St. Helena, Himmelfahrt und Tristan da Cunha ist ein britisches Überseegebiet. Es liegt im Südatlantik und besteht aus der Insel St. Helena, der Insel Christi Himmelfahrt und der Inselgruppe Tristan da Cunha. Insgesamt gibt es acht Inseln und die wichtigste ist St. Helena mit einer Gesamtfläche von 308 Quadratkilometern (119 Quadratmeilen).

Bis zum 1. September 2009 war sie unter dem Namen "Heilige Helena und Abhängigkeiten" bekannt. Damals gab eine neue Verfassung allen Inseln des Territoriums den gleichen Status.

Geographie und Bevölkerung

  • St. Helena ist eine relativ isolierte Insel mit steilen Klippen, tiefen Tälern und einer zerklüfteten Küste. Die Hauptstadt ist Jamestown.
  • Ascension (Insel Christi Himmelfahrt) ist vulkanischen Ursprungs und deutlich flacher; sie hat militärische und technische Einrichtungen sowie eine kleine, meist temporäre Bevölkerung.
  • Tristan da Cunha ist eine entlegene Inselgruppe mit vulkanischem Hauptinselkern; die Hauptsiedlung heißt Edinburgh of the Seven Seas und das Panorama wird von dem hohen Vulkankegel Queen Mary's Peak dominiert.
  • Die Gesamtbevölkerung des Territoriums ist gering und verteilt sich auf die Inseln: St. Helena (einige tausend Einwohner), Ascension (ein paar hundert bis tausend, teils militärisches/technisches Personal) und Tristan da Cunha (rund einige hundert Bewohner auf der Hauptinsel). Die Zahlen schwanken durch saisonale und dienstliche Veränderungen.

Verwaltung und Politik

Das Gebiet ist ein Überseegebiet des Vereinigten Königreichs. Der britische Monarch ist Staatsoberhaupt; ein Gouverneur mit Sitz auf St. Helena vertritt die Krone und die einzelnen Inseln verfügen über lokale Räte bzw. Verwaltungsstrukturen. Die heutige Verfassung von 2009/2009–2010 sichert den gleichwertigen Status der Inseln innerhalb des Territoriums.

Wirtschaft

  • Wirtschaftlich spielen Verwaltung, Versorgung, Fischerei, begrenzter Tourismus und Dienstleistungsbereiche die größte Rolle.
  • Ascension ist aufgrund seiner militärischen und technischen Einrichtungen (z. B. Flughäfen, Kommunikationsstationen) wirtschaftlich stark von diesen Aktivitäten geprägt.
  • Auf Tristan da Cunha ist die lokale Landwirtschaft (vor allem Viehzucht) und der Verkauf von handwerklichen Erzeugnissen sowie der Fischfang wichtig.
  • Die Währung orientiert sich am britischen Pfund; St. Helena gibt eigene Banknoten und Münzen (St. Helena-Pfund) aus, die zum Pfund Sterling gedeckt sind.

Geschichte – kurz

  • Die Inseln wurden in der Zeit der europäischen Entdeckungen entdeckt (Portugiesen entdeckten St. Helena Anfang des 16. Jahrhunderts). Seitdem wechselte die Nutzung hin und her, unter anderem als Zwischenstopp für Schiffe.
  • St. Helena ist international vor allem als Exilort Napoléons bekannt: Er starb dort 1821.
  • Die engen Verbindungen zum Vereinigten Königreich prägen Verwaltung, Infrastruktur und Kultur bis heute.

Natur, Artenvielfalt und Schutz

Die Inseln besitzen eine bemerkenswerte endemische Flora und Fauna, da ihre Isolation zur Entwicklung vieler einzigartiger Arten geführt hat. Gleichzeitig sind viele Arten durch Einbürgerung fremder Pflanzen- und Tierarten sowie durch historische Nutzung bedroht. Es gibt aktive Naturschutzprojekte zur Wiederherstellung von Habitaten, Schutz seltener Pflanzenarten und Erhalt mariner Lebensräume.

Anreise und Infrastruktur

  • St. Helena verfügt seit einigen Jahren über einen Flughafen mit Linienverbindungen; zuvor war die Insel nur per Schiff erreichbar.
  • Ascension hat einen militärischen Flugplatz (Wideawake/RAF Ascension), der neben militärischen Funktionen auch gelegentlich zivilen Verkehr abwickelt.
  • Tristan da Cunha ist extrem abgelegen und regelmäßig nur per Versorgungsschiff erreichbar; es gibt keinen Flughafen für Linienverkehr.
  • Auf allen Inseln sind Transportmöglichkeiten eingeschränkt und wetterabhängig; Reisen sollten gut geplant werden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Jamestown (St. Helena) mit historischer Kolonialarchitektur, Forts und Museen.
  • Auf Ascension sind technische Anlagen und historische Spuren der Luftfahrt- und Militärgeschichte zu sehen.
  • Tristan da Cunha bietet ein einzigartiges Beispiel isolierter Gemeinschaftskultur und traditionelle Lebensweise.
  • Die Inseln eignen sich für Naturfreunde: Vogelbeobachtung, Wanderungen und das Erleben sehr abgelegener Lebensräume sind besondere Attraktionen.

Praktische Hinweise

  • Sprache: Englisch ist Amtssprache.
  • Versorgung, medizinische Infrastruktur und Unterkünfte sind begrenzt – Reisende sollten Vorbereitungen treffen und sich im Vorfeld informieren.
  • Respekt vor lokalen Traditionen und Schutzmaßnahmen für empfindliche Naturräume ist wichtig; das Gebiet hat strikte Regeln für Naturschutz und Quarantäne zur Vermeidung von Einschleppungen schädlicher Arten.

Wer mehr über einzelne Inseln oder die Verfassung erfahren möchte, kann die obenstehenden Links nutzen, um gezielt zusätzliche Informationen zu erhalten.