Pan-Am-Flug 103 (Lockerbie) – Bombenanschlag 1988: Fakten & Hintergründe

Pan‑Am‑Flug 103 (Lockerbie) – Bombenanschlag 1988: Fakten, Hintergründe, Opferzahl, Ermittlungen und politische Folgen. Chronologie, Täter und kontroverse Urteile.

Autor: Leandro Alegsa

Pan-Am-Flug 103 war ein Passagierflug der Pan American World Airways, der von London nach New York City über den Atlantik flog. Am 21. Dezember 1988 wurde das Flugzeug auf dieser Strecke durch eine Bombe zerstört. Durch die Explosion stürzte das Flugzeug in Lockerbie, Schottland, ab. Bei dem Absturz kamen alle Insassen des Flugzeugs und elf weitere Personen am Boden ums Leben. Das Ereignis ist als das Lockerbie-Bombenattentat in die Geschichte eingegangen.

Bei dem Flugzeug handelte es sich um eine Boeing 747-121 mit dem Namen "Clipper Maid of the Seas". Insgesamt befanden sich 243 Passagiere und 16 Besatzungsmitglieder an Bord; alle kamen bei der Explosion ums Leben. Elf weitere Menschen in Lockerbie wurden getötet, als große Trümmerteile in Wohnhäuser stürzten. Die offizielle Opferzahl beträgt damit 270 Tote.

Tathergang (Kurzfassung)

Ermittler rekonstruierten, dass der Sprengsatz in einem im Transit aufgegebenen Koffer versteckt war. Dieser Koffer gelangte offenbar über mehrere Zwischenstationen in das Frachtraumfach der Maschine. Kurz nach dem Start kam es zur Explosion, die das Flugzeug in der Luft zerreißen und zum Absturz über der Ortschaft Lockerbie führen ließ. Große Trümmerteile fielen weit verstreut in die Umgebung und zerstörten mehrere Häuser.

Wichtige Fakten

  • Datum: 21. Dezember 1988
  • Flug: Pan Am Flight 103 (London – New York)
  • Flugzeug: Boeing 747-121 „Clipper Maid of the Seas“
  • Opfer: 243 Passagiere, 16 Besatzungsmitglieder, 11 Menschen am Boden – insgesamt 270 Tote
  • Art des Anschlags: Sprengsatz in Gepäckstück (Zeitzündung)

Ermittlungen und Strafverfahren

Die Untersuchung wurde umfassend und international geführt. Forensiker fanden Trümmer und Bombenreste, darunter Teile eines elektronischen Zeitgebers (u. a. ein bestimmter Typ von Timer), sowie Fragmente eines Koffers und eines Tape-/Kassettenradios, das als Zünder diente. Ermittler kamen nach mehrjähriger Arbeit zu dem Schluss, dass die Tat von Agenten im Dienst der libyschen Regierung geplant und ausgeführt worden sei.

1999 wurden zwei Libyer an Schottland ausgeliefert und vor einem besonderen schottischen Gericht, das provisorisch im niederländischen Camp Zeist tagte, angeklagt. Bei dem Prozess, der 2000/2001 stattfand, wurde Abdelbaset al-Megrahi wegen Mordes verurteilt; ein zweiter Angeklagter, Al Amin Khalifa Fhimah, wurde freigesprochen. Al-Megrahi erhielt eine lebenslange Freiheitsstrafe mit einer festgelegten Mindesthaftzeit.

Der Fall blieb politisch und juristisch umstritten. Das Scottish Criminal Cases Review Commission (SCCRC) prüfte später mögliche Verfahrensfehler und verwies Aspekte des Falls erneut an die Gerichte. Trotz öffentlicher Zweifel an der Beweislage blieb die Verurteilung bestehen.

Freilassung, Tod und die Rolle Libyens

Abdelbaset al-Megrahi wurde 2009 aus gesundheitlichen Gründen (er litt an Krebs) auf Grundlage einer Regelung zur sogenannten „compassionate release“ aus der Haft entlassen und nach Libyen zurückgeführt; er starb im Mai 2012. Auch über die Umstände seiner Verurteilung und die Entscheidung zur Freilassung gab es erhebliche internationale Debatten.

