Camille Saint-Saëns (französisch: Camille Saint-Saëns) (geboren am 9. Oktober 1835 in Paris; gestorben am 16. Dezember 1921 in Algier) war ein französischer Komponist, Pianist und Organist. Er gilt als einer der bedeutendsten und vielseitigsten französischen Musiker des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Saint-Saëns komponierte in fast allen Gattungen: Symphonien, Konzerte, Opern, Kammermusik, Klavier- und Orgelwerke sowie Chor- und Vokalstücke. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Symphonie Nr. 3 (mit Orgel), das Klavierkonzert Nr. 2, das Violinkonzert Nr. 3, das Cellokonzert Nr. 1, die Oper Samson und Delilah und die sinfonische Dichtung Danse Macabre. Sein beliebtestes Werk ist jedoch der Karneval der Tiere. Saint-Saëns hasste es, als "der Komponist des Karnevals der Tiere" reduziert zu werden: er betonte, das Stück habe er aus Heiterkeit geschrieben und habe lange Zeit nicht gewollt, dass es öffentlich aufgeführt werde. Dennoch gehört es bis heute zu den populärsten und am leichtesten zugänglichen Werken, besonders für Kinder.
Leben und Wirken
Saint-Saëns zeigte schon früh außergewöhnliche musikalische Fähigkeiten und erhielt seine Ausbildung in Paris, u. a. am Conservatoire. Er arbeitete als Organist und konzertierte als Pianist; seine Karriere umfasste sowohl Auftritte als Virtuose als auch kompositorische Tätigkeiten. Er engagierte sich für die Förderung der französischen Musik und war Mitbegründer der Société Nationale de Musique (1871), die französischen Komponisten eine Plattform bieten sollte. Saint-Saëns unternahm zahlreiche Konzertreisen und pflegte Kontakte zu anderen führenden Musikern seiner Zeit.
Musikalischer Stil
Sein Stil verbindet klassische Formenfestigkeit und Klarheit mit brillanter Orchestrierung, melodischem Einfallsreichtum und oft ironischem oder humorvollem Charakter. Saint-Saëns war technisch äußerst versiert — sowohl am Klavier als auch in der Komposition — und legte großen Wert auf handwerkliche Perfektion. Gleichzeitig blieb er musikalisch konservativ gegenüber manchem avantgardistischen Neuerungen seiner Zeit, konnte aber modernere Elemente gekonnt integrieren.
Werk und Bedeutung
- Orchestermusik: Neben der berühmten Symphonie Nr. 3 und der Danse Macabre schrieb er mehrere sinfonische Dichtungen (z. B. Phaéton), Ouvertüren und Ballette.
- Konzerte: Seine Klavier-, Violin- und Cellokonzerte gehören zum Standardrepertoire vieler Solisten; besonders das Klavierkonzert Nr. 2 und das Violinkonzert Nr. 3 werden häufig gespielt.
- Oper: Samson und Delilah ist seine erfolgreichste Oper und blieb dauerhaft im Repertoire wegen ihrer einprägsamen Chöre und Arien.
- Kammermusik und Klavierwerke: Saint-Saëns schrieb Kammermusik von hohem handwerklichem Niveau, Sonaten und kleinere Klavierstücke, die seinen melodischen und formalen Sinn zeigen.
- Humorvolles und populäres: Der Karneval der Tiere zeigt seine leichte, ironische Seite; Stücke wie Le Cygne (Der Schwan) sind besonders beliebt.
Wirkung und Nachruhm
Saint-Saëns hatte großen Einfluss auf die französische Musikkultur: er förderte jüngere Komponisten, setzte sich für die Pflege musikalischer Traditionen ein und half, die französische Orchesterszene zu stärken. Sein Ruf wandelte sich nach seinem Tod: zeitweise wurde er als zu konservativ kritisiert, doch seine meisterhafte Orchestrierung, die Qualität vieler Werke und die Popularität einzelner Stücke führten zu einer bleibenden Wertschätzung. Viele seiner Kompositionen zählen heute zum festen Repertoire und werden regelmäßig aufgeführt und eingespielt.
Tod: Camille Saint-Saëns starb am 16. Dezember 1921 in Algier. Sein umfangreiches Œuvre und seine vielseitige Wirkung als Interpret, Komponist und Förderer haben ihm einen festen Platz in der Musikgeschichte gesichert.

