Das Kreislaufsystem (auch Herz-Kreislauf-System genannt) ist das Körpersystem, das das Blut durch den Körper bewegt. Es besteht aus dem Herz und den Blutgefäßen. Das Blut transportiert Sauerstoff und Nährstoffe zu den Zellen, führt Kohlendioxid und Stoffwechselabfälle ab, verteilt Hormone und beteiligt sich an der Regulation der Körpertemperatur sowie der Immunabwehr.
Aufbau der Blutgefäße
Blutgefäße, die dem Herzen Blut entziehen, sind Arterien. Arterien verzweigen sich in immer kleinere Gefäße, wenn sie vom Herzen wegführen. Die kleineren Arterien, die sich mit den Kapillaren verbinden, werden als Arteriolen bezeichnet. Arterien und Arteriolen haben dicke, muskuläre Wände und halten hohen Druck aus.
Blutgefäße, die Blut zum Herzen transportieren, sind Venen. Auf dem Weg zum Herzen werden die Venen größer. Die kleinsten Venen werden Venolen genannt. Venen haben dünnere Wände als Arterien und oft Klappen, die den Rückfluss des Blutes verhindern; der venöse Rückstrom wird außerdem durch die Skelettmuskulatur unterstützt.
Kapillaren verlaufen zwischen Arterien und Venen. Kapillaren sind sehr dünn — der Name stammt vom lateinischen Wort capillus für "Haar" — und ermöglichen den Austausch von Sauerstoff, Kohlendioxid, Nährstoffen und Flüssigkeit zwischen Blut und Gewebe über Diffusion und Filtration.
Wie das Blut zirkuliert
So bewegt sich Blut: Herz → Arterie → Arteriole → Kapillare → Venole → Vene → Herz. Diese fortlaufende Bewegung nennt man Zirkulation. Man unterscheidet zwei Hauptkreisläufe:
- Systemische Zirkulation: Sie führt sauerstoffreiches Blut vom linken Herzen in alle Körpergewebe und zurück zum rechten Herzen; sie versorgt den Großteil des Körpers mit Sauerstoff und Nährstoffen.
- Lungenkreislauf (Pulmonalkreislauf): Er führt sauerstoffarmes Blut vom rechten Herzen in die Lungen zurück, wo der Gasaustausch stattfindet, und bringt das nun sauerstoffreiche Blut zum linken Herzen. (Pulmonal bedeutet "die Lunge betreffend".)
So funktioniert er bei Säugetieren, einschließlich des Menschen. Die Durchblutungssysteme anderer Wirbeltiere unterscheiden sich in Details (z. B. unterschiedliche Herzanatomie oder Vermischungen von sauerstoffreichem und -armem Blut).
Das Herz kurz erklärt
Das Herz ist ein muskuläres Organ mit vier Kammern: zwei Vorhöfen (Atrien) und zwei Herzkammern (Ventrikel). Die rechte Herzhälfte pumpt Blut in den Lungenkreislauf, die linke in die systemische Zirkulation. Herzklappen sorgen dafür, dass das Blut nur in eine Richtung fließt. Der Herzschlag folgt einem elektrischen Erregungsleitungssystem und besteht aus zwei Phasen: Systole (Auswurf) und Diastole (Füllung).
Regulation des Kreislaufs
Der Blutfluss und der Blutdruck werden durch mehrere Mechanismen geregelt:
- Das autonome Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) verändert Herzfrequenz und Gefäßtonus.
- Barorezeptoren (z. B. in Karotis und Aortenbogen) melden Druckveränderungen ans Gehirn.
- Hormone wie Adrenalin und das Renin‑Angiotensin‑Aldosteron‑System steuern Gefäßweite und Flüssigkeitsbilanz.
- Lokale Mechanismen in Organen (z. B. metabolische Vasodilatation) passen die Durchblutung an den Bedarf an.
Wichtige Erkrankungen und Prävention
Erkrankungen des Kreislaufsystems sind weltweit führende Todesursachen. Dazu gehören:
- Atherosklerose (Gefäßverkalkung) → kann zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen
- Hypertonie (Bluthochdruck) → belastet Herz und Gefäße
- Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
- Thrombosen und Venenleiden (z. B. Krampfadern)
Vorbeugung: Gesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität, Nichtrauchen, Gewichtsmanagement, Kontrolle von Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin sowie regelmäßige ärztliche Vorsorge senken das Risiko.
Zusammenfassung
Das Kreislaufsystem verbindet Herz und Blutgefäße zu einem Netzwerk, das lebenswichtige Stoffe verteilt und Abfallprodukte abtransportiert. Seine funktionelle Gliederung in systemische und pulmonale Zirkulation, die spezialisierte Bauweise von Arterien, Kapillaren und Venen sowie die komplexe Regulation durch Nerven und Hormone ermöglichen eine präzise Anpassung an die Bedürfnisse des Körpers.

