Emanuel Feuermann – österreichisch‑amerikanischer Cellist und Virtuose (1902–1942)
Emanuel Feuermann (1902–1942) – österreichisch‑amerikanischer Cellist und Virtuose; gefeierter Interpret, wegweisende Aufnahmen und prägender Einfluss auf die klassische Musik.
Emanuel Feuermann (geboren in Kolomyia, Österreich-Ungarn, 22. November 1902; gestorben in New York City, 25. Mai 1942) war ein berühmter österreichischer Cellist, der eingebürgerter Amerikaner wurde. Während seiner kurzen Karriere galt er als der weltgrößte Cellist nach Pablo Casals.
Biografie
Feuermann wurde als musikalisches Wunderkind bekannt: Schon in jungen Jahren trat er öffentlich auf und machte durch seine technische Brillanz und musikalische Reife auf sich aufmerksam. Er erhielt eine umfassende musikalische Ausbildung und entwickelte sich schnell zu einem der führenden Cellisten Europas. In den 1920er und frühen 1930er Jahren baute er sich eine internationale Karriere als Solist und Kammermusiker auf und trat in wichtigen Musikzentren auf.
Werdegang und Emigration
Mit dem politischen Umschwung in Europa in den 1930er Jahren änderten sich auch für Feuermann die Lebensumstände. Wie viele jüdische und auf dem Kontinent bedrohte Künstler verließ er schließlich das nationalsozialistisch geprägte Deutschland und setzte seine Karriere im englischsprachigen Raum und später in den Vereinigten Staaten fort. In den USA setzte er seine Konzerttätigkeit fort, wirkte als Pädagoge und wurde schließlich amerikanischer Staatsbürger.
Spielweise und Repertoire
Feuermanns Spiel wurde von Zeitgenossen für seine makellose Technik, den warmen, differenzierten Ton und die große musikalische Einfühlung gerühmt. Sein Repertoire umfasste die großen Konzertwerke für Violoncello (darunter klassische und romantische Konzerte sowie moderne Kompositionen), Sonaten und Kammermusik. Zu seinen häufig gespielten Werken zählten unter anderem Konzerte und Sonaten von Komponisten wie Haydn, Boccherini, Schumann, Dvořák sowie Sololiteratur und Kammermusik, die die expressive und technische Bandbreite seines Instruments zur Geltung brachten.
Aufnahmen, Zusammenarbeit und Vermächtnis
Feuermann hinterließ eine Reihe von Schallplatten- und Bandaufnahmen, die bis heute wegen ihrer musikalischen Klarheit und technischen Präzision geschätzt werden. Er arbeitete mit bedeutenden Musikern seiner Zeit zusammen und prägte durch Unterricht und Konzerte mehrere nachfolgende Generationen von Cellisten. Sein früher Tod im Jahr 1942 beendete eine außergewöhnlich produktive Karriere, doch sein Einfluss auf die Cellointerpretation ist bis heute spürbar.
Bedeutung
Emanuel Feuermann gilt als einer der wichtigsten Cellisten des 20. Jahrhunderts. Zeitgenössische Kritiker und Kollegen hoben neben seiner technischen Meisterschaft besonders seine musikalische Gestaltungskraft hervor. Heute wird er neben Figuren wie Pablo Casals genannt, wenn es um die prägende Entwicklung der modernen Cellotechnik und -interpretation geht.
Weiteres
- Werke: Feuermann spielte ein weitgefächertes Repertoire von Barock bis Zeitgenössisch und setzte künstlerische Schwerpunkte sowohl im Solobereich als auch in der Kammermusik.
- Aufnahmen: Viele historische Aufnahmen sind weiterhin erhältlich und dienen als Referenz für Schüler und Liebhaber des Violoncellos.
- Wirkung: Sein Stil und seine Lehrweise beeinflussen bis heute die Ausbildung und Aufführungspraxis von Cellisten.
