Chlorophyta sind eine Sparte der Grünalgen.

Sie umfasst etwa 7.000 Arten von überwiegend aquatischen, photosynthetischen Eukaryoten-Organismen.

Wie die Landpflanzen enthalten Grünalgen die Chlorophylle a und b und speichern Nahrung in Form von Stärke in ihren Plastiden. Die meisten Arten sind in mindestens einer Phase ihres Lebenszyklus Flagellaten.

Sie sind mit den Charophyceae (auch Charophyta genannt) und Landpflanzen verwandt, die zusammen die Viridiplantae bilden.

Die Abteilung umfasst sowohl einzellige als auch mehrzellige Arten. Während die meisten Arten in Süßwasserlebensräumen und eine große Anzahl in Meereslebensräumen leben, sind andere Arten an eine Vielzahl von Umgebungen angepasst. Chlamydomonas nivalis lebt auf alpinen Schneefeldern im Sommer. Andere leben an Felsen oder an verholzten Teilen von Bäumen. Einige Flechten sind symbiotische Beziehungen zwischen Pilzen und Grünalgen.

Angehörige der Chlorophyta gehen auch symbiotische Beziehungen mit Einzellern, Schwämmen und Nesseltieren ein. Einige betreiben sexuelle Fortpflanzung.

Aufbau und Zellstruktur

Chlorophyta zeigen ein breites Spektrum an Bauformen: einzellige Flagellaten, koloniebildende Formen (z. B. Volvox), fädige und gelappte mehrzellige Thalli bis hin zu großformigen Meeresalgen wie Ulva. Typische Merkmale sind:

  • Chloroplasten mit Chlorophyll a und b sowie Carotinoiden; oft mit ausgeprägter Stroma-Organisation und einzelligen oder mehrfachen Pyrenoiden zur Speicherung von Stärke.
  • Zellwand aus Zellulose oder polysaccharidreichen Schichten; bei manchen Arten zusätzliche Kalkablagerungen oder mucilaginöse Hüllen.
  • Flagellen bei motilen Stadien: meist zwei gleichartige oder ungleichartige Flagellen, mit charakteristischen Basalkörpern und Geißelapparat.
  • Speicherstoffe: Stärke (nicht Zellulose) in den Plastiden, im Gegensatz zu vielen anderen Algen, die andere Speicherformen nutzen.

Systematik und Verwandtschaft

Die Chlorophyta umfassen mehrere Klassen, die oft zu den Großgruppen Chlorophyceae, Trebouxiophyceae und Ulvophyceae zusammengefasst werden. Diese Gruppen unterscheiden sich in Morphologie, Flagellenanordnung, Zellteilung und Lebenszyklus. Gemeinsam mit den Charophyceae bilden sie die Viridiplantae, die Großgruppe, aus der auch die Landpflanzen hervorgingen.

Fortpflanzung und Lebenszyklen

Chlorophyta zeigen vielfältige Fortpflanzungsformen:

  • Asexuelle Vermehrung durch Zellteilung, Knospung, Zoosporen oder Fragmentation bei fädigen Formen.
  • Sexuelle Fortpflanzung in unterschiedlichen Modellen: Isogamie (gleich gestaltete Gameten), Anisogamie (verschiedene Gameten) und Oogamie (stationäre Eizelle, bewegliche Spermien).
  • Lebenszyklen variieren: haplontische (meist haploide Phase dominiert), diplontische oder haplodiplontische Zyklen mit unterschiedlichen Generationswechseln kommen vor.

Lebensräume und ökologische Bedeutung

Chlorophyta besiedeln sehr unterschiedliche Habitate:

  • Süßwasser: Seen, Teiche, Flüsse – viele planktonische und benthische Arten.
  • Meere: Küstenbereiche, Gezeitenzonen und subtidale Bereiche (z. B. Algen wie Ulva).
  • Terrestrisch: feuchte Böden, Rinde von Bäumen, Felsen und sogar Schneefelder (Chlamydomonas nivalis).
  • Symbiosen: als phototrophe Partner in Flechten, als symbiotische Partner in Schwämmen, Einzellern und manchen Nesseltieren.

Ökologisch sind Grünalgen wichtige Primärproduzenten, liefern Sauerstoff, bilden Nahrungsgrundlagen in aquatischen Nahrungsnetzen und dienen als Bioindikatoren für Umweltbedingungen. Manche Arten können bei Nährstoffüberfluss Massenentwicklungen (Algenblüten) bilden.

Wirtschaftliche und wissenschaftliche Bedeutung

  • Forschung: Modellorganismen wie Chlamydomonas reinhardtii werden in Zellbiologie, Genetik und Photosyntheseforschung intensiv genutzt.
  • Biotechnologie: Nutzung als Quelle für Bioenergie, Bioplastik, Nahrungsergänzung (Proteine, Vitamine) und als Ausgangsstoffe in der Pharma- und Kosmetikindustrie.
  • Umweltanwendungen: Abwasserreinigung, CO2-Bindung und als Bodenverbesserer in der Landwirtschaft.

Besonderheiten und Beispiele

  • Kolonien: bei Gattungen wie Volvox zeigt sich eine frühe Arbeitsteilung zwischen vegetativen Zellen und Fortpflanzungszellen.
  • Schneealgen: Chlamydomonas nivalis verleiht Sommerschnee oft eine rote Färbung („Blut- oder Sandalgen“), beeinflusst lokale Schmelzprozesse und Ökosysteme.
  • Flechtenpartner: viele terrestrische Flechten enthalten Grünalgen (z. B. Trebouxia), die entscheidend für Lebensraumbesiedlung und Ökologie der Flechten sind.

Zusammenfassung

Chlorophyta sind eine vielfältige Gruppe photosynthetischer Eukaryoten mit großer ökologischer, ökonomischer und wissenschaftlicher Bedeutung. Ihre Anpassungsfähigkeit reicht von Süß- und Meerwasser über terrestrische Lebensräume bis hin zu spezialisierten Nischen wie Schneefeldern oder als Symbionten in Flechten und Wirten.