Das Zika-Fieber ist eine durch das Zika-Virus verursachte Krankheit. Das Zika-Virus gehört wie das Dengue-Fieber und das Chikungunya-Virus zur Gattung der Flaviviren. Allerdings ist das Zika-Fieber in der Regel nicht so schlimm wie diese Krankheiten. Die meisten Menschen, die das Zika-Virus bekommen (60-80%), haben keine Symptome.
Menschen, die Symptome haben, haben in der Regel niedriges Fieber, Bindehautentzündung, Gelenkschmerzen (hauptsächlich in den Händen und Füßen) und einen Ausschlag. Der Ausschlag beginnt oft im Gesicht und breitet sich dann auf den ganzen Körper aus. In der Regel sind die Symptome nicht sehr schlimm und bessern sich nach 2 bis 7 Tagen.
Seit 2015 gab es in Brasilien einen Ausbruch des Zika-Virus (was bedeutet, dass sich viele Menschen mit dem Virus infiziert haben). Wissenschaftler glauben, dass eine Frau mit dem Zika-Virus, wenn sie schwanger ist, das Virus an ihren Fötus weitergeben kann. Wissenschaftler glauben, dass dies Mikrozephalie verursachen kann, einen Geburtsfehler, der dazu führt, dass ein Baby einen kleineren Kopf als gewöhnlich hat. Dies kann zu geistiger Behinderung und anderen Problemen im Gehirn, wie Anfällen, führen. Aus diesem Grund warnten die Centers for Disease Control and Prevention der Vereinigten Staaten im Januar 2016 schwangere Frauen davor, nach Brasilien, Kolumbien, El Salvador, Französisch-Guayana, Guatemala, Haiti, Honduras, Martinique, Mexiko, Panama, Paraguay, Surinam, Venezuela oder Puerto Rico zu reisen, weil dort das Risiko besteht, sich mit dem Zika-Virus anzustecken.
An Orten, an denen das Zika-Virus lebt, sind Geburtsfehler, neurologische Probleme wie das Guillain-Barré-Syndrom und Autoimmunkrankheiten wahrscheinlicher.
Ursachen und Übertragungswege
Das Zika-Virus wird hauptsächlich durch infizierte Stechmücken der Gattung Aedes (vor allem Aedes aegypti und Aedes albopictus) auf den Menschen übertragen. Daneben sind weitere Übertragungswege bekannt:
- Sexuelle Übertragung (das Virus kann in Samen und anderem genitalem Sekret nachweisbar sein)
- Mutter–Kind-Übertragung während der Schwangerschaft oder rund um die Geburt
- Bluttransfusionen (in seltenen Fällen)
Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten von Symptomen) beträgt in der Regel einige Tage bis zu etwa zwei Wochen. Da viele Infektionen asymptomatisch verlaufen, bleibt die Infektion oft unerkannt.
Typische Symptome
Bei etwa 20–40 % der Infizierten treten Symptome auf. Häufige Beschwerden sind:
- Ausschlag (meist juckend, beginnt häufig im Gesicht)
- leichtes bis mäßiges Fieber
- Gelenk- und Muskelschmerzen, besonders an Händen und Füßen
- konjunktivale Rötung (Bindehautentzündung) ohne starken Ausfluss
- Kopfschmerzen und allgemeines Krankheitsgefühl
Die Beschwerden dauern meist 2–7 Tage und verlaufen oft mild. Schwerere Verläufe sind selten, treten aber insbesondere bei bestimmten Komplikationen auf.
Komplikationen
Besonders bedeutsam sind die möglichen Folgen einer Infektion während der Schwangerschaft: Das Virus kann zu Mikrozephalie und anderen Entwicklungsstörungen beim Fötus führen. Man spricht heute vom „kongenitalen Zika-Syndrom“, das neben kleinem Kopf auch geistige Behinderungen, Sehstörungen, Hörverlust und Bewegungsstörungen umfassen kann.
Bei Erwachsenen wurde eine Häufung des Guillain-Barré-Syndroms (eine akute entzündliche Erkrankung der Nerven) im Zusammenhang mit Zika-Ausbrüchen beobachtet. Auch andere neurologische oder autoimmune Reaktionen sind beschrieben.
