Der Impressionismus ist ein Malstil, der in Frankreich Ende des 19. Jahrhunderts begann. Die impressionistische Malerei zeigt lebensechte Sujets, die in einem breiten, schnellen Stil gemalt sind, mit leicht erkennbaren Pinselstrichen und oft leuchtenden Farben. Der Begriff "Impressionismus" stammt von einem Gemälde von ClaudeMonet, das er in einer Ausstellung mit dem Namen "Impression, soleil levant" ("Impression, Sonnenaufgang") zeigte. Ein Kunstkritiker namens Louis Leroy sah die Ausstellung und schrieb eine Rezension, in der er sagte, dass alle Gemälde nur "Impressionen" seien.

Die Maler des Impressionismus sind vor allem für ihre Arbeiten in Ölfarbe auf Leinwand bekannt. Einige impressionistische Maler fertigten auch Aquarelle und Drucke an. Es gibt auch einige impressionistische Skulpturen.

Entstehung und historische Einordnung

Der Impressionismus entstand in den 1860er–1870er Jahren als Reaktion auf die damaligen akademischen Normen, die im offiziellen Salon dominierten. Junge Künstler suchten nach neuen Wegen, das moderne Leben und die flüchtigen Wirkungen von Licht und Atmosphäre darzustellen. Sie malten häufig "en plein air" (im Freien), um unmittelbare Eindrücke von Landschaften, Stadtansichten oder Alltagsszenen festzuhalten. Die erste Gruppenausstellung, die gemeinhin als Beginn der Bewegung gilt, fand 1874 statt und löste heftige Kritik, aber auch großes Interesse in der Öffentlichkeit aus.

Typische Merkmale

  • Betonung des Lichts und seiner Veränderung: Impressionisten konzentrieren sich auf Lichtstimmungen zu bestimmten Tageszeiten und die Auswirkungen von Licht auf Farben und Formen.
  • Sichtbare, kurze Pinselstriche: Statt glatter, sorgfältig ausgearbeiteter Flächen verwenden sie kurze, oft nebeneinandergesetzte Striche, die aus der Nähe fragmentiert, aus der Entfernung aber ein Ganzes ergeben.
  • Helle, unverfälschte Farben: Schwarz wird selten direkt verwendet; Schatten werden durch gebrochene Farben und Komplementärkontraste erzeugt.
  • Momentaufnahme und Bewegung: Kompositionen wirken oft spontan, wie fotografische Ausschnitte, mit Ausschnitten und ungewöhnlichen Blickwinkeln.
  • Motivauswahl: Alltagsszenen, Straßencafés, Pariser Boulevards, Bahnhöfe, Gärten, Strandszenen und Freizeitaktivitäten sind typische Sujets.
  • Einfluss anderer Künste: Die Wirkung japanischer Holzschnitte (Japonisme) und die Entwicklung der Fotografie beeinflussten Komposition und Ausschnittsverhalten.

Techniken und Materialien

Die meisten Impressionisten malten in Ölfarbe auf Leinwand, weil diese Medien eine intensive Farbwirkung und schnelle Übermalung erlaubten. Gleichzeitig nutzten viele Künstler Aquarelle für Skizzen und Studien, und Drucktechniken (Drucke) verbreiteten ihre Motive einem breiteren Publikum. Manche Maler arbeiteten direkt im Freien mit kleinen Staffeleien und Tubenfarben, um die flüchtigen Lichtverhältnisse genau zu erfassen. Auch pastose Farbaufträge (Impasto) und die Mischung von Farbtönen nebeneinander statt zuvor gemischter Töne sind charakteristisch.

Bekannte Künstler

  • Claude Monet (Schlüsselgestalt; zahlreiche Studien zum Licht und zur Farbe)
  • Pierre-Auguste Renoir (bekannt für Porträts und lebendige Gesellschaftsszenen)
  • Edgar Degas (Tänzerinnen, Innenräume, ausgeprägtes Interesse an Komposition und Bewegung; er schuf auch Skulpturen)
  • Camille Pissarro (langlebiger Vertreter, der Landschaften und ländliche Szenen malte)
  • Alfred Sisley (Landschaften und Flussansichten)
  • Berthe Morisot und Mary Cassatt (Frauen, die zentrale Rollen innerhalb der Bewegung spielten)
  • Paul Cézanne (überschreitet die Grenzen zum Post-Impressionismus und bildete die Grundlage für spätere Entwicklungen)

Rezeption und Wirkung

Anfangs wurden Impressionisten oft verlacht oder marginalisiert, doch im Laufe der Zeit gewann ihre Malweise an Anerkennung und Einfluss. Der Impressionismus ebnete den Weg für vielfältige Richtungen der modernen Kunst, darunter den Post-Impressionismus, Pointillismus und Fauvismus. Heute gelten impressionistische Werke als Meilensteine der Kunstgeschichte und sind in Museen weltweit zu sehen.

Kurz zusammengefasst

Der Impressionismus steht für die Darstellung flüchtiger Eindrücke, die Suche nach Licht- und Farbwirkungen sowie für eine neue, freiere Malweise. Er veränderte die Kunst des 19. Jahrhunderts nachhaltig und beeinflusste zahlreiche nachfolgende Strömungen.