Wiederkäuer

Ein Wiederkäuer ist ein Säugetier, das pflanzliche Nahrung wie Gras frisst und verdaut. Zu den wiederkäuenden Säugetieren gehören Rinder, Ziegen, Schafe, Giraffen, Bisons, Yaks, Wasserbüffel, Hirsche, Kamele, Alpakas, Lamas, Gnus, Antilopen, Pronghorn und Nilgai. Alle von ihnen sind Artiodactyla, Paarhufer. Das Wort "Wiederkäuer" kommt von dem lateinischen Wort ruminare, was "wiederkäuen" bedeutet.

Ein Hirsch ist ein Wiederkäuer.
Ein Hirsch ist ein Wiederkäuer.

Wo Wiederkäuer gefunden werden

Es gibt 3,5 Milliarden Hauswiederkäuer, von denen etwa 95% Rinder, Ziegen und Schafe sind.

Außerdem gibt es etwa 75 Millionen Wildwiederkäuer. Sie sind überall zu finden, außer auf den Kontinenten Australien und Antarktis. Die meisten von ihnen leben in Europa, Afrika und Asien.

Wie das Wiederkäuen funktioniert

Das Wiederkäuen funktioniert, indem man zunächst ganz normal kaut und schluckt und dann die halbverdaute Keule wieder erbricht, um sie erneut zu kauen und so den größten Nährwert aus ihr herauszuholen.

Beim Wiederkäuen werden die halb verdauten Nahrungsteilchen kleiner, bevor sie den Verdauungsprozess durchlaufen können.

Einzelheiten

Der Hauptunterschied zwischen einem Wiederkäuer und Nichtwiederkäuern (wie Menschen, Hunden und Schweinen) besteht darin, dass Wiederkäuer einen Vier-Kompartiment-Magen haben.

Die vier Teile des Magens sind Pansen, Retikulum, Omasum und Labmagen. In den ersten beiden Kammern, dem Pansen und dem Netzmagen, wird die Nahrung mit Speichel vermischt und trennt sich in Schichten aus festem und flüssigem Material. Feste Stoffe verklumpen zusammen und bilden den Cud oder Bolus.

Das Wiederkäuen wird dann regurgitiert (bis zum Mund geführt) und langsam gekaut. Fasern, insbesondere Zellulose, werden von Mikroben (Bakterien, Archaeen, Protozoen und Pilze) abgebaut.

Auch wenn Pansen und Netzmagen unterschiedliche Namen tragen, handelt es sich um denselben Funktionsraum, da sich die Digesta (Nahrungsstoff) zwischen ihnen hin- und herbewegen kann.

Die Digesta gelangt dann in die nächste Kammer, das Omasum, wo Wasser und viele der mineralischen Elemente in den Blutstrom aufgenommen werden.

Danach wird die Digesta in den eigentlichen Magen, den Labmagen, verlagert. Hier findet die Verdauung statt.

Die Digesta wird schließlich in den Dünndarm transportiert, wo die Nährstoffe resorbiert werden. Im Dickdarm wird Wasser absorbiert, so dass der Abfall zurückbleibt.

Fast die gesamte Glukose, die beim Abbau der Zellulose entsteht, wird von den Mikroben im Pansen verwendet, so dass Wiederkäuer in der Regel wenig Glukose aus dem Dünndarm aufnehmen. Vielmehr wird der Bedarf der Wiederkäuer an Glukose (ggf. für Hirnfunktion und Laktation) von der Leber gedeckt.

Grobe Darstellung des Verdauungssystems eines Wiederkäuers
Grobe Darstellung des Verdauungssystems eines Wiederkäuers


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