Koordinaten: 37°22′0″W 5°58′058′0 / 37.36667°N 5.96667°W / 37.36667; -5.96667

Andalusien (spanisch: Andalucía) ist die bevölkerungsreichste der 17 autonomen Gemeinschaften Spaniens und mit rund 87.268 km² die zweitgrößte der Regionen. Das Gebiet ist in acht Provinzen unterteilt: Almería, Cádiz, Córdoba, Granada, Huelva, Jaén, Málaga und Sevilla. Die Hauptstadt ist die Stadt Sevilla (spanisch: Sevilla).

Geografische Lage

Andalusien liegt im Süden der Iberischen Halbinsel: es grenzt im Norden an die Autonomen Gemeinschaften Extremadura und Kastilien-La Mancha, im Osten an die Autonome Gemeinschaft Murcia und an das Mittelmeer, im Westen an Portugal und den Atlantischen Ozean sowie im Süden an das Mittelmeer und die Straße von Gibraltar. Das kleine britische Überseeterritorium Gibraltar teilt sich eine Landgrenze mit der andalusischen Provinz Cádiz am östlichen Ende der Straße von Gibraltar.

Physische Merkmale

Die Landschaft Andalusiens ist sehr abwechslungsreich: im Süden und Südosten dominieren lange Küstenstreifen (Costa del Sol, Costa de la Luz) und ausgedehnte Strände, im Inneren erstrecken sich fruchtbare Becken wie das des Guadalquivir, und im Norden finden sich mehrere Gebirgszüge. Zu den markantesten Erhebungen gehört die Sierra Nevada mit dem Mulhacén (ca. 3.479 m), dem höchsten Berg der spanischen Halbinsel. Weitere wichtige Gebiete sind das trockene, fast wüstenähnliche Gebiet um Almería (Parque Natural Cabo de Gata-Níjar) sowie das geschützte Naturgebiet Doñana an der Mündung des Guadalquivir, das zu den bedeutendsten Feuchtgebieten Europas zählt.

Klima

Das Klima in Andalusien variiert zwischen mediterranem Klima an der Küste (warme, trockene Sommer; milde, feuchtere Winter) und kontinentaleren Bedingungen im Inland (größere Temperaturschwankungen). In einigen inneren und östlichen Bereichen, insbesondere in der Provinz Almería, herrschen semiaride bis aride Bedingungen. Die Region gehört zu den sonnigsten und heißesten Spaniens, was den Tourismus und die Landwirtschaft stark beeinflusst.

Provinzen und Verwaltung

Andalusien gliedert sich in acht Provinzen, die jeweils ein breites Spektrum an Kultur, Geschichte und Natur repräsentieren:

  • Almería
  • Cádiz
  • Córdoba
  • Granada
  • Huelva
  • Jaén
  • Málaga
  • Sevilla

Wirtschaft

Wirtschaftlich ist Andalusien stark diversifiziert: Landwirtschaft (insbesondere Olivenanbau und Olivenölproduktion, aber auch Wein, Zitrusfrüchte, Gemüse und frisches Obst), Fischerei, Bergbau in bestimmten Regionen sowie Industrie und Dienstleistungen prägen die Wirtschaft. Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: Millionen Besucher kommen jährlich wegen Sonne, Strand, kultureller Sehenswürdigkeiten (z. B. maurische Architektur, historische Städte) und Festen.

Kultur und Gesellschaft

Andalusien ist kulturell prägend für Spanien: die Region gilt als Geburtsort des Flamenco und ist bekannt für lebendige Traditionen wie die Semana Santa (Karwoche) und die Feria de Abril in Sevilla. In den Städten finden sich bedeutende Zeugnisse verschiedener Epochen, darunter römische Ruinen, mittelalterliche und maurische Bauwerke (z. B. die Alhambra in Granada, die Mezquita von Córdoba) sowie barocke und moderne Architektur. Die Amtssprache ist Spanisch; regional gibt es dialektale Besonderheiten wie das andalusische Spanisch.

Kurze historische Einordnung

Die Geschichte Andalusiens ist geprägt von der langen Epoche al-Andalus (arabisch-islamische Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel) und der anschließenden Reconquista, nach der die Region Teil des Königreichs Kastilien wurde. Die vielfältige Vergangenheit spiegelt sich bis heute in Architektur, Sprache, Landnutzung und Kultur wider.

Schnelle Fakten

  • Fläche: ca. 87.268 km²
  • Bevölkerung: rund 8,4 Millionen Einwohner (Schätzung; Zahl variiert mit aktuellen Zähldaten)
  • Hauptstadt: Sevilla
  • Höchster Gipfel: Mulhacén (Sierra Nevada), ca. 3.479 m
  • Wichtiger Fluss: Guadalquivir – wirtschaftlich und historisch bedeutendes Flusstal
  • Naturräume: Doñana (großes Feuchtgebiet), Sierra Nevada, Cabo de Gata
  • Besonderheiten: intensiver Olivenanbau (Olivenölproduktion), starke touristische Ausrichtung an Küste und in den historischen Städten

Transportinfrastruktur umfasst wichtige Seehäfen wie Algeciras und Cádiz, internationale Flughäfen (Málaga, Sevilla, Granada, Jerez, Almería) sowie ein dichtes Straßennetz und Schienenverbindungen, die Andalusien mit dem Rest Spaniens und dem Mittelmeerraum verbinden.