Chemische Reinigung (auch Trockenreinigung genannt) ist ein Reinigungsverfahren für Kleidung und Textilien, bei dem statt Wasser ein chemisches Lösungsmittel verwendet wird. Klassisch kommt dafür vor allem Tetrachlorethylen (auch Perchlorethylen oder PERC) zum Einsatz. Solche Lösungsmittel lösen fett- und ölhaltige Verschmutzungen, die mit normaler Maschinenwäsche oder Handwäsche schwer zu entfernen sind. Viele Menschen nutzen die chemische Reinigung, weil sie empfindliche Stoffe schont und den Pflegeaufwand reduziert.
Wie läuft die chemische Reinigung ab?
- Sichtung und Sortierung: Kleidungsstücke werden nach Farbe, Stoffart und Verschmutzungsgrad getrennt.
- Vorbehandlung (Spotting): Flecken werden gezielt mit geeigneten Mitteln vorbehandelt, um die Reinigungswirkung zu verbessern.
- Reinigungszyklus: Die Textilien werden in einer Reinigungsmaschine mit dem Lösungsmittel gewaschen. Moderne Anlagen recyceln das Lösungsmittel, trennen Schmutz und verdampfen Rückstände.
- Trocknung: Das Lösungsmittel wird aus dem Gewebe entfernt, meist durch Destillation oder Verdampfung innerhalb der Maschine.
- Finishing: Bügeln, Dämpfen, Nachbehandlung von Flecken und gegebenenfalls Reparaturen, bevor die Ware zurückgegeben wird.
Gängige Lösungsmittel und Alternativen
- Perchlorethylen (PERC): Sehr verbreitet wegen guter Reinigungseigenschaften, steht aber im Fokus von Umwelt‑ und Gesundheitsbedenken.
- Flüssigkohlenwasserstoffe (Hydrocarbons): Weniger aggressiv gegenüber Materialien, teils entflammbar.
- Silikonbasierte Lösungsmittel (z. B. D5): Weniger toxisch, werden als umweltfreundlichere Alternative genutzt.
- Flüssiges Kohlendioxid (CO2): Innovatives Verfahren mit niedrigem Reststoffgehalt, aber teurer Ausrüstung.
- Nassreinigung (Wet‑cleaning): Professionelle, schonende Wasserreinigung mit speziellen Maschinen und Reinigungsmitteln als echte Alternative zur „Trocken“-Reinigung.
Vorteile und Nachteile
- Vorteile: Schont empfindliche Materialien, entfernt ölbasierte Flecken gut, reduziert mechanische Belastung (kein intensives Reiben wie bei Handwäsche).
- Nachteile: Je nach Lösungsmittel bestehen Umwelt- und Gesundheitsrisiken (z. B. PERC), höhere Kosten als Hauswäsche, einige Lösungsmittel sind brennbar oder benötigen spezielle Entsorgung.
Umwelt, Gesundheit und Vorschriften
Perchlorethylen ist in vielen Ländern reguliert: Es gibt Vorgaben zur Emissionsbegrenzung, wohin mit Rückständen und wie Mitarbeiter geschützt werden müssen. In der EU und den USA unterliegen chemische Reinigungsmittel und -betriebe strengen Auflagen (z. B. REACH, lokale Umweltbehörden). Moderne Reinigungsbetriebe setzen daher oft auf geschlossene Systeme, Abgasreinigung und alternative Lösungsmittel, um Emissionen und Gesundheitsrisiken zu minimieren.
Pflegehinweise und Symbole
Auf Textilpflegeetiketten finden Sie Hinweise zur empfohlenen Reinigung:
- Ein Kreis steht für professionelle Reinigung.
- Ein Kreis mit dem Buchstaben P bedeutet Reinigung mit Perchlorethylen (oder entsprechenden Lösungsmitteln).
- Ein Kreis mit F weist auf kohlenwasserstoffbasierte Lösungsmittel hin.
- Ein Kreis mit W (manchmal in Kombination) bedeutet professionelle Nassreinigung.
Tipps für Verbraucher
- Lesen Sie immer das Pflegeetikett vor der Reinigung.
- Entfernen Sie groben Schmutz und prüfen Sie auf lose Knöpfe oder Risse.
- Informieren Sie die Reinigung über besondere Flecken (z. B. Öl, Tinte), damit eine gezielte Vorbehandlung erfolgt.
- Fragen Sie nach verwendeten Lösungsmitteln und ob die Reinigung umweltfreundliche Verfahren oder moderne Anlagen verwendet.
- Bei sehr empfindlichen oder wertvollen Stücken können Sie eine Probereinigung an einer unauffälligen Stelle verlangen.
Sicherheit am Arbeitsplatz
Für Beschäftigte in Reinigungsbetrieben sind Belüftung, persönliche Schutzausrüstung (Handschuhe, ggf. Atemschutz), sichere Lagerung von Lösungsmitteln sowie Schulungen wichtig. Abfälle und Rückstände müssen fachgerecht entsorgt werden.
Insgesamt ist die chemische Reinigung ein spezialisiertes Verfahren, das viele Vorteile für bestimmte Textilien bietet. Gleichzeitig ist es wichtig, Lösungsmittel‑ und Sicherheitsaspekte zu kennen und — wo möglich — umweltfreundlichere Alternativen oder moderne, schadstoffarme Verfahren zu bevorzugen.




