Ein Element der Periode 1 ist ein Element in der ersten Periode (Zeile) des Periodensystems. Das Periodensystem ist in Zeilen angeordnet, um sich wiederholende Eigenschaften der Elemente sichtbar zu machen: Mit steigender Ordnungszahl ändern sich die Eigenschaften, und eine neue Zeile beginnt, sobald sich diese Eigenschaften wiederholen. Elemente in derselben Gruppe haben daher oft ähnliche chemische Eigenschaften. Die erste Periode enthält deutlich weniger Elemente als die meisten anderen Perioden — genau zwei: Wasserstoff und Helium. Moderne Theorien der Atomstruktur und der Quantenphysik erklären, warum das so ist: In der ersten Periode wird nur das 1s-Orbital besetzt, und die Elemente folgen dabei der Duettregel.

Warum hat die erste Periode nur zwei Elemente?

Die Erklärung liegt in den quantenmechanischen Eigenschaften von Elektronen in Atomen:

  • Die erste Schale entspricht dem Hauptquantenzahlwert n = 1. Für n = 1 gibt es nur einen möglichen Drehimpulsquantenzahlwert l = 0, also nur das 1s-Orbital; p-Orbitale (l = 1) existieren erst für n ≥ 2.
  • Ein Orbital kann laut dem Pauli-Prinzip maximal zwei Elektronen aufnehmen, und diese beiden Elektronen müssen entgegengesetzten Spin haben (ms = +1/2 und ms = −1/2). Deshalb passen in das 1s-Orbital genau zwei Elektronen.
  • Die Duettregel besagt, dass Atome der ersten Periode für eine stabile, abgeschlossene Valenzschale zwei Elektronen benötigen. Da nur das 1s-Orbital verfügbar ist, sind maximal zwei Elektronen möglich — also nur zwei Elemente in dieser Periode.

Elektronenkonfigurationen und typische Eigenschaften

  • Wasserstoff: Elektronenkonfiguration 1s1. Mit einem Elektron in der 1s-Schale ist Wasserstoff sehr reaktiv; es kann Elektronen teilen (kovalente Bindung), ein Elektron abgeben (H+) oder in seltenen Fällen aufnehmen (H−).
  • Helium: Elektronenkonfiguration 1s2. Mit voll besetztem 1s-Orbital hat Helium eine abgeschlossene Valenzschale und ist daher chemisch sehr unreaktiv. Aufgrund seiner vollen Schale wird Helium zu den Edelgasen (Gruppe 18) gezählt, obwohl seine äußere Schale ein s- statt ein p-Orbital ist.

Wichtige Begriffe kurz erklärt

  • 1s-Orbital: Das einfachste Orbital eines Atoms, kugelsymmetrisch, gehört zur ersten Schale (n = 1).
  • Pauli-Prinzip: Kein Elektron in einem Atom darf in allen vier Quantenzahlen mit einem anderen Elektron übereinstimmen; führt zur maximalen Besetzung von zwei Elektronen pro Orbital (entgegengesetzte Spins).
  • Aufbauprinzip: Elektronen füllen Orbitale in Reihenfolge zunehmender Energie; für die erste Periode bedeutet das: nur 1s wird besetzt.
  • Duettregel: Analoge Regel zum Oktett für die erste Periode — zwei Elektronen schließen die Valenzschale ab.

Zusammengefasst: Weil für n = 1 nur das 1s-Orbital existiert und dieses wegen des Pauli-Prinzips höchstens zwei Elektronen aufnehmen kann, folgen die Elemente der ersten Periode der Duettregel und es gibt nur zwei Elemente in dieser Periode: Wasserstoff (1s1) und Helium (1s2).