Behaviourismus ist ein Ansatz zur Untersuchung von Verhalten, der nur auf dem basiert, was man direkt sehen kann. Behavioristen konzentrieren sich auf die Beziehungen zwischen Reizen und Reaktionen.

Unsichtbare Qualitäten wie Geisteszustände (jeder Zustand, der sich signifikant von einem normalen Wachzustand unterscheidet, z.B. infolge von Angst oder Furcht) wurden in dieser Art von Studie nicht verwendet, obwohl wir wissen, dass der Geist bei allen fortgeschrittenen Tieren eine Rolle im Verhalten spielt. Der Behaviourismus besagt, dass Verhalten untersucht werden kann, ohne die Physiologie eines Ereignisses zu kennen und ohne Theorien wie die des Verstandes zu verwenden. Per Definition kann jedes Verhalten beobachtet werden.

Der Behaviorismus stützte sich auch auf eine andere Idee, nämlich dass alles menschliche Verhalten gelernt wurde. Behavioristen glaubten, dass Verhalten durch klassische oder operante Konditionierung erklärt werden könne. Dies ist Lernen als Ergebnis von Einflüssen aus vergangenen Erfahrungen. Die Behavioristen leugneten jedoch die Bedeutung ererbter Verhaltensweisen, Instinkte (die einem lebenden Organismus innewohnende Neigung) oder die ererbte Tendenz, sich zu verhalten. Sie glaubten nicht oder ignorierten die Idee der Vererbung (Weitergabe von Merkmalen an Nachkommen von Eltern), dass etwas von den Genen einer Person kommen kann. Dies war die Idee der leeren Tafel, dass Babys mit einem reinen, leeren Geist geboren werden. Man geht davon aus, dass der Mensch bei der Geburt weder über geistige Erfahrung noch über Wissen verfügt, und dass alles erst nach dem Wachstum gelernt wird. Der leeren Schiefertafel steht die moderne Evolutionspsychologie entgegen.

Zu den wichtigsten Mitwirkenden, Wissenschaftlern auf dem Gebiet des Behaviorismus gehören C. Lloyd Morgan, Ivan Pavlov, Edward Thorndike, John B. Watson und B.F. Skinner.

Pavlov erforschte die klassische Konditionierung durch den Einsatz von Hunden und ihre natürliche Fähigkeit zur Speichelbildung, zur Produktion von Wasser im Maul. Thorndike und Watson lehnten introspektive Methoden ab, bei denen die eigenen bewussten Gedanken und Gefühle betrachtet wurden. Sie wollten die Psychologie auf experimentelle Methoden beschränken. Skinners Forschung stützte sich hauptsächlich auf die Verhaltensformung durch positive Verstärkung (Belohnung statt Bestrafung).

Heute werden Ideen aus dem Behaviorismus in der kognitiv-behavioralen Therapie eingesetzt. Die kognitiv-behaviorale Therapie kann Menschen helfen, mit Ängsten und Phobien sowie mit bestimmten Formen der Sucht umzugehen.

Als wissenschaftliche Theorie ist der Behaviorismus weitgehend durch die kognitive Psychologie ersetzt worden.