Die Ägypter glaubten, dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Mensch und Tier ein wesentliches Element der kosmischen Ordnung sei; daher glaubte man, dass Menschen, Tiere und Pflanzen Mitglieder eines einzigen Ganzen seien. p117 Rinder waren das wichtigste Vieh; Vieh wurde besteuert; die Größe einer Herde spiegelte das Prestige und die Bedeutung des Gutes oder Tempels wider, dem sie gehörten. Zusätzlich zu den Rindern hielten die alten Ägypter Schafe, Ziegen und Schweine. Geflügel wie Enten, Gänse und Tauben wurden in Netzen gefangen und auf Farmen gezüchtet, wo sie mit Teig zwangsgefüttert wurden, um sie zu mästen. p381 Der Nil bot eine reiche Fischquelle. Bienen wurden zumindest aus dem Alten Königreich domestiziert und lieferten sowohl Honig als auch Wachs. p409
Die alten Ägypter benutzten Esel und Ochsen als Lasttiere. Sie pflügten die Felder und trampelten Samen in den Boden. Die Schlachtung eines gemästeten Ochsen war Teil eines Opferrituals. p381 Pferde wurden von den Hyksos in der zweiten Zwischenzeit eingeführt, und das Kamel, obwohl aus dem Neuen Reich bekannt, wurde erst in der Spätzeit als Lasttier verwendet. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Elefanten in der Spätzeit kurzzeitig verwendet wurden, aber aufgrund mangelnder Weideflächen weitgehend aufgegeben wurden. Hunde, Katzen und Affen waren gewöhnliche Haustiere der Familie, während exotischere Haustiere, die aus dem Herzen Afrikas importiert wurden, wie z.B. Löwen, dem Königshaus vorbehalten waren. Herodot beobachtete, dass die Ägypter die einzigen Menschen waren, die ihre Tiere in ihren Häusern mit sich führten. Während der prädynastischen und späten Zeit war die Anbetung der Götter in ihrer Tierform äußerst populär, wie z.B. der Katzengöttin Bastet und des Ibisgottes Thoth, und diese Tiere wurden in großer Zahl auf Bauernhöfen zum Zweck ritueller Opfer gezüchtet. p229