Jakob Ludwig Felix Mendelssohn Bartholdy (geboren am 3. Februar 1809 in Hamburg; gestorben am 4. November 1847 in Leipzig) war ein deutscher Komponist.
Sein Großvater war der deutsch-jüdische Philosoph Moses Mendelssohn. Er war einer der großen Komponisten der Romantik. Er liebte die Musik früherer Komponisten wie Bach, Händel und Mozart und baute auf den Traditionen auf, die sie geschaffen hatten. Mendelssohn war ein Wunderkind. Schon als Teenager komponierte er große Musik. Er schrieb Musik für Orchester, Klavier, Orgel sowie Kammermusik und Musik für Gesang. Sein Violinkonzert gehört zu den beliebtesten Konzerten, die je geschrieben wurden, und wird von allen berühmten Geigern gespielt. Zwei seiner Melodien sind fast allen bekannt: die Hymne Hark the Herald Angels Sing und der Hochzeitsmarsch, der so oft am Ende von Hochzeiten gespielt wird.
Leben und Werdegang
Felix Mendelssohn wuchs in einer gebildeten und musisch interessierten Familie auf. Schon früh erhielt er umfassenden Musikunterricht; später wurde er Schüler von Carl Friedrich Zelter in Berlin, der ihn besonders mit der Musik Johann Sebastian Bachs vertraut machte. Mendelssohn reiste viel, vor allem nach England, wo er großen Erfolg hatte und mehrfach für Festivals tätig war. 1835 übernahm er die Leitung des Gewandhaus-Orchesters in Leipzig und war ein gefragter Dirigent. 1843 gründete er das Leipziger Konservatorium, das zu einer der wichtigsten Ausbildungsstätten des 19. Jahrhunderts wurde.
Privat war Mendelssohn mit Cécile Jeanrenaud verheiratet; die Familie und seine enge Beziehung zu seiner Schwester Fanny Mendelssohn Hensel (auch sie war Komponistin und Pianistin) spielten eine große Rolle in seinem Leben. Die letzten Jahre waren von intensiver Arbeit, aber auch von Trauer geprägt; der frühe Tod seiner Schwester traf ihn schwer. Mendelssohn starb 1847 in Leipzig im Alter von 38 Jahren.
Wichtige Werke (Auswahl)
- Ouvertüre und Bühnenmusik zu Ein Sommernachtstraum (u. a. der berühmte Hochzeitsmarsch)
- Violinkonzert e-Moll, Op. 64 — eines der populärsten Violinkonzerte
- Sinfonien: u. a. „Schottische“ (Nr. 3, Op. 56), „Italienische“ (Nr. 4, Op. 90), „Reformations-Sinfonie“ (Nr. 5, Op. 107)
- Ouvertüren und Konzertouvertüren wie die „Hebriden“-Ouvertüre (Fingal’s Cave) und die „Italienische“
- Oratorium „Elias“ (Elijah) — Uraufführung beim Birmingham Festival, großer Erfolg
- „Lieder ohne Worte“ — zahlreiche kurze Klavierstücke, die bis heute beliebt sind
- Kammermusik: Streichoktett in Es-Dur, Klaviertrios und Sonaten
- Orgelwerke und Choralkompositionen, darunter Chorwerke mit theologischen Bezügen
Stil und Bedeutung
Mendelssohns Musik verbindet klassische Formklarheit mit romantischer Melodik und Ausdruckskraft. Er schöpfte aus dem Kontrapunkt und der polyphonen Tradition (stark beeinflusst durch Bach), ohne die unmittelbare, oft emotionale Sprache der Romantik zu vernachlässigen. Seine Werke zeichnen sich durch elegante Melodien, feine Orchestrierung und oft klare, transparente Strukturen aus.
Verdienste und Vermächtnis
Zu Mendelssohns größten Beiträgen zählt die Wiederentdeckung und Popularisierung älterer Musik: Sein historisch bedeutsamer Aufführungszyklus der Johannes- und Matthäus-Passion von Bach (insbesondere die Aufführung der Bach'schen Matthäus-Passion 1829) trug wesentlich zur Bach-Renaissance im 19. Jahrhundert bei. Als Dirigent, Pädagoge und Gründer des Leipziger Konservatoriums beeinflusste er Generationen von Musikern.
Heute gehört Mendelssohns Musik zum festen Repertoire der Konzerthäuser: Seine sinfonischen Werke, das Violinkonzert, die Kammermusik und die Klavierstücke werden weltweit aufgeführt. Melodien wie der Hochzeitsmarsch sind Bestandteil der Alltagskultur geworden, während größere Werke wie das Oratorium Elias regelmäßig in Konzertsälen erklingen.
Kurzfazit: Felix Mendelssohn war ein zentraler Komponist der frühen Romantik, der Tradition und Erneuerung verband, als Dirigent und Pädagoge wirkungsvoll war und mit zahlreichen Werken bis heute Hörer und Interpreten begeistert.

