküle erkannt werden. Eine Klasse von Nicht-Selbst-Molekülen werden als Antigene (kurz für Antikörpergeneratoren) bezeichnet und sind definiert als Substanzen, die an spezifische Immunrezeptoren binden und eine Immunantwort hervorrufen.