Berliner sind ein kleines, rundes, meist gefülltes Hefegebäck, das in Deutschland und in großen Teilen Mitteleuropas verbreitet ist. Traditionell werden sie aus einem süßen Hefeteig hergestellt, in heißem Fett ausgebacken und anschließend mit einer süßen Füllung versorgt sowie bestäubt oder glasiert.

Herstellung und typische Zutaten

Der Grundteig eines Berliners besteht üblicherweise aus Mehl, Milch, Eiern, Zucker, Butter und frischer oder Trockenhefe. Nach dem ersten Aufgehen werden aus dem Teig Kugeln geformt, die vor dem Ausbacken nochmals ruhen. Die Frittierdauer ist kurz (bei etwa 170–180 °C), sodass das Innere weich bleibt und eine goldbraune Kruste entsteht. Die Füllung wird meist nach dem Frittieren mit einer großen Spritze in das Gebäck injiziert.

Typische Füllungen und Überzüge sind:

  • fruchtige Marmelade- oder Konfitürenfüllungen (z. B. Himbeere, Erdbeere)
  • Vanillepudding oder Pudding- bzw. Bayerische Sahne
  • Schokoladencreme, Mokka oder Eierlikör
  • Puderzucker, herkömmliche Zuckerglasur oder Schokoladenglasur als Überzug

Regionale Bezeichnungen in Deutschland und Nachbarländern

Der Name variiert regional stark. Während in vielen Teilen Deutschlands die Bezeichnung Berliner geläufig ist, nennt man das Gebäck in Berlins, Brandenburgs und in Teilen Sachsens Pfannkuchen (in anderen Regionen Deutschlands sind „Pfannkuchen“ hingegen Eierkuchen). In Süd- und Mitteldeutschland, besonders in Bayern, sowie in großen Teilen Österreichs heißen sie Krapfen. Weitere regionale Namen sind in Hessen Kräppel oder Kreppel und in der Pfalz Fastnachtsküchelchen.

In Teilen Norditaliens, insbesondere in Südtirol, sind sie als Krafen oder Krapfen bekannt. In vielen slawischen Ländern gibt es sehr ähnliche Gebäcke: in Slowenien krof, in Kroatien krafne, in Bosnien und Serbien krofne. In Polen kennt man sie als pączki, in der Tschechischen Republik als kobliha und in Ungarn als fánk. Alle diese Zubereitungen sind im Wesentlichen vergleichbar.

Internationale Varianten und Bezeichnungen

Im englischsprachigen Raum werden Berliner oft zu den Doughnuts gezählt. Gefüllt mit Marmelade, Gelee, Pudding oder Schlagsahne nennt man sie dort meist „jelly doughnuts“. In Südaustralien ist das Kitchener-Brötchen eine seitlich eingeschnittene Variante, die mit Marmelade und Sahne gefüllt wird. In Nordamerika heißt ein rundes, gefülltes Exemplar mit Gelee oder Pudding oft „Bismarck“, während ein länglicher, gefüllter Donut als „Long John“ bekannt ist. In Kanada gibt es regionale Bezeichnungen wie „Jambuster“ (Manitoba) oder „Burlington bun“ (Neuschottland).

In Portugal sind die Berliner etwas größer und als Bolas de Berlim bekannt; gefüllt werden sie in der Regel mit einer gelben Eigelbcreme (creme pasteleiro) und mit Zucker bestreut. Ähnliche Varianten finden sich in vielen Ländern Lateinamerikas (z. B. Chile, Uruguay, Argentinien), wo neben Pudding (crema pastelera) auch manjar blanco oder Konfitüren verwendet werden. In Brasilien heißen sie Sonhos („Träume“) und werden traditionell mit gelber Creme gefüllt; moderne Füllungen enthalten auch doce de leite oder Schokolade.

In Israel ist die Sufganiyah (Plural Sufganiyot) eine traditionelle Chanukka-Spezialität; sie ist meist mit Marmelade gefüllt, es gibt aber zahlreiche moderne Varianten.

Kulturelles Brauchtum und Servierweise

Berliner werden in Deutschland traditionell zu besonderen Anlässen wie Silvester sowie während der Karnevalszeit (manchmal als Mardi Gras bezeichnet) gegessen. Ein bekannter Streich besteht darin, einige Berliner heimlich mit Senf statt mit Marmelade zu füllen und sie zusammen mit normalen Berlinern zu servieren.

Serviervorschläge: Berliner schmecken frisch und leicht warm am besten, üblicherweise zu Kaffee oder Tee. Sie sind ein beliebtes Gebäck auf Jahrmärkten, bei Festen und in Bäckereien.

Aufbewahrung und Ernährungsaspekte

Frisch frittiert sind Berliner am aromatischsten; innerhalb eines Tages verlieren sie deutlich an Geschmack und Textur. Zum Aufbewahren eignen sie sich am besten luftdicht verpackt im Kühlschrank (kurzfristig) oder einzeln eingefroren für längere Zeit; vor dem Verzehr kurz erwärmen. Nährwertmäßig sind Berliner energiereich — sie enthalten relativ viel Fett und Zucker — und sollten, wie andere frittierte Süßwaren, in Maßen genossen werden.

Kurz zur Geschichte

Die genaue Herkunft des Berliners ist nicht vollständig geklärt. Fest steht, dass ähnliche frittierte, gefüllte Teigwaren seit Jahrhunderten in Mitteleuropa bekannt sind und dass die heute gebräuchlichen Formen und Namen regional variieren. Die moderne, mit Spritze gefüllte Zubereitung ist weit verbreitet und wurde im Lauf des 19. und 20. Jahrhunderts standardisiert.