Die Toskana (auf Italienisch Toscana ) ist eine Region in der Mitte Italiens. Sie hat eine Fläche von 22.990 km² und eine Bevölkerung von etwa 3,6 Millionen Menschen (im Jahr 2004). Die Hauptstadt ist Florenz. Die Toskana ist bekannt für ihre Landschaften und ihr künstlerisches Erbe. Sechs toskanische Ortschaften wurden von der UNESCO unter Schutz gestellt: das historische Zentrum von Florenz (1982), das historische Zentrum von Siena (1995), der Domplatz von Pisa (1987), das historische Zentrum von San Gimignano (1990), das historische Zentrum von Pienza (1996) und das Val d'Orcia (2004).

Geographisch reicht die Toskana von den Apenninen im Osten bis zur Tyrrhenischen Küste im Westen. Charakteristisch sind die sanften Hügel der Landschaften wie das Chianti-Gebiet oder das Val d'Orcia, ausgedehnte Weinberge, Olivenhaine sowie kleinere Wälder und Flusstäler. Im Norden findet man fruchtbare Ebenen und Bergketten wie die Apuanischen Alpen mit ihrem bekannten Marmor (Carrara), im Süden größere, teilweise wilde Gebiete wie die Maremma. Das Klima ist überwiegend mediterran an der Küste und gemäßigter im Binnenland und in höheren Lagen.

Kunst, Architektur und Städte: Die Toskana gilt als Wiege der Renaissance. Florenz beherbergt weltberühmte Sammlungen in den Uffizien, die Galleria dell'Accademia mit Michelangelos David, sowie die Kathedrale Santa Maria del Fiore mit ihrer markanten Kuppel. Pisa ist insbesondere durch den Schiefen Turm und den Domplatz (Piazza dei Miracoli) bekannt, während Siena mit seiner mittelalterlichen Altstadt, der Piazza del Campo und dem jährlichen Pferderennen Palio beeindruckt. Kleinstädte wie San Gimignano (mittelalterliche Türme) und Pienza (Renaissance-Planung und Architektur) sind Beispiele für gut erhaltene historische Ortsbilder.

UNESCO-Welterbestätten: Die aufgeführten Welterbestätten stehen stellvertretend für die kulturelle Bedeutung der Region: Florenz als Zentrum der Kunstentwicklung, Siena als herausragendes Beispiel einer mittelalterlichen Stadt, Pisa mit seinem Domkomplex, San Gimignano als Beispiel einer mittelalterlichen Turmstadt, Pienza als Ausdruck der städtebaulichen Ideale der Renaissance und das Val d'Orcia als Kulturlandschaft, die traditionelle Form und Nutzung der toskanischen Landschaft dokumentiert.

Wirtschaft, Landwirtschaft und Kulinarik: Landwirtschaft (Wein, Olivenöl, Getreide), Tourismus, Handwerk und zunehmend Dienstleistungen prägen die Wirtschaft. Die Toskana ist berühmt für Weinregionen wie Chianti, Brunello di Montalcino und Vino Nobile di Montepulciano. Die Küche setzt auf hochwertige, oft einfache Zutaten: toskanisches Olivenöl, Ribollita (Gemüsesuppe), Bistecca alla Fiorentina (Florentiner Steak), Pecorino-Käse und geröstetes Brot ohne Salz (Pane sciocco) sind typische Spezialitäten.

Tourismus und Anreise: Florenz und Pisa sind wichtige Verkehrsknoten: internationale Flughäfen, gut ausgebaute Bahnverbindungen und Autobahnen machen die Region gut erreichbar. Viele Besucher kombinieren Kunst- und Kulturreisen mit Wanderungen, Weinproben und dem Aufenthalt auf dem Land (Agriturismo). Beliebte Reisezeiten sind Frühjahr und Herbst, wenn das Wetter mild ist und Landschaften besonders reizvoll sind.

Die Toskana bietet eine Mischung aus bedeutendem kulturellem Erbe, abwechslungsreicher Landschaft und lebendigen Traditionen, die sie zu einem der meistbesuchten und kulturhistorisch wichtigsten Gebiete Italiens macht.