Die GP2-Serie, kurz GP2, ist eine Form des Motorsports mit offenem Rad. Die GP2 wurde 2005 gestartet, nachdem die Formel 3000 eingestellt wurde. Das Format wurde von Bernie Ecclestone und Flavio Briatore konzipiert, wobei Ecclestone auch die Namensrechte an der GP1 besitzt. Im Jahr 2010 wurde die Klasse der GP3-Serie als Zubringerklasse für die GP2-Serie eingeführt.
Die GP2 sollte eine erschwingliche Rennserie und eine Trainingsserie für die Formel 1 sein. Die GP2 erfordert, dass alle Teams den gleichen Chassis-, Motor- und Reifenlieferanten verwenden. Fast alle Rennen haben als Unterstützungsrennen an Formel-1-Rennwochenenden stattgefunden. Viele Fahrer haben die GP2 als Sprungbrett in die Formel 1 genutzt.
Geschichte und Zweck
Die GP2 wurde bewusst als Einsteigerklasse zur Vorbereitung junger Talente auf höchste Rennstufen geschaffen. Ziel war es, Kosten zu begrenzen und die fahrerische Leistung stärker in den Mittelpunkt zu stellen als die Technik oder die finanziellen Mittel einzelner Teams. Durch das Einheitskonzept sollten faire Vergleiche zwischen Fahrern möglich sein und erfolgreiche Piloten die besten Chancen erhalten, in die Formel 1 aufzusteigen.
Technik und Rennformat
Charakteristisch für die GP2 ist das Einheitsauto: ein von Dallara geliefertes Chassis, standardisierte V8-Saugmotoren (geliefert von Mecachrome bzw. in verschiedenen Zeiten unter unterschiedlichen Marken geführt) und Einheitsreifen. Dadurch wurden Entwicklungskosten reduziert und die Leistung der Fahrer in den Vordergrund gerückt. Reifenlieferanten wechselten im Laufe der Zeit, wobei bekannte Hersteller wie Bridgestone und später Pirelli die Serie belieferten.
Ein typisches GP2-Wochenende umfasste zwei Rennen:
- Feature Race (Längeres Rennen): Startaufstellung nach Qualifying; meist mit einem Pflichtboxenstopp.
- Sprint Race (Kürzeres Rennen): Startaufstellung meist durch Umkehrung der besten Ergebnisse des ersten Rennens (z. B. Top-8-Reverse-Grid), ohne verpflichtenden Boxenstopp.
Dieses Format trainiert neben reiner Rennperformance auch strategische Aspekte wie Boxenstoppmanagement, Reifenwahl und Überholmanöver unter Wettkampfbedingungen.
Bedeutung und bekannte Absolventen
Die GP2 hat sich als eines der wichtigsten Sprungbretter in die Formel 1 etabliert. Zahlreiche Fahrer, darunter spätere Formel‑1‑Piloten und Weltmeister, durchliefen diese Serie auf ihrem Weg in die Königsklasse. Prominente Beispiele sind Lewis Hamilton und Nico Rosberg, aber auch viele weitere Fahrer nutzten die GP2 als entscheidenden Karrierebaustein.
Organisation und Teams
Die Serie zog etablierte Nachwuchsteams an, die häufig in mehreren Nachwuchsserien aktiv sind. Bekannte Teams wie ART Grand Prix, DAMS, Arden oder Racing Engineering traten regelmäßig an und förderten Talente, die später internationale Karriere machten. Als Begleitserie der Formel 1 profitierten Fahrer und Teams von hoher medialer Präsenz und engen Kontakten zu Formel‑1‑Teams und -Scouts.
Ende der GP2 und Nachfolger
Die GP2 existierte von 2005 bis 2016. Ab 2017 wurde sie in die von der FIA organisierte FIA Formula 2 Championship überführt und damit im Namen und organisatorisch vereinheitlicht. Inhaltlich blieb die Aufgabe gleich: eine zentrale Nachwuchsserie, die junge Fahrer auf den Sprung in die Formel 1 vorbereitet.
Zusammenfassung: Die GP2 war eine konsequent einheitlich ausgestaltete Nachwuchsserie im offenen Radrennsport, die zwischen 2005 und 2016 als wichtiges Sprungbrett zur Formel 1 diente. Durch standardisierte Technik, ein markantes Rennwochenend-Format und die enge Verbindung zu Formel‑1‑Terminen bot sie eine transparente Plattform zur Beurteilung fahrerischer Leistung und förderte zahlreiche später erfolgreiche Rennfahrer.

