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Dietrich Fischer-Dieskau – Deutschlands bedeutendster Lied- und Opernbariton

Dietrich Fischer‑Dieskau – Deutschlands herausragender Lied‑ und Opernbariton: Legende des Liedgesangs, meistaufgezeichneter Sänger mit vielseitigem Repertoire und internationaler Karriere.

Dietrich Fischer-Dieskau (geboren am 28. Mai 1925 in Berlin, gestorben am 18. Mai 2012 im oberbayerischen Berg) war ein deutscher Bariton und einer der einflussreichsten Sänger des 20. Jahrhunderts. Mehr als 30 Jahre lang galt er international vielen Fachleuten und Hörern als der bedeutendste männliche Sänger der klassischen Musik. Besonders berühmt wurde er durch seinen Liedgesang – vor allem für die Liederzyklen von Schubert, Schumann und Brahms – daneben war er ein gefragter Opernsänger und Konzertsänger mit Orchestern und Solisten. In späteren Jahren betätigte er sich auch als dirigierter, als Dozent und als Autor zahlreicher Schriften zur Gesangskunst.

Fischer-Dieskau verfügte über eine lyrische Baritonstimme mit großer Farbenvielfalt, feiner Phrasierung und außergewöhnlicher Wortdeutlichkeit. Er hatte nicht die schwere, kraftvoll-dramatische Qualität, wie man sie von einem Heldentenor erwarten würde, zeigte aber durch seine musikalische Intelligenz und sein dramatisches Gespür, dass auch ein eher lyrischer Bariton anspruchsvolle Rollen überzeugend gestalten kann. Deshalb übernahm er im Lauf seiner Karriere zahlreiche Partien, die man sonst als besonders schwer und dramatisch einschätzt, darunter Wotan in Richard Wagners Ringzyklus (mit Bezug auf Richard Wagner), Hans Sachs in Die Meistersinger vonNürnberg, Amfortas in Parsifal und Macbeth in der Oper von Verdi. Sein Repertoire reichte außerdem von Mozart und Haydn über Schubert, Schumann, Brahms und Hugo Wolf bis zu Strauss und Mahler.

Fischer-Dieskaus Markenzeichen war die minutiöse Ausarbeitung des Textes, die nuancierte Artikulation und eine unaufdringliche, aber tiefgehende musikalische Ausdruckskraft. Diese Fähigkeiten machten ihn zum idealen Liedinterpreten: Seine Einspielungen von Schuberts "Winterreise", "Die schöne Müllerin" und Schumanns "Dichterliebe" gelten bis heute als Referenzaufnahmen. Er arbeitete regelmäßig mit bekannten Liedbegleitern zusammen und gab weltweit zahllose Liederabende und Konzertreihen.

Er ist der meistaufgezeichnete Sänger aller Zeiten und hinterließ ein umfangreiches Schallplatten- und CD-Oeuvre mit Aufnahmen von Liedern, Oratorien, Opern und Konzerten. Neben Deutsch auch sang er in vielen anderen Sprachen, unter anderem in Französisch, Russisch, Hebräisch und Ungarisch. Seine Interpretationen zeichneten sich durch präzise Sprachbeherrschung und stilistische Sensibilität aus.

Neben seiner Bühnen- und Schallplattenarbeit engagierte sich Fischer-Dieskau als Pädagoge, schrieb Essays, Bücher und Erinnerungen zur Gesangskunst und gab über Jahrzehnte internationale Meisterkurse. Für sein Lebenswerk erhielt er viele Auszeichnungen und Ehrungen. Sein Einfluss auf die nachfolgenden Sänger-Generationen ist bis heute spürbar: Er prägte die Auffassung vom Lied als intimem, textzentriertem Kunstwerk und setzte Maßstäbe in der Verbindung von Stimme, Sprache und musikalischer Gestaltung.

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Frühe Jahre

Dietrich Fischer-Dieskau wurde in Berlin geboren. Seine Eltern waren Lehrer. Er begann schon als Kind zu singen und erhielt im Alter von 16 Jahren Gesangsunterricht. Er musste 1943 während des Zweiten Weltkriegs in die deutsche Wehrmacht eintreten. Die Schule hatte er gerade erst beendet. Er wurde 1945 in Italien gefangen genommen und verbrachte zwei Jahre als amerikanischer Kriegsgefangener. Während dieser Zeit sang er in Kriegsgefangenenlagern Lieder für deutsche Soldaten mit Heimweh.

Karriere

1947 kehrte er nach Deutschland zurück, wo er seine professionelle Karriere mit dem Baritonsolo in Brahms' Ein Deutsches Requiem ohne jede Probe begann. (Er war in letzter Minute der Ersatz für einen erkrankten Sänger.) Seinen ersten Liederabend gab er später im selben Jahr in Leipzig.

Schon früh in seiner Karriere arbeitete er mit den berühmten lyrischen Sopranistinnen Elisabeth Schwarzkopf und Irmgard Seefried sowie dem Tonträgerhersteller Walter Legge zusammen und produzierte sehr populäre Alben mit Liedern von Franz Schubert und Hugo Wolf.

