Wenn ein Musikstück in einer Dur-Tonart steht, bezeichnet man als relative Molltonart jene Molltonart, die dasselbe Notenschrift‑Vorzeichen (also die gleichen Kreuze oder Bs) besitzt wie die Durtonart. Man findet sie, indem man die sechste Note der betreffenden Dur-Tonleiter nimmt und von dort eine Molltonleiter bildet. Äquivalent lässt sich die relative Molltonart auch als die kleine Terz (drei Halbtonschritte) unterhalb der Durtonika auffassen. Beispiel: In C‑Dur ist die sechste Note ein A; daher ist a‑Moll die relative Molltonart von C‑Dur (C‑Dur und a‑Moll haben dieselben Vorzeichen: keine Kreuze und keine Bs). Umgekehrt heißt C‑Dur die relative Durtonart von a‑Moll.
Wie man die relative Tonart schnell findet
- Von Dur zu Moll: Nimm die 6. Stufe der Durtonleiter (oder gehe drei Halbtöne nach unten). Beispiel: C → a.
- Von Moll zu Dur: Nimm die 3. Stufe der Molltonleiter (oder gehe drei Halbtöne nach oben). Beispiel: a → C.
- Merksatz: Relative Tonarten haben dieselbe Vorzeichen‑Anzahl in der Notation, unterscheiden sich aber im Tonika (Grundton).
Vollständige Liste der relativen Moll/Dur‑Paare in der Reihenfolge des Quintenzirkels
Im Quintenzirkel stehen Dur‑ und ihre jeweilige relative Molltonart an derselben Position. Unten die gängigen Bezeichnungen in deutscher Notation; bei Erreichen vieler Kreuze oder Bs gibt es enharmonische Entsprechungen.
- C‑Dur / a‑Moll — 0 Vorzeichen
- G‑Dur / e‑Moll — 1 Kreuz (Fis)
- D‑Dur / h‑Moll — 2 Kreuze
- A‑Dur / fis‑Moll — 3 Kreuze
- E‑Dur / cis‑Moll — 4 Kreuze
- H‑Dur / gis‑Moll — 5 Kreuze
- Fis‑Dur / dis‑Moll — 6 Kreuze
- Cis‑Dur / ais‑Moll — 7 Kreuze (häufig enharmonisch als Des/ges etc. notiert)
- F‑Dur / d‑Moll — 1 B (B‑Dur in deutscher Schreibweise = B♭‑Dur)
- B♭ (B‑Dur) / g‑Moll — 2 Bs
- E♭ (Es‑Dur) / c‑Moll — 3 Bs
- A♭ (As‑Dur) / f‑Moll — 4 Bs
- D♭ (Des‑Dur) / b♭‑Moll — 5 Bs
- G♭ (Ges‑Dur) / e♭‑Moll — 6 Bs
- C♭ (Ces‑Dur) / a♭‑Moll — 7 Bs
Wichtige Hinweise und Unterschiede
- Vorzeichen vs. tatsächliche Töne: Die Dur‑ und ihre relative Molltonart teilen sich die gleichen Vorzeichen in der Notation, aber in der Praxis weichen Molltonleitern (insbesondere harmonische und melodische Moll) oft durch erhöhte oder erniedrigte Leitertöne vom natürlichen Moll ab.
- Relative vs. parallele Tonart: Nicht verwechseln mit der parallelen (oder gleichnamigen) Tonart: Diese hat denselben Grundton, aber anderes Vorzeichen (z. B. C‑Dur → c‑Moll ist parallel, nicht relativ).
- Praktischer Tipp am Klavier: Für eine Dur‑Tonart: die relative Molltonart ist die Note, die sechs Stufen höher in der Durtonleiter liegt (oder drei Halbtöne tiefer von der Tonika). Auf der Klaviertastatur sind das oft die gleichen weißen oder schwarzen Tasten, je nach Tonart.
- Modulationen: Da relative Tonarten dieselben Vorzeichen haben, sind sie harmonisch besonders nahe beieinander und werden häufig für sanfte Modulationen oder Tonartwechsel in Kompositionen und Arrangements genutzt.
Wenn Sie möchten, kann ich die Liste in einer Grafik des Quintenzirkels darstellen oder Beispiele mit Notenbildern zeigen, um die Zusammenhänge visuell zu verdeutlichen.