Quatour für das Ende der Zeit

Quatuor pour la fin du temps ist ein Kammermusikstück des französischen Komponisten Olivier Messiaen. Im englischsprachigen Raum wird es oft mit dem englischen Titel Quartet for the End of Time (Quatuor pour la fin du temps) bezeichnet. Das Stück ist für eine ungewöhnliche Kombination von vier Instrumenten geschrieben: Klarinette (in B-Dur), Violine, Cello und Klavier. Es besteht aus 8 Sätzen. Die Aufführungsdauer beträgt etwa 50 Minuten. Das Werk wurde 1941 unter ungewöhnlichen Umständen uraufgeführt. Es ist ein sehr wichtiges Werk in der Geschichte der klassischen Musik des 20. Jahrhunderts.

Struktur

Das Werk besteht aus acht Sätzen.

Der erste Satz heißt "Liturgie de cristal" ("Chyrstalliturgie") und beschreibt das Aufwachen der Vögel. Alle vier Instrumente spielen diesen Satz.

Der zweite Satz ist "Vocalise, pour l'Ange qui annonce la fin du Temps "Lied für den Engel, der das Ende der Zeit ankündigt". Er wird vom ganzen Quartett gespielt, obwohl die Klarinette im Mittelteil nicht mitspielt.

Der dritte Satz heißt "Abîme des oiseaux" ("Abgrund der Vögel") und wird nur von der Klarinette gespielt. Er ist extrem langsam und der Klarinettist braucht viel Atemkontrolle.

Der vierte Satz ist "Intermède" ("Zwischenspiel") und wird von der Violine, dem Violoncello und der Klarinette gespielt). Er ist schnell und lebhaft.

Der fünfte Satz ist "Louange à l'Éternité de Jésus" ("Lobpreis der Ewigkeit Jesu"). Er wird vom Cello gespielt, begleitet vom Klavier, das nur Akkorde spielt. Er ist wiederum extrem langsam, und der Cellist braucht eine gute Bogenkontrolle.

Der sechste Satz heißt "Danse de la fureur, pour les sept trompettes" ("Tanz des Zorns, für die sieben Trompeten") und wird auf allen vier Instrumenten gespielt. Sie spielen fast durchgehend unisono (die gleichen Noten).

Der siebte Satz heißt "Fouillis d'arcs-en-ciel, pour l'Ange qui annonce la fin du Temps" ("Gewirr der Regenbögen, für den Engel, der das Ende der Zeit ankündigt"), gespielt vom ganzen Quartett. Ein Teil der Musik aus dem zweiten Satz wird wiederholt. Wir hören, wie der Engel vom Regenbogen bedeckt wird.

Der achte Satz ist "Louange à l'Immortalité de Jésus" ("Lob der Unsterblichkeit Jesu"), für Violine und Klavier. Wir hören den Aufstieg des Menschen zu seinem Gott. Die Violine endet mit einem sehr hohen harmonischen Ton.

In dem langen Vorwort am Anfang der Partitur schreibt Messiaen eine kurze Einführung in die Musiktheorie seiner Musik. Er beschreibt die Rhythmen, die er verwendet, und wie sie sich zueinander verhalten. Am Ende sagt er jedoch, dass es nicht notwendig sei, alles über seine Theorie zu lesen, um das Stück aufführen zu können.

Komposition und Uraufführung

Es gab einen besonderen Grund, warum Messiaen dieses Werk für eine ungewöhnliche Kombination von Instrumenten schrieb. Im Jahr 1940, als der Zweite Weltkrieg tobte, fiel Deutschland in Frankreich ein. Messiaen wurde von der deutschen Armee gefangen genommen und als Kriegsgefangener festgehalten. Während er in das Kriegsgefangenenlager gebracht wurde, sprach Messiaen mit einem anderen Gefangenen, Henri Akoka, der Klarinettist war. Messiaen zeigte ihm die Skizzen für ein Klarinettenstück, das er gerade schrieb und das Abîme des oiseaux hieß. Unter den Gefangenen befanden sich auch zwei weitere Berufsmusiker: Jean le Boulaire, ein Geiger und Étienne Pasquier, ein Cellist. Messiaen komponierte das Quatuor für diese drei Musiker mit sich selbst am Klavier. Die Kombination dieser vier Instrumente ist ungewöhnlich, obwohl Paul Hindemith 1938 ein Werk für die gleiche Kombination geschrieben hatte.

Seinen ersten Auftritt hatte das Quartett am 15. Januar 1941 in Görlitz, Deutschland (heute Zgorzelec in Polen). Das Publikum bestand aus etwa vierhundert Kriegsgefangenen. Davor saßen deutsche Gefangenenoffiziere. Die Musik muss dem Publikum seltsam erschienen sein, aber alle hörten höflich zu. Kurz darauf wurde Messiaen aus dem Gefängnis entlassen und ging zurück nach Frankreich.

Inspiration

Messiaen ließ sich von den Worten in der Bibel inspirieren, wo der Engel sagt: "Es wird keine Zeit mehr geben". Diese Worte haben eine andere Bedeutung in Bezug auf die Musik, denn Messiaen schreibt keine Musik mit einer regelmäßigen Anzahl von Takten in einem Takt. Wie beim Frühlingsritus ändert sich die Länge der Takte ständig. Messiaen hatte während des Krieges genug von Soldaten gehört, die zu einem regelmäßigen Eins-zwei-drei-vier-eins-zwei-drei-vier marschierten. Seine Rhythmen in dieser Musik entwickeln sich aus kleinen winzigen rhythmischen Mustern

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