Im Herbst 1948 wurde Fischer-Dieskau Solo-Bariton an der Städtischen Oper Berlin (West-Berlin) und gab seine erste Opernaufführung in der Rolle der Posa in Verdis Don Carlos unter dem Dirigenten Ferenc Fricsay. Dieses Ensemble, das nach 1961 als Deutsche Oper bekannt wurde, sollte bis zu seinem Rückzug von der Opernbühne 1978 seine künstlerische Heimat sein.

Fischer-Dieskau gastierte an den Opernhäusern in Wien und München. Nach 1949 unternahm er Konzertreisen in den Niederlanden, der Schweiz, Frankreich und Italien. 1951 trat er erstmals bei einem Konzert der Salzburger Festspiele mit Mahlers Lieder eines fahrenden Gesellen unter Wilhelm Furtwängler auf. Er begann, in der ganzen Welt aufzutreten: in der Royal Albert Hall, London, Boston, Massachusetts und bei den Bayreuther Festspielen.

Als Opernsänger trat Fischer-Dieskau vor allem in Berlin und an der Bayerischen Staatsoper in München auf. Außerdem gastierte er an der Wiener Staatsoper, am Royal Opera House, am Covent Garden in London, an der Hamburgischen Staatsoper, in Japan und am King's Theatre in Edinburgh während des Edinburgh Festivals. Seine erste Tournee in den Vereinigten Staaten fand 1955 statt, als er 29 Jahre alt war. Für seine dortigen Rezitale wurde er von Gerald Moore begleitet. Er nahm viele Lieder mit Gerald Moore auf und gab viele Liederabende mit ihm, bis Moore 1967 in den Ruhestand ging. Danach machten sie jedoch weiterhin Aufnahmen. Ihre Aufnahmen der Schubert-Lied-Zyklen Die schöne Müllerin und Die Winterreise wurden sehr geschätzt.

Fischer-Dieskau spielte auch viele Werke von lebenden Komponisten wie Benjamin Britten, Samuel Barber, Hans Werner Henze, Karl Amadeus Hartmann, Ernst Krenek und Witold Lutosławski.

Fischer-Dieskau hat auch viele berühmte Rollen in italienischen Opern aufgenommen, z.B. Verdis Rigoletto und Rodrigo in Verdis Don Carlos, Scarpia in Giacomo Puccinis Tosca. 1978 zog er sich von der Oper zurück.

Fischer-Dieskaus Musikalität und Technik waren immer perfekt. Am Neujahrstag 1993 zog er sich mit 67 Jahren aus dem Konzertsaal zurück und verbrachte seine Zeit mit Dirigieren, Unterrichten (insbesondere der Interpretation von Liedern), Malen und dem Schreiben von Büchern.

Persönliches Leben

1949 heiratete Fischer-Dieskau die Cellistin Irmgard Poppen. Gemeinsam hatten sie drei Söhne: Mathias, der Bühnenbildner wurde, Martin (Dirigent) und Manuel (Cellist). Irmgard Poppen starb 1963 an Komplikationen nach der Geburt. Danach war Fischer-Dieskau von 1965 bis 1967 mit der Schauspielerin Ruth Leuwerik und von 1968 bis 1975 mit Kristina Pugell verheiratet. Von 1977 bis zu seinem Tod war Fischer-Dieskau mit der Sopranistin Julia Varady verheiratet.

Hörproben

·         Fischer-Dieskau singt Gustav Mahler "Kindertotenlieder".

·         Wenn Dein Mütterlein

·         Nun she' ich wohl, warum so dunkle Flammen

·         Oft denk' ich, sie sind nur ausgegangen

·         In diesem Wetter, in diesem Braus

Fragen und Antworten

F: Wer war Dietrich Fischer-Dieskau?

A: Dietrich Fischer-Dieskau war ein deutscher Baritonsänger, der mehr als 30 Jahre lang als der größte männliche Sänger in der klassischen Musik galt.

F: Für welche Art von Musik war Fischer-Dieskau bekannt?

A: Fischer-Dieskau war vor allem für seinen Gesang von Liedern, also deutschen Kunstliedern, bekannt.

F: War Fischer-Dieskau nur ein Sänger?

A: Nein, Fischer-Dieskau war auch ein hervorragender Opernsänger sowie ein Konzertsänger mit Orchestern. Später in seiner Karriere dirigierte er auch.

F: Welche Art von Stimme hatte Fischer-Dieskau?

A: Fischer-Dieskau hatte eine lyrische Baritonstimme, keine kraftvolle, heroische Stimme wie ein Heldentenor.

F: Welche Opernrollen hat Fischer-Dieskau aufgenommen?

A: Fischer-Dieskau nahm viele Opernrollen auf, die traditionell für Heldentenöre vorgesehen sind, darunter Wotan in Richard Wagners Ring-Zyklus, Hans Sachs in Die Meistersinger von Nürnberg, Amfortas in Parsifal und Macbeth in Verdis Oper.

F: In wie vielen Sprachen hat Fischer-Dieskau gesungen?

A: Fischer-Dieskau sang nicht nur in Deutsch, sondern auch in vielen anderen Sprachen: Französisch, Russisch, Hebräisch und Ungarisch.

F: Ist Fischer-Dieskau der meistgespielte Sänger aller Zeiten?

A: Ja, Fischer-Dieskau ist der am meisten aufgenommene Sänger aller Zeiten.

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