Chlorophyll ist ein grüner Farbstoff, der in den Membranen der Chloroplasten von Pflanzen vorkommt und auch in vielen Algen sowie Cyanobakterien zu finden ist. Seine wichtigste Aufgabe ist es, Licht zu absorbieren und die dabei gewonnene Energie in Form chemischer Energie nutzbar zu machen. Diese Energie treibt die Photosynthese an, bei der Kohlenstoffdioxid und Wasser zu Zucker umgewandelt werden, hauptsächlich zu Glukose. Die in der Glukose gespeicherte Energie wird von der Pflanze bei Bedarf wieder frei — zum Beispiel durch Zellatmung (Atmung) — und dient dem Wachstum, der Reparatur und anderen Lebensprozessen.
Aufbau von Chlorophyll
Auf chemischer Ebene besteht Chlorophyll aus einem ringförmigen Molekül (Porphyrinring) mit einem zentral gebundenen Magnesiumion und einem langen, hydrophoben Phytol-Rest. Diese Struktur erlaubt es dem Molekül, in die Thylakoidmembran der Chloroplasten eingebettet zu sein und Licht effizient an die photosynthetischen Reaktionszentren weiterzuleiten.
Arten von Chlorophyll
- Chlorophyll a: Das primäre photosynthetische Pigment; unverzichtbar für die Lichtreaktionen.
- Chlorophyll b: Häufiges Akzeptorpigment in höheren Pflanzen und Grünalgen; erweitert das Absorptionsspektrum.
- Weitere Formen (c, d, f) kommen in verschiedenen Algen und Mikroorganismen vor; zudem gibt es verwandte Moleküle wie Bakteriochlorophyll bei einigen Bakterien.
Funktion bei der Photosynthese
Chlorophyll absorbiert Photonen und bringt Elektronen in einen angeregten Zustand. Diese Elektronen werden in einer Reihe von Reaktionen (Elektronentransportkette) weitergegeben, wodurch ein Protonengradient über die Thylakoidmembran aufgebaut wird. Die daraus folgende ATP-Bildung und die Reduktion von NADP+ zu NADPH liefern die Energie- und Reduktionsäquivalente, die der Calvin‑Zyklus benötigt, um CO2 in organische Moleküle wie Glukose zu fixieren.
Absorptionsspektrum und Farbe
Chlorophyll absorbiert Licht am stärksten im blauen und roten Bereich des elektromagnetischen Spektrums, während grünes Licht nur schlecht aufgenommen wird. Dieses reflektierte grüne Licht erklärt, warum Blätter und häufig auch Stängel für uns grün erscheinen. In der Vegetationsperiode dominiert Chlorophyll; im Herbst wird es abgebaut und andere Pigmente (z. B. Carotinoide) werden sichtbar, wodurch die Herbstfarben entstehen.
Vorkommen und Bedeutung
Chlorophyll kommt in den meisten grünen Pflanzen vor, aber auch in vielen Algen und Cyanobakterien. Es ist grundlegend für das Leben auf der Erde, weil die Photosynthese die Grundlage der Nahrungsnetze bildet und atmosphärischen Sauerstoff produziert. Darüber hinaus wird Chlorophyll technisch und kosmetisch genutzt (z. B. als natürlicher Farbstoff oder Forschungstool), und seine Eigenschaften sind Gegenstand intensiver Forschung — etwa zur Verbesserung der Ernteerträge oder zur Entwicklung künstlicher Photosynthese.
Kurze historische Anmerkung
Chlorophyll wurde erstmals 1817 isoliert. Seitdem hat sich das Verständnis seiner Rolle und seines Aufbaus stark vertieft, was wichtige Beiträge zur Botanik, Biochemie und Ökologie lieferte.



![Absorptionsmaxima der Chlorophylle gegen das Spektrum des weißen Lichts. [Quelle?]](https://www.alegsaonline.com/image/220px-Chlorofilab.png)




