Ryūjin (japanisch 龍神 "Drachengott", auch Rinjin und Owatatsumi genannt) war der Gott des Meeres in der japanischen Mythologie. Er war ein Drache, ein Symbol für die Kraft des Ozeans, hatte einen sehr großen Mund und konnte sich in menschliche Gestalt verwandeln. Ryūjin lebte in Ryūgū-jō, seinem Palast unter dem Meer, der aus roten und weißen Korallen gebaut war, von wo aus man glaubte, dass er die Gezeiten mit magischen Gezeitenjuwelen kontrollieren konnte. Meeresschildkröten, Fische und Quallen waren die Diener von Ryūjin.

Ryūjin war der Vater der schönen Göttin Otohime, die den Jägerprinzen Hoori heiratete. Der erste Kaiser von Japan, Kaiser Jimmu, soll ein Enkel von Otohime und Hoori gewesen sein. Das bedeutet, dass Ryūjin als einer der Vorfahren der japanischen Kaiserdynastie angesehen wird.

Eine Legende über Ryūjin ist die Geschichte darüber, wie die Qualle ihre Knochen verlor. Diese Geschichte erzählt, dass Ryūjin einmal das Herz eines Affen essen wollte und die Qualle schickte, um ihm einen Affen zu besorgen. Dem Affen gelang es, der Qualle zu entkommen, indem er ihm erzählte, dass er sein Herz in ein Glas im Wald gesteckt hatte und ihm anbot, es zu holen. Als die Qualle zurückkam und Ryūjin erzählte, was passiert war, wurde Ryūjin so wütend, dass er die Qualle schlug, bis alle Knochen gebrochen waren.