Im Jahr 2003 übernahm die libysche Führung unter Muammar Gaddafi offiziell politische Verantwortung für den Anschlag und bot Entschädigungszahlungen an. In der Folge wurden internationale Sanktionen gegen Libyen aufgehoben bzw. gelockert. Es wurden Entschädigungen an Hinterbliebene gezahlt (Berichten zufolge in Milliardenhöhe), um diplomatische Normalisierungsschritte zu fördern.

Folgen und Bedeutung

  • Der Anschlag führte zu verschärften Sicherheitsstandards bei der Gepäckabfertigung, insbesondere im Hinblick auf Transitgepäck und die Verknüpfung von Reisenden und aufgegebenem Gepäck.
  • Er zeigte die Gefährdung durch terroristische Anschläge im zivilen Luftverkehr und löste weltweit Proteste, Forderungen nach Aufklärung und Forderungen nach straf- und außenpolitischen Reaktionen aus.
  • Der Fall blieb Gegenstand von Untersuchungen, Recherchen und zahlreichen Kontroversen – etwa zu forensischen Fragestellungen, den verwendeten Beweismitteln und möglichen politischen Einflüssen.

Gedenken

In Lockerbie und anderswo wurden Gedenkstätten für die Opfer errichtet, unter anderem ein Mahnmal in Lockerbie selbst sowie Gedenktafeln und -veranstaltungen in mehreren Ländern. Die Katastrophe wird weiterhin als eines der schwersten Terroranschläge auf die zivile Luftfahrt in Friedenszeiten erinnert.

Der Anschlag auf Pan-Am-Flug 103 bleibt ein bedeutendes Ereignis der modernen Terrorismusgeschichte: Er ist geprägt von menschlichem Leid, langwierigen Ermittlungen, internationalen Verhandlungen und anhaltenden Fragen zur juristischen Aufarbeitung.

Gedenkstätte auf dem Friedhof von LockerbieZoom
Gedenkstätte auf dem Friedhof von Lockerbie

Flugzeug beteiligt

Bei dem abgestürzten Flugzeug handelte es sich um eine Boeing 747-121 mit dem Kennzeichen N739PA und dem Namen Clipper Maid of the Seas, und es war 18 Jahre alt.

Flug

Flug 103 war am Frankfurter Flughafen gestartet und wurde von einer Boeing 727 betrieben. Am Flughafen London Heathrow wurde der Flug in eine Boeing 747 umgebucht. Das Flugzeug schob sich um 18:04 Uhr vom Terminal zurück und hob um 18:25 Uhr von der Landebahn 27R ab und flog zum John F. Kennedy International Airport und dann zum Detroit Metropolitan Wayne County Airport.

Absturz

Um 19:02:44 verschwand Flug 103 aus der Flugsicherung, um 19:02:50 kehrte das Flugzeug dann als fünf Echos statt einem zurück. Ein Pilot von British Airways berichtete, dass er am Boden ein riesiges Feuer sehen konnte. Die Explosion schlug ein 50 cm großes Loch auf der linken Seite des Rumpfes. Beim Sinkflug zerbrach der Rumpf in kleinere Stücke, wobei der an den Flügeln befestigte Abschnitt zuerst landete. Der daraus resultierende Feuerball zerstörte mehrere Häuser und riss einen großen Krater durch das Zentrum von Lockerbie, wobei 11 Menschen am Boden starben.

Opfer

Alle 259 Passagiere und Besatzungsmitglieder sowie elf Menschen am Boden kamen bei dem Absturz ums Leben. Von den 259 Menschen an Bord des Flugzeugs waren 190 Amerikaner, 43 Briten und noch viel mehr vertreten, mit vier oder weniger Passagieren pro Land. Flug 103 war mit Flugkapitän Jim MacQuarrie (55), dem Ersten Offizier Ray Wagner (52) und dem Flugingenieur Jerry Don Avritt (46) besetzt. Das Kabinenpersonal kam aus der Tschechoslowakei, der Dominikanischen Republik, Frankreich, Norwegen, den Philippinen, Spanien, Schweden, Westdeutschland und den Vereinigten Staaten.

