Am 4. November gab es eine sehr große Demonstration auf dem Alexanderplatz in Ostberlin. Mehr als 400.000 Menschen nahmen daran teil, und die Demonstration wurde live im ostdeutschen Fernsehen übertragen.
Die Regierung der DDR diskutierte ein neues Gesetz über Reisen nach Westdeutschland und in andere Länder. Am Abend des 9. November 1989 fand eine Pressekonferenz mit dem Pressesekretär des Zentralkomitees der SED, Günter Schabowski, statt. Kurz vor dieser Pressekonferenz hatte Egon Krenz Schabowski ein Blatt Papier über das neue Reisegesetz überreicht. Vor Ende der Pressekonferenz stellte ein Journalist aus Italien Schabowski eine Frage zur Reisefreiheit. Schabowski verlas seinen Zettel, auf dem stand, dass es jedem erlaubt sein sollte, das Land zu verlassen und zurückzukommen, wann immer er oder sie will. Auf die Frage, wann diese Regel in Kraft treten solle, antwortete Schabowski "sofort" und "sofort".
Viele Menschen verfolgten diese Pressekonferenz im Fernsehen, und die westdeutschen Massenmedien berichteten, dass die DDR die Grenzen "sofort" öffnen wolle. Also gingen immer mehr Ostdeutsche an die Mauer, um zu sehen, ob das stimmte. Als sie sahen, dass die Mauer noch geschlossen war, wurden sie immer wütender. Nach 23:00 Uhr wurde die Grenze an einem Grenzkontrollpunkt, an der Bornholmer Straße, geöffnet, und bald folgten die anderen Kontrollpunkte. In dieser Nacht gingen viele Menschen nach West-Berlin und zurück. In den nächsten Tagen und Wochen besuchten Tausende von Menschen Westdeutschland.