Der achte Verfassungszusatz besagt, dass der Staat niemanden mit grausamen und ungewöhnlichen Strafen belegen darf.
Parchman wurde 1903 eröffnet. Im Gefängnis gab es ein Programm mit dem Namen "Trusty System". Dies war ein System, in dem einige Gefangene mehr Rechte und Freiheiten hatten als andere. Sie hatten auch Macht über die anderen Häftlinge.
Der Gouverneur von Mississippi, James K. Vardaman, sagte, das Gefängnis werde "wie eine effiziente Sklavenplantage" geführt. Treuhänder hatten Waffen und durften auf Gefangene schießen, die aus der Reihe tanzten. Andere Strafen waren schmerzhaft und hart. Das Gefängnis trennte auch (getrennte) schwarze und weiße Gefangene.
Jahrelang gab es Proteste wegen Bürgerrechtsverletzungen bei Parchman. Schließlich begann der Bürgerrechtsanwalt Roy Haber, Beweise für den Missbrauch zu sammeln. Mit Haber als Anwalt reichten vier Gefangene eine Klage vor dem Bundesgericht ein und erklärten, die Bedingungen im Gefängnis seien grausam und ungewöhnlich. Sie sagten, dass Gefängnistreuhänder und Wärter die Gefangenen absichtlich auf schmerzhafte und erniedrigende Weise bestraft und gefoltert hätten.
Untere Gerichtsentscheidung
Die Klage der Gefangenen, Gates vs. Collier, 349 F. Supp. 881 (1972), ging zunächst an ein Bundesgericht, den United States District Court N.D. Mississippi, Abteilung Greenville. Dieses Gericht entschied stark zugunsten der Gefangenen. Das Gericht befand, dass Parchmans Treuhänder und Wachen viele grausame und ungewöhnliche Strafen verhängten, darunter
- Schläge
- Schießen auf oder um Gefangene herum, manchmal auch Treffer
- Wegnahme der Kleidung von Gefangenen
- Nackte und nasse Gefangene mit Ventilatoren einschalten
- Den Insassen kein Essen, keine Matratzen und keine Hygieneartikel zu geben
- Gefangene mit Handschellen an Zäune oder Gitterstäbe fesseln
- Einsatz eines Viehtreibers bei Gefangenen
- Gefangene zwingen, für lange Zeiträume zu stehen
- Insassen in Stresspositionen bringen (Positionen, die schmerzhaft sind)
Das Gericht entschied, dass das Gefängnis die Rechte des Gefangenen gemäß dem Ersten, Sechsten, Achten und Vierzehnten Verfassungszusatz verletzt habe. Das Gericht wies das Gefängnis an, viele verschiedene Änderungen vorzunehmen, um diese Missbräuche zu beheben. Es wies das Gefängnis auch an, das Treuhandsystem zu beenden.