Pro-Sklaverei war eine Ideologie, die die Praxis der Sklaverei förderte und sich gegen jede Einmischung in das System verteidigte. In den 1830er Jahren wurde die Sklaverei vor allem im Süden der Vereinigten Staaten praktiziert. Afroamerikanische Sklaven wurden als Eigentum betrachtet. Sklavenbesitzer rechtfertigten, dass sie Eigentum waren, weil Sklaven schwarz waren - mit anderen Worten: keine Menschen. Sklaven wurden auf großen Plantagen und kleinen Farmen als primäre Form der Arbeit eingesetzt.
Hauptsächlich als Reaktion auf die abolitionistischen Argumente gegen die Sklaverei entwickelten die Sklavereibefürworter Argumente, um die Sklaverei als eine gute Sache zu rechtfertigen. Während Gruppen, die gegen die Sklaverei waren, auf ein schrittweises Ende der Sklaverei drängten und freie Schmarotzer versuchten, ihre Ausbreitung zu stoppen, forderten die Sklavereigegner ein sofortiges Ende der Sklaverei. Pro-Sklaverei wurde ebenso sehr Anti-Sklaverei wie sie eine Verteidigung der Sklaverei war.
Ursachen und zentrale Rechtfertigungen
Die Befürworter der Sklaverei beriefen sich auf eine Reihe von Argumenten, die sich gegenseitig ergänzten und in Politik, Religion, Wissenschaft und Ökonomie verankert waren. Wichtige Rechtfertigungsformen waren:
- Wirtschaftliche Argumente: Die Kultur des Südens war stark von Plantagenwirtschaft (besonders Baumwolle, Tabak, Reis) abhängig. Sklavenarbeit wurde als notwendig für Profitabilität und Exportorientierung dargestellt.
- Rechtliche Argumente: In vielen Staaten galten versklavte Menschen offiziell als Eigentum; Gesetze und Gerichtsentscheidungen (z. B. Präzedenzfälle und Bundesgesetze wie Fluchtgesetzgebungen) schützten diese Praxis.
- Religiöse Argumente: Einige Prediger und Theologen interpretierten Bibelstellen so, dass Sklaverei als göttlich oder historisch gerechtfertigt erscheine.
- Paternalismus: Vertreter behaupteten, Sklaverei schütze und versorge versklavte Menschen besser, als es Lohnarbeit für sie täte; diese „Fürsorge“-Rhetorik diente dazu, Gewalt und Ausbeutung zu verschleiern.
- Rassistische und pseudo-wissenschaftliche Theorien: Theorien von rassischer Überlegenheit, Polygenismus oder Phrenologie lieferten scheinbar wissenschaftliche Fundamente für die Vorstellung, dass Menschen afrikanischer Abstammung minderwertig seien.
- Historische und zivilisatorische Argumente: Manche behaupteten, Sklaverei sei eine alte, weltweit verbreitete Institution und daher gesellschaftlich legitim.
Wer verteidigte die Sklaverei?
Die wichtigsten sozialen Träger der Pro-Sklaverei-Position waren Plantagenbesitzer, politische Eliten des Südens, bestimmte Geistliche, Juristen und intellektuelle Apologeten wie John C. Calhoun oder George Fitzhugh. Sie brachten ihre Standpunkte in Zeitungen, politischen Debatten, Gesetzesinitiativen und Reden vor.
Praktische Folgen und Mechanismen
- Recht und Verwaltung: „Slave codes“ (Sklavengesetze) regelten nahezu jeden Aspekt des Lebens versklavter Menschen und schützten zugleich die Eigentumsansprüche der Besitzer.
- Gewalt und Kontrolle: Fluchtabwehr, Strafen, öffentliche Zurschaustellung von Strafen und das interne Regime auf Plantagen dienten der Aufrechterhaltung des Systems.
- Wirtschaftliche Integration: Der Binnenhandel mit versklavten Menschen trennte Familien und band Menschen zwangsweise an bestimmte Regionen und Betriebe.
Gegenbewegung und Kontroverse
Die abolitionistische Bewegung in den Vereinigten Staaten war vielfältig: Sie reichte von schrittweisen Emancipationsplänen bis zu radikalen Forderungen nach sofortiger und vollständiger Abschaffung. Abolitionisten nutzten moralische, religiöse und juristische Argumente gegen die Sklaverei und veröffentlichten Berichte über Grausamkeiten und Familienzerstörung, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Politische Auseinandersetzungen um die Ausdehnung der Sklaverei (Missouri-Kompromiss, Kompromisse von 1850, Kansas-Nebraska-Gesetz u. a.) trugen maßgeblich zur Zuspitzung der Spannungen bei, die schließlich im Amerikanischen Bürgerkrieg endeten.
Historische Bewertung
Heutige Historiker und die breite gesellschaftliche Bewertung sehen die Pro-Sklaverei-Ideologie als zutiefst rassistisch, wirtschaftlich ausbeuterisch und moralisch unhaltbar an. Die Sklaverei wurde in den USA mit dem 13. Verfassungszusatz (1865) abgeschafft, doch die Folgen – rassistische Diskriminierung, ökonomische und soziale Ungleichheiten sowie institutionelle Benachteiligungen – blieben in den folgenden Generationen bestehen und prägen die Gesellschaft noch lange nach der formalen Abschaffung.
Anmerkung: Die pro-/anti-sklaverei Debatten des 19. Jahrhunderts waren komplex und vielschichtig; sie verbanden ökonomische Interessen, rassistische Vorstellungen, religiöse Interpretationen und juristische Konstruktionen.