Staatsangehörigkeit

Passagiere

Besatzung

Am Boden

Gesamt

 Argentinien

3

0

0

3

 Australien

1

0

0

1

 Belgien

1

0

0

1

 Bolivien

1

0

0

1

 Brasilien

5

0

0

5

 Kanada

3

0

0

3

 Tschechoslowakei

1

0

0

1

 Dänemark

1

0

0

1

 Dominikanische Republik

1

0

0

1

 Frankreich

2

1

0

3

 Westdeutschland

3

1

0

4

 Griechenland

1

0

0

1

 Ungarn

4

0

0

4

 Indien

3

0

0

3

 Irland

3

0

0

3

 Israel

1

0

0

1

 Italien

2

0

0

2

 Jamaika

1

0

0

1

 Japan

1

0

0

1

 Mexiko

2

0

0

2

 Niederlande

1

0

0

1

 Norwegen

1

0

0

1

 Philippinen

1

0

0

1

 Portugal

2

0

0

2

 Rumänien

1

0

0

1

 Südafrika

1

0

0

1

 Spanien

0

1

0

1

 Schweden

2

1

0

3

  Schweiz

1

0

0

1

 Trinidad und Tobago

1

0

0

1

 Vereinigtes Königreich

31

1

11

43

 Vereinigte Staaten

178

10

0

188

 Jugoslawien

3

0

0

3

Gesamt

248

15

11

274

Namhafte Personen

Bernt Carlsson

James Fuller

Paul Jeffreys

Matthew Gannon

Ansprüche auf Verantwortung

Mitglieder der Wächter der Islamischen Revolution hatten das Flugzeug als Vergeltung für den Iran-Flug 655 zerstört, der im Juli des vergangenen Jahres von den US-Streitkräften im Persischen Golf abgeschossen worden war.

Muammar Gaddafi gestand die Verantwortung Libyens für das Lockerbie-Bombenattentat ein und zahlte den Familien der Opfer 2003 eine Entschädigung, obwohl er behauptete, dass er niemals persönlich den Befehl für den Angriff gegeben habe.

Fragen und Antworten

F: Was war Pan Am Flug 103?


A: Pan Am Flug 103 war ein Passagierflug der Pan American World Airways, der von London nach New York City über den Atlantik flog.

F: Was geschah mit dem Flugzeug, das die Passagiere von Pan Am Flug 103 an Bord hatte?


A: Das Flugzeug mit den Passagieren des Pan Am Fluges 103 wurde am 21. Dezember 1988 beim Flug über Lockerbie, Schottland, durch eine Bombe zerstört.

F: Wie viele Menschen wurden bei dem Bombenanschlag in Lockerbie getötet?


A: Bei dem Bombenanschlag in Lockerbie wurden alle 243 Passagiere und 16 Besatzungsmitglieder des Flugzeugs sowie elf weitere Personen am Boden in Lockerbie getötet. Die Gesamtzahl der bei der Katastrophe getöteten Menschen betrug 270.

F: Wie lautete der Name des Flugzeugs, das bombardiert wurde?


A: Das Flugzeug, das bombardiert wurde, war eine Boeing 747-121 mit dem Namen "Clipper Maid of the Seas".

F: Wer wurde für den Bombenanschlag in Lockerbie verantwortlich gemacht?


A: Nach jahrelangen Ermittlungen wurde die Schuld an dem Anschlag auf Mitarbeiter der Fluggesellschaft geschoben, die für die libysche Regierung arbeiten. Der libysche Staatschef Muammar Gaddafi soll den Anschlag angeordnet haben.

F: Wer wurde wegen Mordes im Zusammenhang mit dem Lockerbie-Attentat verurteilt?


A: Abdelbaset al-Megrahi, ein libyscher Mann, wurde wegen Mordes im Zusammenhang mit dem Lockerbie-Attentat verurteilt.

F: Warum wurde Abdelbaset al-Megrahi später freigelassen?


A: Abdelbaset al-Megrahi wurde später freigelassen, da er Krebs im Endstadium hatte. Er starb fast drei Jahre später.


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