Sir Winston Leonard Spencer-Churchill KG OM CH TD FRS PC (30. November 1874 - 24. Januar 1965) war ein englischer Politiker. Er war zweimal Premierminister des Vereinigten Königreichs, einmal während des Zweiten Weltkriegs und erneut in den frühen 1950er Jahren. Churchill ist vor allem für seine Führungsrolle in der Zeit des Krieges, seine eindringlichen Reden und seine umfangreichen schriftstellerischen Arbeiten bekannt.

Churchill ist die einzige Person, die während beider Weltkriege Mitglied der britischen Regierung war, und der letzte Bürgerliche (nicht königlich), dem ein Staatsbegräbnis gewährt wurde. Er war auch Soldat, Journalist und Schriftsteller. Im Jahr 1953 erhielt er den Nobelpreis für Literatur für sein schriftstellerisches Lebenswerk und seine Darstellungen der Geschichte.

Churchill war in zwei Medienumfragen vertreten. Er wurde von 20 prominenten Historikern, Politikern und Kommentatoren als der größte britische Premierminister des zwanzigsten Jahrhunderts eingestuft. Sie wurden von BBC Radio 4 in The Westminster Hour gebeten, die 19 Premierminister von Lord Salisbury um die Jahrhundertwende bis hin zu John Major in den 1990er Jahren zu bewerten. In einer Fernsehumfrage von BBC2 im Jahr 2002 wurde Churchill als der größte Brite der Geschichte eingestuft. Es wurden eine Million Stimmen abgegeben, und die Abstimmung wurde stark von öffentlichen Kampagnen für verschiedene Kandidaten beeinflusst.

Er ist der einzige britische Premierminister, der den Nobelpreis erhalten hat.

Frühes Leben und Ausbildung

Winston Churchill wurde als Sohn des konservativen Politikers Lord Randolph Churchill und der amerikanischen Erbin Jennie Jerome geboren. Er wuchs in einem politisch geprägten Umfeld auf, besuchte die Privatschule Harrow und die Militärakademie Sandhurst. 1895 erhielt er seine Offiziersausbildung und diente zunächst in der britischen Armee.

Militärische Aktivitäten und journalistische Arbeit

Bevor er eine dauerhafte politische Karriere begann, war Churchill als Kriegsberichterstatter und Soldat auf mehreren Schauplätzen tätig: er berichtete aus Kuba, Indien, dem Sudan und im Burenkrieg in Südafrika, wo er 1899 kurzzeitig gefangen genommen und später nach seiner Flucht berühmt wurde. Aus diesen Erlebnissen gewann er Material für seine frühen Schriften, etwa für The River War, und machte sich als Autor und Publizist einen Namen.

Aufstieg in der Politik

Churchill wurde 1900 erstmals ins Unterhaus gewählt. Anfangs war er Mitglied der Konservativen Partei, wechselte aber 1904 zur Liberal Party, wo er in verschiedenen Kabinettsämtern Verantwortung übernahm, darunter als Präsident des Board of Trade und als Home Secretary. 1911 wurde er Erster Lord der Admiralität und baute die Royal Navy in einer Zeit rasanter technischer Entwicklung mit aus.

Erster Weltkrieg und Zwischenkriegszeit

Während des Ersten Weltkriegs war Churchill maßgeblich an der Planung der Alliiertenoperationen beteiligt; die fehlgeschlagene Landung in Gallipoli (1915) führte zu seinem Rücktritt und beschädigte seine politische Reputation. Später kehrte er jedoch in die Regierung zurück: 1917 wurde er Minister für Munitionsproduktion im Kabinett von David Lloyd George. In den 1920er Jahren diente er als Schatzkanzler (Chancellor of the Exchequer, 1924–1929) und kehrte anschließend in die konservative Partei zurück.

Die "Wilderness Years" und der Weg zum Zweiten Weltkrieg

In den 1930er Jahren war Churchill vielfach ein Oppositionspolitiker und Warnender gegenüber der Appeasement-Politik gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland. Wegen seiner Haltung zu einigen innenpolitischen Fragen war er zuweilen isoliert, doch seine Vorhersagen zur deutschen Aufrüstung erwiesen sich als zutreffend und stärkten später seine Position als Führer in der Kriegszeit.

Führungsrolle im Zweiten Weltkrieg

1939 kehrte Churchill als First Lord der Admiralität in die Regierung zurück; nach dem Rücktritt von Neville Chamberlain wurde er im Mai 1940 Premierminister einer nationalen Koalitionsregierung. Als Kriegsführer war er für seine entschlossenen Entscheidungen, intensive Koordination mit den Alliierten (insbesondere USA und Sowjetunion) und vor allem für seine Reden berühmt, die die Moral des britischen Volkes in schweren Zeiten stärkten. Zu seinen bekanntesten Reden gehören "We shall fight on the beaches" und "Their Finest Hour". Unter seiner Führung hielt Großbritannien stand, bis die Alliierten 1945 den Sieg errangen.

Nachkriegszeit, zweites Amt als Premierminister und späte Jahre

Trotz seiner Popularität verlor Churchill die Parlamentswahl 1945. Er blieb jedoch Oppositionsführer und kehrte 1951 als Premierminister zurück. In dieser zweiten Amtszeit (1951–1955) konzentrierte er sich auf Wiederaufbau, Außenpolitik und die Organisation der britischen Atommacht, trat aber 1955 wegen nachlassender Gesundheit zurück. Churchill setzte seine schriftstellerische Tätigkeit fort, darunter das sechsbändige Werk The Second World War und die vierbändige A History of the English-Speaking Peoples. 1953 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen.

Persönliches Leben, Interessen und Vermächtnis

Churchill heiratete 1908 Clementine Hozier; das Paar hatte fünf Kinder. Er war ein leidenschaftlicher Maler und ein produktiver Schriftsteller, dessen Werke historische Analysen, Memoiren und politische Aufsätze umfassen. Sein öffentliches Bild ist ambivalent: neben Bewunderung für seine Kriegsführung und Redekunst gibt es Kritik an imperialistischen Ansichten und bestimmten politischen Entscheidungen, etwa dem Umgang mit Kolonialfragen.

Tod und Erinnerung

Winston Churchill starb am 24. Januar 1965. Großbritannien ehrte ihn mit einem Staatsbegräbnis; beigesetzt wurde er in der Kirche St Martin in Bladon bei Oxford. Sein Einfluss auf die britische und europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts ist tiefgreifend: er gilt vielen als Symbol des Widerstands gegen die Aggression des Nationalsozialismus und als bedeutender Redner und Schriftsteller.

Auszeichnungen und Ehrungen

Churchill erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Ehrentitel, darunter die Orden und Würdigungen, die bereits in seiner Namenszeile aufgeführt sind (KG, OM, CH, TD, FRS, PC). Sein Literatur-Nobelpreis macht ihn zum einzigen britischen Premierminister, der diese Auszeichnung erhalten hat.