Diagnose
Die Diagnose stützt sich auf die Kombination von Symptomen, Reiseanamnese und Laboruntersuchungen:
- PCR-Tests zum Nachweis viraler RNA in Blut, Urin oder anderen Proben (besonders in den ersten Tagen nach Symptombeginn zuverlässig)
- Serologische Tests (IgM/IgG) zeigen Antikörper, sind aber wegen Kreuzreaktionen mit anderen Flaviviren wie Dengue nicht immer eindeutig
Bei Schwangeren und Neugeborenen wird engmaschig überwacht; Ultraschalluntersuchungen können Auffälligkeiten beim Fötus zeigen.
Behandlung und Prognose
Es gibt keine spezifische antivirale Therapie gegen Zika. Die Behandlung ist symptomatisch:
- Ruhe und Flüssigkeitszufuhr
- Schmerz- und fiebersenkende Mittel (z. B. Paracetamol). Nicht steroidale Antirheumatika (NSAIDs) sollten nur nach Ausschluss einer Dengue-Infektion verwendet werden, wegen Blutungsrisiko bei Dengue.
Die meisten Menschen erholen sich vollständig. Bei betroffenen Schwangeren, Neugeborenen oder bei neurologischen Komplikationen ist die Prognose individuell verschieden und kann schwerwiegend sein.
Prävention
Wichtige Maßnahmen zur Vorbeugung sind:
- Schutz vor Mückenstichen: Insektenschutzmittel (z. B. DEET, Picaridin) anwenden, lange Kleidung tragen, Moskitonetze benutzen.
- Beseitigung von stehendem Wasser rund ums Haus (Brutstätten der Aedes-Mücken).
- Bei Reisen in betroffene Gebiete: aktuelle Reisewarnungen beachten; insbesondere Schwangere sollten vor einer Reise Rücksprache mit der betreuenden Ärztin/dem Arzt halten.
- Vermeidung sexueller Übertragung nach Aufenthalt in betroffenen Gebieten (Kondome verwenden bzw. Abstinenz) — bei Wunsch nach Schwangerschaft ärztlichen Rat einholen.
- Blutspenden vermeiden, wenn kürzlich Aufenthalt in betroffenen Gebieten bestand oder eine Infektion möglich ist.
Reisen, Schwangere und öffentliche Gesundheit
Die bereits erwähnte Reisewarnung der Centers for Disease Control and Prevention der Vereinigten Staaten aus dem Januar 2016 (siehe oben) nannte viele betroffene Länder. Weil das Infektionsgeschehen sich ändern kann, sollten Reisende vor einer geplanten Reise die aktuellen Hinweise nationaler Gesundheitsbehörden und der WHO prüfen. Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch sollten besondere Vorsicht walten lassen und sich individuell beraten lassen.
Epidemiologie und Impfstoffforschung
Das Zika-Virus wurde erstmals 1947 im Zika-Wald in Uganda entdeckt, größere Ausbrüche traten jedoch erst im 21. Jahrhundert auf (z. B. Yap-Inseln 2007, Französisch-Polynesien 2013, Ausbreitung in den Amerikas ab 2015). Seitdem hat die Forschung an Impfstoffen und Diagnoseverfahren deutlich zugenommen. Bislang (Stand 2024) gibt es keinen breit verfügbaren, zugelassenen Impfstoff für die allgemeine Anwendung; mehrere Kandidaten befanden sich in klinischen Studien.
Wann ärztliche Hilfe suchen?
- Bei Fieber, Hautausschlag und Gelenkschmerzen nach Aufenthalt in einem betroffenen Gebiet
- Schwangere bei möglicher Exposition oder Symptomen sollten sofort ärztlichen Rat einholen
- Bei neurologischen Symptomen wie Lähmungserscheinungen oder sensorischen Störungen dringend Notfallversorgung
Bei Unsicherheiten oder spezifischen Fragen — gerade zu Schwangerschaft, Familienplanung oder Reiseplanung — ist die Konsultation einer Ärztin/eines Arztes oder einer öffentlichen Gesundheitsbehörde empfehlenswert, da Empfehlungen sich mit dem Infektionsgeschehen und neuen Forschungsergebnissen ändern können.



