Die Weltmeisterschaft 2010 war die 19. FIFA Fussball-Weltmeisterschaft, das größte internationale Turnier im Herrenfußball mit 32 Nationalmannschaften. Sie fand vom 11. Juni bis zum 11. Juli 2010 in Südafrika statt und war die erste Fußball-Weltmeisterschaft, die auf dem afrikanischen Kontinent ausgetragen wurde. Zur Bewerbung für das Turnier hatte die FIFA im Vorfeld entschieden, dass nur Verbände aus Afrika Gastgeberländer stellen dürfen; im Jahr 2004 wählte die FIFA Südafrika als ersten afrikanischen Gastgeber aus.
Austragungsorte und Spielmodus
Die Spiele wurden in 10 Stadien in 9 Städten im ganzen Land ausgetragen. Das Finale fand im traditionsreichen Soccer City in Johannesburg statt. Das Turnier begann mit einer Gruppenphase: Die 32 Mannschaften wurden in acht Gruppen zu je vier Teams aufgeteilt, in denen jede Mannschaft gegen die drei anderen Teams ihrer Gruppe spielte. Die beiden bestplatzierten Teams jeder Gruppe qualifizierten sich für die K.o.-Runde. Ab dem Achtelfinale wurde im K.o.-System gespielt; eine Mannschaft muss drei K.o.-Spiele gewinnen (Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale), um das Finale zu erreichen, und im Falle eines Unentschiedens in der regulären Spielzeit folgte gegebenenfalls die Verlängerung und ein Elfmeterschießen.
Turnierverlauf und Höhepunkte
Im Finale gewann Spanien, zu diesem Zeitpunkt auch aktueller Europameister, das Turnier. Sie besiegten die Niederlande in der Verlängerung mit 1:0 durch einen Treffer von Andrés Iniesta in der 116. Minute. Damit sicherte sich Spanien seinen ersten Weltmeistertitel und wurde außerdem die erste europäische Mannschaft, die eine Weltmeisterschaft außerhalb Europas gewann. Bemerkenswert ist, dass Spanien das Turnier gewann, obwohl es sein erstes Gruppenspiel verlor — ein Novum in der WM-Geschichte.
Überraschend scheiterten Gastgeber Südafrika, der Titelverteidiger (Italien) und der Finalist (Frankreich) der vorherigen Weltmeisterschaft bereits in der Gruppenphase. Es war das erste Mal, dass das Gastgeberland nicht die K.o.-Runde erreichte. Neuseeland blieb während des Turniers ungeschlagen (drei Unentschieden) und schied dennoch in der Gruppenphase aus — die einzige Mannschaft, die ohne Niederlage ausschied.
Statistiken & Auszeichnungen
- Teilnehmer: 32 Mannschaften
- Spiele: 64
- Tore: 145
- Topscorer / Golden Boot: Thomas Müller (Deutschland) mit 5 Toren
- Golden Ball (bester Spieler): Diego Forlán (Uruguay)
- Golden Glove (bester Torhüter): Iker Casillas (Spanien)
- Bestes Junges Talent: Thomas Müller (Deutschland)
- Fair-Play-Preis: Spanien
Besondere Merkmale und Kontroversen
Die WM 2010 war geprägt von einigen sehr markanten Aspekten: akustisch prägten die Vuvuzelas das Turnier und sorgten weltweit für Diskussionen über Lärmpegel und Atmosphäre in den Stadien. Auf sportlicher Ebene löste das Spiel England gegen Deutschland (2:4) und insbesondere das nicht gegebene Tor von Frank Lampard gegen Deutschland hitzige Debatten sowie die Forderung nach technisch-unterstützter Torentscheidungen aus — ein Anlass, der die Einführung der Torlinientechnologie und später weiterer technischer Hilfen im Fußball beschleunigte.
Spielstil und Bedeutung
Die spanische Mannschaft überzeugte während des Turniers durch ihr dominantes Ballbesitzspiel und kombinationsstarken Stil (häufig als tiki-taka bezeichnet), angeführt von Spielern wie Xavi, Andrés Iniesta und Iker Casillas. Der Erfolg Spaniens etablierte das Land an der Spitze des Weltfußballs und prägte die künftige taktische Diskussion im internationalen Fußball.
Vermächtnis
Die WM 2010 hinterließ ein vielfältiges Erbe: Sie zeigte, dass große Turniere erfolgreich auch außerhalb der traditionellen Gastgeberregionen stattfinden können, und löste technische Reformen im Fußball aus. Zudem brachte sie neue Stars hervor und festigte andere als Weltklassespieler. Nicht zuletzt blieb die Veranstaltung in Erinnerung durch ihre einmalige Atmosphäre, die Diskussionen um Lärmkultur und ihre sportlichen Überraschungen.
Zusammenfassend war die FIFA WM 2010 in Südafrika ein sportlich und kulturell bedeutendes Turnier: historisch als erste WM in Afrika, sportlich durch Spaniens erstmaligen Triumph und kontrovers durch Diskussionen über Schiedsrichterentscheidungen und die laute Begleitkulisse.