Leben
Feuermanns Eltern waren Amateurmusiker. Sein Vater begann, ihm die Geige beizubringen, aber der kleine Junge wollte sie wie ein Cello zwischen den Beinen halten, also kaufte ihm sein Vater ein kleines Cello. 1909 zog die Familie nach Wien, damit er das Cello bei dem berühmten Friedrich Buxbaum, dem Cellisten des Rosé-Quartetts und Solocellisten der Wiener Philharmoniker, erlernen konnte. Danach studierte er bei Anton Walter an der Musikakademie in Wien. Im Februar 1914, im Alter von zwölf Jahren, spielte er in seinem ersten Konzert mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Felix Weingartner das Cellokonzert in D von Joseph Haydn.
1917 ging Feuermann nach Leipzig, wo er bei Julius Klengel studierte. Klengel hielt seinen jungen Schüler für unglaublich talentiert, aber er kannte nicht viel von großer Cellomusik. Feuermann arbeitete sehr hart. Klengel war ein guter Lehrer für ihn
1919 starb Friedrich Grützmacher und Klengel empfahl Feuermann, seine Stelle am Gürzenich-Konservatorium in Köln anzutreten. Obwohl er sehr jung war, bekam er die Stelle, die ein sehr gutes Gehalt hatte, aber er erhielt nicht den Titel "Professor".
In den 1920er Jahren gab er viele Konzerte auf der ganzen Welt. Im Jahr 1929 wurde er Professor an der Musikhochschule in Berlin und spielte mit berühmten Persönlichkeiten wie den Geigern Carl Flesch, Szymon Goldberg, Joseph Wolfsthal und Jascha Heifetz, dem Komponisten und Bratschisten Paul Hindemith und dem Pianisten Artur Rubinstein.
Mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus verlor er am 3. April 1933 seine Stelle am Berliner Konservatorium, weil er Jude war. Er zog nach London. Er unternahm eine Tournee durch Japan und die Vereinigten Staaten, wo er das Haydn-Konzert mit den New Yorker Philharmonikern unter der Leitung von Bruno Walter spielte. Einige Musikkritiker waren von seinem Spiel nicht sehr beeindruckt. Einige Tage später gab er jedoch ein Rezital. Nahezu alle professionellen Cellisten in New York waren dort, weil sie gehört hatten, dass Feuermann ein Ausnahmespieler war. Das Publikum war äußerst enthusiastisch, und sogar die Musikkritiker änderten ihre Meinung.
Im Jahr 1935 heiratete er. Er zog mit seiner Frau nach Zürich, befand sich aber zur Zeit des Anschlusses zufällig in Wien, während seine Frau und seine kleine Tochter noch in Zürich waren. Bronislaw Huberman verhalf Feuermann und seiner Familie im September 1938 zur Flucht nach Israel. Am Ende des Jahres gingen sie in die Vereinigten Staaten und beantragten die amerikanische Staatsbürgerschaft.
Er unterrichtete am Curtis Institute of Music und gab Konzerte und machte Aufnahmen mit anderen großen Musikern wie Artur Schnabel, Bronislaw Huberman und vor allem mit dem Pianisten Franz Rupp.
Feuermann starb 1942 nach einer kleinen Operation an Hämorrhoiden an einer Infektion.
Sein Ruf
Feuermann war einer der größten Cellisten, der je gelebt hat. Das Cello war damals nicht oft als Soloinstrument zu hören, aber Feuermann und Pablo Casals brachten die Menschen dazu, ihre Meinung zu ändern. Feuermann übte eigentlich nicht sehr viel allein, aber wenn er mit anderen Leuten Musik machte, arbeitete er sehr hart an allen Details. Er liebte das Unterrichten. Er liebte auch schnelle Autos. Seine Familie war ihm sehr wichtig.
Viele glauben, dass Feuermanns Interpretation des Cellokonzerts von Antonín Dvořák und seine Aufführung des Doppelkonzerts von Johannes Brahms mit Jascha Heifetz zu den besten überhaupt gehören.
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