Für die Art des Radrennens siehe Kriterium

Das Critérium du Dauphiné Libéré ist ein jährliches Straßenradrennen, das in der ersten Junihälfte über acht Etappen in der Region Dauphiné in Frankreich ausgetragen wird. Es wurde ursprünglich von der Regionalzeitung Le Dauphiné Libéré gegründet und dient heute als eines der wichtigsten Vorbereitungsrennen für die Tour de France im Juli.

Geschichte und Organisation

Die erste Austragung fand 1947 statt; Sieger war Eduard Klablinski. Seitdem entwickelte sich das Rennen zu einer festen Größe im internationalen Rennkalender. Organisatorisch gab es im Laufe der Jahrzehnte Veränderungen, doch die enge Verbindung zur Region Dauphiné blieb erhalten. Das Rennen wird meist in Zusammenarbeit mit großen Sportveranstaltern und Medienpartnern organisiert, um eine professionelle Durchführung und internationale TV-Berichterstattung zu gewährleisten.

Streckencharakter und Bedeutung

Die Dauphiné führt häufig durch sehr gebirgiges Gelände, daher kommen Etappen mit langen Anstiegen und Bergetappen oft vor. Typischerweise umfasst die Rundfahrt rund 1.000 bis 1.300 Kilometer, verteilt auf etwa acht Etappen, darunter Flachetappen, Hügeletappen, schwere Bergankünfte und mindestens ein Einzelzeitfahren. Aufgrund der topografischen Nähe zu den Alpen ist die Dauphiné ein idealer Prüfstein für die Form von Kletterspezialisten und Gesamtklassement-Fahrern, die für die Tour de France planen.

Berühmte Anstiege und Etappen

Viele der für die Tour de France bekannten Pässe und Spitzen tauchen regelmäßig in der Dauphiné auf. Dazu gehören unter anderem der Mont Ventoux, der Col du Galibier und der Col de la Chartreuse. Auch Alpenklassiker wie Alpe d’Huez oder die Pässe der Dauphiné-Region werden oft in die Streckenführung aufgenommen und entscheiden häufig das Gesamtklassement.

Wettbewerbe und Wertungen

In der Dauphiné gibt es, wie bei großen Etappenrennen üblich, mehrere Wertungen: die Gesamtwertung (Gesamtzeit), die Punktewertung für Sprinter, die Bergwertung für Kletterer sowie oft eine Nachwuchswertung und eine Mannschaftswertung. Die Gesamtwertung ist die prestigeträchtigste Wertung und zieht deshalb viele Spitzenfahrer an, die ihre Form vor der Tour testen möchten.

Bekannte Sieger und Rekorde

Wegen des bergigen Profils haben viele Sieger der Dauphiné eine starke Kletterqualität. Die Rekordzahl an Einzelsiegen teilen sich Nello Lauredi, Luis Ocaña, Charly Mottet und Bernard Hinault mit jeweils drei Erfolgen. Einige frühe Sieger und prominente Namen prägten das Rennen ebenso wie neuere Generationen von Rundfahrern. Historisch betrachtet haben viele Fahrer, die später große Erfolge bei der Tour de France feierten, auch in der Dauphiné gewonnen oder starke Leistungen gezeigt.

Besondere Ausgaben

Einige Etappen blieben wegen spektakulärer Leistungen in Erinnerung: So erzielte Iban Mayo 2004 eine beeindruckende Auffahrt auf den Mont Ventoux. Bei der Ausgabe 2005 gewann Iñigo Landaluze das Gesamtergebnis im Trikot von Euskaltel-Euskadi. Solche Auftritte machen die Dauphiné zu einem Schauplatz intensiver Duelle zwischen Kletterern und Gesamtfahrern.

Bedeutung als Vorbereitung

Das Rennen gilt als zuverlässiger Formtest für die Saisonmitte: Fahrer nutzen die Dauphiné, um ihre Bergform, die Zeitfahrleistung und die Renntaktik gegen starke Konkurrenz zu prüfen. Teams testen auch Abläufe und Material unter Wettkampfbedingungen, weshalb viele Favoriten der Tour de France in der Dauphiné starten.

Fazit

Das Critérium du Dauphiné Libéré ist mehr als nur ein regionales Etappenrennen: Es ist ein sportlicher Maßstab im Vorfeld der Tour de France, ein Prüfstein für Bergspezialisten und Gesamtfahrer und eine Veranstaltung mit langer Tradition. Die Kombination aus schweren Alpenetappen, technisch anspruchsvollen Abschnitten und hochkarätiger Besetzung macht es zu einem der wichtigsten Rennen im Radsportkalender.