Die Soziobiologie ist ein wissenschaftliches Studiengebiet, das auf der Annahme beruht, dass soziales Verhalten aus der Evolution hervorgegangen ist. Sie versucht, Sozialverhalten auf diese Weise zu erklären und zu untersuchen.
Als Zweig der Ethologie und Soziologie stützt sich die Soziobiologie auf Anthropologie, Evolution, Zoologie, Archäologie, Populationsgenetik und andere Disziplinen. Als eine Studie menschlicher Gesellschaften ist die Soziobiologie mit der darwinistischen Anthropologie, Ethologie und Evolutionspsychologie verwandt.
Die Ethologie untersucht kollektives Tierverhalten, wie Paarungsmuster, Territorialkämpfe, Rudeljagd und die Bienenstockgesellschaft sozialer Insekten. Sie argumentiert, dass Selektionsdruck zur genetischen Evolution von vorteilhaftem Sozialverhalten führte. Mit anderen Worten, ein typisches Verhaltensmuster wird vererbt, weil es die integrative Fitness von Individuen im Vergleich zu anderen Verhaltensweisen erhöht hat. Dies ist die Mainstream-Biologie. Seine Ausdehnung auf das menschliche Sozialverhalten ist für Ethologen absolut normal, aber für andere mag es umstritten sein.
Während sich der Begriff "Soziobiologie" bis in die 1940er Jahre zurückverfolgen lässt, fand das Konzept erst 1975 mit der Veröffentlichung von E.O. Wilsons Buch "Sociobiology" Anerkennung.
Die Soziobiologie basiert auf zwei grundlegenden Prämissen:
- Bestimmte Verhaltensmerkmale werden vererbt,
- Vererbte Verhaltensmerkmale wurden durch natürliche Selektion verfeinert.
- Daher waren diese Merkmale wahrscheinlich in der ursprünglichen Umgebung der Art anpassungsfähig.
- Menschen sind Tiere
- Daher wurde ihr Verhalten durch natürliche Selektion verändert
- Daher ist die Wurzel des menschlichen Verhaltens vererbt, und unsere Fähigkeit, es mit sozialen Mitteln zu ändern, hat Grenzen. Menschen sind keine leeren Schiefertafeln.
Es ist dieser letzte Punkt, der am umstrittensten ist.