Spielen (Aktivität)

Spiel ist ein Wort, das in der Psychologie und Ethologie verwendet wird, um freiwillige Aktivitäten zu beschreiben, die mit Freizeitvergnügen und -genuss und mit frühem Lernen bei Säugetieren verbunden sind. Obwohl jeder versteht, was das Wort bedeutet, ist es äusserst schwierig zu definieren. Das Spiel wird gewöhnlich mit Kindern und ihren Aktivitäten auf jugendlicher Ebene in Verbindung gebracht, aber es kann auch eine nützliche Aktivität für Erwachsene sein und kommt auch bei anderen höher funktionierenden Tieren vor.

Viele der bekanntesten Forscher auf dem Gebiet der Psychologie (darunter William James, Sigmund Freud, Carl Jung, Jean Piaget und Lev Vygotsky) haben das Spiel als endemisch für die menschliche Spezies angesehen. Das Spiel mag leichtsinnig sein, aber es kann auch ernsthaft sein. Ein Spieler kann sich intensiv auf sein Ziel (in der Zone) konzentrieren, insbesondere wenn das Spiel strukturiert und zielorientiert ist, wie in einem Spiel. Dementsprechend kann das Spiel von entspannt, temperamentvoll und spontan über frivol bis hin zu geplant oder sogar zwanghaft reichen.

Mit Seifenblasen spielendes Kind
Mit Seifenblasen spielendes Kind

Kätzchen beim Spielen
Kätzchen beim Spielen

Funktion des Spiels

Es hat zwei große Übersichtsarbeiten über die Forschung im Bereich des Tierspiels gegeben, und beide haben gesagt, dass es äußerst schwierig sei, sie zu definieren. Das Spiel ist bei sehr jungen Säugetieren und auch bei einigen Vogelgruppen wie Papageien und Raben fast universell. Daher muss es eine Funktion haben, aber was ist diese Funktion? Es ist definitiv nicht das unmittelbare Überleben. Tatsächlich können die Jungtiere vieler Arten beim Spielen ihr Leben riskieren. vorwort Da es bei so vielen Arten überlebt, muss es einen Überlebenswert haben. Das ist, wie Fagan sagt, ein Paradoxon.

"Das Problem der Definition des Spiels ist eine der größten Herausforderungen für Neurologie, Verhaltensbiologie, Psychologie, Pädagogik und die Sozialwissenschaften im Allgemeinen". Burghardt. Vorwort

Der Hauptgedanke ist, dass das Spiel grundsätzlich nützlich ist, und so lässt es sich durch den normalen Prozess der Evolution durch natürliche Auslese erklären. Dies wurde vor über einem Jahrhundert von Karl Groos vorgeschlagen, und es ist immer noch die mehrheitliche Erklärung.

Identifizieren des Spiels

Forscher kennen die Schwierigkeit zu entscheiden, wann ein Verhalten gespielt wird und wann nicht. Konrad Lorenz hat ein Kriterium entwickelt. Um als "Spiel" bezeichnet zu werden, sollte sich das Verhalten wirklich von der Reaktion in der normalen Situation unterscheiden. Der Spielkampf junger Welpen unterscheidet sich also deutlich von ernsthaften Hundekämpfen, nicht nur in geringerem Maße.

"Der Hauptunterschied ist ... die Aufrechterhaltung aller sozialen Hemmungen im Spiel, selbst bei den ungestümsten und leidenschaftlichsten Spielarten. Vor allem wird die Hemmung gegenüber echtem Beißen aufrechterhalten, während bei ernsthaften Kämpfen, selbst bei den geringsten Auseinandersetzungen, diese Hemmung sofort aufgehoben wird".

Kinderspiel

Das Spiel kann in Form von Improvisation oder Vortäuschung, Performance, Mimikry, Spielen, Sport stattfinden. Das Spiel kann strukturiert sein, mit Zielen und Regeln; wenn dies der Fall ist, ist das Spiel ein "Spiel". Anderes Spiel ist unstrukturiert, ohne Regeln. Die Gurus der Kinderspiele waren Iona und Peter Opie, die sie in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in England sammelten.

Häufig finden Sportarten mit spezifischen Regeln innerhalb ausgewiesener Spielräume, wie z.B. Sportplätzen, statt. Andere Spielräume können Spielplätze mit Geräten und Strukturen sein, die das aktive und soziale Spiel fördern. Einige Spielräume können sich in Innenräumen befinden, wie z.B. in Museen oder Familienunterhaltungszentren.

Das Nationale Institut für das Spiel beschreibt sieben Spielarten:

  1. Einstimmungsspiel, das eine Verbindung herstellt, z.B. zwischen Neugeborenem und Mutter.
  2. Körperspiel, in dem ein Kleinkind die Art und Weise erforscht, wie sein Körper funktioniert und mit der Welt interagiert. Beispiele: lustige Geräusche machen oder entdecken, was bei einem Sturz passiert.
  3. Objektspiele, wie das Spielen mit Spielzeug, das Schlagen auf Töpfe und Pfannen, der Umgang mit physischen Dingen auf eine Weise, die Neugierde weckt.
  4. Soziales Spiel, ein Spiel, das andere in Aktivitäten einbezieht. Beispiele: Stolpern, Grimassen schneiden und Verbindungen mit anderen Kindern herstellen.
  5. Einfallsreiches Spiel (auch "Vortäuschung" oder "Fantasie" genannt). Das Kind erfindet Szenarien aus seiner Phantasie heraus. Es spielt in seiner Traumwelt, zum Beispiel als eine Art Prinzessinnen- oder Piratenspiel.
  6. Erzählendes Spiel (oder Erzählung), das Spiel des Lernens und der Sprache, das den Intellekt entwickelt. Sie können ein Elternteil spielen, der einem Kind vorliest, oder ein Kind, das die Geschichte mit seinen eigenen Worten nacherzählt.
  7. Kreatives Spiel. Das bedeutet Spiel mit der Vorstellungskraft, um einen höheren Geisteszustand zu schaffen. Zum Beispiel könnte ein Erwachsener experimentieren, um eine neue Art und Weise zu finden, ein Musikinstrument zu benutzen; oder, wie man von Einstein wusste, könnte sich eine Person über Dinge wundern, die noch nicht bekannt sind, und mit unbewiesenen Ideen spielen, als Brücke, um neues Wissen zu entdecken.

Piaget hatte einen allgemeinen Rahmen für das Spiel:

  1. Meisterschaftsspiele: z.B. Bauen, Kopieren, Entwerfen
  2. Spiele mit Regeln: z.B. Murmeln, Kriegsspiele, Versteckspiele
  3. Schein- und Fantasiespiele

Getrennt vom selbstinitiierten Spiel wird Spieltherapie als klinische Spielanwendung zur Behandlung von Kindern eingesetzt, die unter Traumata, emotionalen Problemen und anderen Problemen leiden.


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