Koordinaten: 32°39′439′4 16°54′35″W / 32.65111°N 16.90972°W / 32.65111; -16.90972

Madeira ist ein portugiesischer Archipel, der zwischen 32°22.3′N 16°16.5′W / 32.3717°N 16.2750°W / 32.3717; -16.2750 und 33°7.8′N 17°16.65′W / 33.1300°N 17.27750°W / 33.1300; -17.27750 liegt, knapp 400 Kilometer (250 mi) nördlich von Teneriffa, Kanarische Inseln, im Nordatlantik und eine Region in äußerster Randlage der Europäischen Union.

Der Archipel umfasst den größten Teil einer der beiden autonomen Regionen Portugals (die andere sind die im Nordwesten gelegenen Azoren), zu der die Inseln Madeira, Porto Santo und die Desertas gehören, die zusammen mit dem separaten Archipel der Savage Islands verwaltet werden.

Der Name Madeira könnte für die autonome Region, die geographische Inselgruppe oder auch nur für die Insel Madeira verwendet werden. Diese Inseln sind Teil von Makaronesien.

Geographie und Landschaft

Der Archipel besteht hauptsächlich aus den Inseln Madeira (die größte), Porto Santo sowie den eher unbewohnten Desertas; die Savage Islands werden administrativ getrennt verwaltet. Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs und zeichnen sich durch steile Küsten, tiefe Täler und markante Gebirgszüge aus. Der höchste Punkt der Insel Madeira ist der Pico Ruivo mit etwa 1.862 Metern Höhe.

Klima

Madeira hat ein überwiegend mildes, subtropisches Klima mit geringen jahreszeitlichen Temperaturschwankungen. Durch die komplexe Topographie entstehen zahlreiche Mikroklimata: Die Nordhänge sind meist kühler und feuchter, die Südküste – besonders um die Hauptstadt Funchal – ist trockener und sonniger. Starke Winde und Atlantikfronten beeinflussen das Wetter regelmäßig.

Flora und Fauna

Ein großer Teil der höheren Lagen ist von der sogenannten Lorbeerwald-Vegatation (Laurisilva) bedeckt, einer feuchten immergrünen Waldformation, die Relikt einer früheren subtropischen Flora ist. Teile dieser Wälder stehen unter Schutz und gehören zum UNESCO-Weltnaturerbe. Die Inseln weisen außerdem zahlreiche endemische Pflanzen- und Tierarten auf, zum Beispiel die Trocaz-Taube (Columba trocaz). Die Desertas-Inseln sind wichtige Schutzgebiete für Seevögel und für die stark gefährdete Mönchsrobbe (Monachus monachus).

Bevölkerung und Verwaltung

Die autonome Region Madeira hat rund 250.000 Einwohner (zahlenmäßig leicht schwankend). Hauptstadt und größte Stadt ist Funchal; weitere bewohnte Orte finden sich vor allem auf Madeira und Porto Santo. Administrativ ist die Region in mehrere Gemeinden (Municípios) unterteilt, die eigene lokale Verwaltungen besitzen. Als autonome Region verfügt Madeira über eigene Organe der Selbstverwaltung (Regierungs- und Parlamentsorgane), die gemäß der portugiesischen Verfassung besondere Kompetenzen für regionale Angelegenheiten ausüben.

Wirtschaft

Die Wirtschaft Madeiras wird heute vor allem vom Tourismus geprägt. Daneben spielen Landwirtschaft (u. a. Bananen, Gemüse, Blumen), Weinbau (Madeirawein hat große historische Bedeutung), Fischerei und Dienstleistungssektor eine Rolle. Der Inselcharakter und die eingeschränkten natürlichen Ressourcen führen zu einer starken Abhängigkeit vom Import vieler Güter.

Verkehr und Infrastruktur

Wichtigster Zugang ist das internationale Flughafen der Region bei Funchal (Aeroporto Internacional da Madeira Cristiano Ronaldo, IATA: FNC), das sowohl Linien- als auch Charterflüge bedient. Funchal verfügt über einen bedeutenden Hafen mit Fähr- und Kreuzfahrtverkehr; regelmäßige Fährverbindungen verbinden Madeira mit Porto Santo und gelegentlich mit anderen Zielen. Auf der Insel gibt es ein gut ausgebautes Straßennetz, das in den letzten Jahrzehnten stark erweitert und durch Tunnelprojekte ergänzt wurde.

Geschichte (Kurzüberblick)

Die Inseln wurden im frühen 15. Jahrhundert von portugiesischen Seefahrern entdeckt und in der Folgezeit kolonisiert. Madeira wurde zunächst aufgrund seines günstigen Klimas als Plantagenstandort für Zuckerrohr bekannt; später gewann der Weinbau an Bedeutung. Die Lage im Atlantik machte die Inseln bereits früh zu einem wichtigen Zwischenstopp auf Seewegen zwischen Europa, Afrika und Amerika. Nach der Revolution von 1974 und der neuen portugiesischen Verfassung von 1976 erhielt Madeira den Status einer autonomen Region.

Kultur und Brauchtum

Madeira pflegt eine lebendige lokale Kultur mit zahlreichen Festen und Veranstaltungen. Zu den bekanntesten gehören das Blumenfest, der Karneval, das Atlantikfest und das berühmte Silvesterfeuerwerk in Funchal. Kulinarisch ist die Insel bekannt für Spezialitäten wie espada (Schwarzdorsch), espeta (Fleischspieß), bolo do caco (traditionelles Brot) und poncha (alkoholisches Getränk). Der Madeirawein ist international anerkannt.

Tourismus und Freizeit

Madeira ist ein beliebtes Ziel für Wanderer, da das Netz der historischen Bewässerungskanäle, die sogenannten levadas, zahlreiche zugängliche Wege bietet. Neben Wandern und Naturerlebnissen ziehen subtropische Gärten, Klippenlandschaften, Tauch- und Wassersportangebote sowie kulturelle Veranstaltungen viele Besucher an.

Naturschutz

Aufgrund des hohen Anteils endemischer Arten und einzigartiger Lebensräume bestehen auf Madeira zahlreiche Schutzgebiete und Naturschutzbemühungen. Die Laurisilva-Wälder sind als UNESCO-Weltnaturerbe ausgewiesen, und für Tiere wie die Mönchsrobbe bestehen strenge Schutzmaßnahmen in den Desertas.

Fazit

Madeira vereint vulkanische Gebirgslandschaften, üppige Vegetation und ein mildes Klima mit einer starken touristischen Ausrichtung und einer eigenständigen regionalen Verwaltung. Die Kombination aus Naturwerten, kulturellen Traditionen und moderner Infrastruktur macht die Inselgruppe zu einer der bekanntesten Atlantikdestinationen Europas.