In diesem Artikel geht es um die universelle religiöse Institution. Allgemeine Informationen über das Christentum oder Informationen über bestimmte christliche Konfessionen finden Sie auf der entsprechenden Seite. Für andere Verwendungen siehe Kirche (Disambiguierung).

Der Begriff christliche Kirche, katholische Kirche oder eine heilige katholische und apostolische Kirche, wie sie 110 n. Chr. genannt wurde, bezieht sich auf die "universale Gesellschaft der Gläubigen". Er bezeichnet jede Person, die jemals den christlichen Glauben angenommen hat oder jemals annehmen wird. Die Idee ist, dass all diese Menschen zusammen einen "Körper" bilden, der "die Kirche" genannt wird. "Die Kirche" (in diesem Sinne) wird von Christen nicht als eine gewöhnliche menschliche Organisation betrachtet. Sie wird als Teil des Weges Gottes angesehen, der die Menschen nahe zu ihm bringt. Die "Kirche" wurde von Jesus im 1. Jahrhundert n. Chr. begonnen. Sie wird "die christliche Kirche" genannt, weil Jesus "der Christus" (oder Heiliger von Gott) genannt wurde.

"Kirchen" als christliche Organisationen wurden von den Nachfolgern Jesu gegründet. Heute gibt es viele Kirchen im Sinne von "kirchlichen Organisationen". Die verschiedenen organisierten Kirchen werden als christliche Konfessionen bezeichnet.

Die wichtigsten christlichen Glaubensrichtungen werden von allen größeren christlichen Konfessionen vertreten. Diese Überzeugungen werden von den Christen oft in einem "Glaubensbekenntnis", dem sogenannten Glaubensbekenntnis, laut ausgesprochen. Die römisch-katholische, orthodoxe, lutherische, anglikanische Gemeinschaft und andere protestantische Kirchen glauben alle, dass Gott der "Schöpfer und ewige Vater aller Dinge" ist, dass Jesus der "Christus" und Sohn Gottes war, der gestorben ist, um die Menschen vor der Strafe für ihre Sünden zu retten, und dass der Heilige Geist Gottes Gabe ist, um christlichen Menschen zu helfen und sie zu trösten. Christen glauben, dass dies drei Teile des einen Gottes sind.

Es gibt viele andere Überzeugungen, die von Konfession zu Konfession unterschiedlich sind. Diese Unterschiede haben manchmal zu Streitigkeiten geführt und die organisierte Kirche in Konfessionen gespalten. Die unterschiedlichen Meinungen werden als Kontroversen bezeichnet.

Was ist mit "Kirche" gemeint?

Der Begriff Kirche hat mehrere Bedeutungen, die oft nebeneinander verwendet werden:

  • Universal- oder Gesamtkirche: Die Gesamtheit aller Menschen, die an Jesus Christus glauben, unabhängig von Konfession oder Zeit.
  • Lokale Gemeinde: Eine konkrete Kirche vor Ort, z. B. eine Pfarrgemeinde oder Versammlung.
  • Kirchliche Institution: Eine organisatorische Struktur mit Lehre, Ämtern und Verwaltung (z. B. die römisch-katholische Kirche als Institution mit Papst, Bischöfen und Diözesen).

Kurzüberblick über die Geschichte

Die Geschichte der christlichen Kirche lässt sich grob in mehrere Phasen gliedern:

  • Apostolische Zeit (1. Jahrhundert): Gründung der ersten Gemeinden durch die Apostel und frühe Missionstätigkeit im römischen Reich.
  • Frühe Kirche und Konzilien (2.–5. Jahrhundert): Entwicklung von Lehre und Liturgie; wichtige Glaubensbekenntnisse (z. B. das Nizäno-Konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis) entstanden; erste ökumenische Konzilien befassten sich mit Fragen wie der Dreifaltigkeit und der Natur Christi.
  • Mittelalterliche Kirche: Die Kirche wurde zu einer prägenden Institution in Europa; theologische und klösterliche Entwicklungen; Entstehung von Bistümern und kirchlicher Hierarchie.
  • Kirchenspaltungen: Wichtige Trennungen sind die Große Schisma 1054 (Trennung zwischen westlicher römisch-katholischer und östlicher orthodoxer Kirche) und die Reformation im 16. Jahrhundert, die zur Bildung vieler protestantischer Kirchen führte.
  • Neuzeit: Entwicklung moderner Denominationen, Missionsbewegungen, ökumenische Bestrebungen und die Auseinandersetzung mit Säkularisierung, Wissenschaft und Menschenrechten.

Wichtige Glaubenslehren

Obwohl die Ausprägungen variieren, teilen viele christliche Kirchen grundlegende Überzeugungen:

  • Dreifaltigkeit: Der eine Gott in drei Personen: Vater, Sohn (Jesus Christus) und Heiliger Geist.
  • Christologie: Jesus Christus als Sohn Gottes, Mensch und Gott, dessen Leben, Tod und Auferstehung die Grundlage der Erlösung sind.
  • Sakramente/Ordinanzen: Rituale wie Taufe und Abendmahl, die je nach Konfession unterschiedliche Bedeutung und Anzahl haben (z. B. sieben Sakramente in der römisch‑katholischen und orthodoxen Tradition, zwei „Sakramente“ bzw. Ordinanzen in vielen protestantischen Traditionen).
  • Heilige Schriften: Die Bibel (Altes und Neues Testament) als zentrale Quelle von Lehre und Leben, interpretiert je nach Tradition unterschiedlich.

Sakramente, Gottesdienst und Spiritualität

Gottesdienste, Liturgie und Sakramente sind zentrale Elemente des kirchlichen Lebens. Sie dienen der Verkündigung, dem Gebet, der Erinnerung an die Erlösung und der Gemeinschaft. Beispiele:

  • Taufe: Aufnehmen in die christliche Gemeinschaft; kann als Kindertaufe oder Erwachsenentaufe gefeiert werden.
  • Abendmahl/Eucharistie: Erinnerung an das letzte Abendmahl Jesu; in manchen Kirchen als Realpräsenz verstanden, in anderen als symbolische Handlung.
  • Weitere Sakramente: Eucharistie, Firmung/Chrismation, Buße, Ehe, Weihe, Krankensalbung (je nach Tradition unterschiedliche Gewichtung und Zahl).

Organisation und Amtsträger

Die Struktur variiert stark:

  • Hierarchische Modelle: In der römisch‑katholischen und orthodoxen Kirche stehen Bischöfe, Priester und Diakone im Zentrum; der Papst hat in der römisch‑katholischen Kirche eine besondere Stellung.
  • Synodale oder presbyteriale Modelle: In orthodoxen und anglikanischen Traditionen spielen Synoden und Kollegialität eine wichtige Rolle.
  • Kongregationalistische und freie Gemeinden: In vielen protestantischen Kirchen liegt die Entscheidungsgewalt stärker bei der lokalen Gemeinde.
  • Laien und Ehrenamt: In allen Kirchen übernehmen Laien vielfältige Aufgaben in Gottesdienst, Diakonie und Verwaltung.

Wichtigste Konfessionen (Kurz)

Zu den großen Familien christlicher Kirchen gehören unter anderem:

  • römisch‑katholische Kirche
  • orthodoxe Kirchen (östliche Orthodoxie)
  • Orientalische Orthodoxe und alte ostkirchliche Gemeinschaften (z. B. Koptisch‑orthodoxe, Armenisch‑Apostolische Kirche)
  • lutherische Kirchen
  • anglikanische Gemeinschaft
  • protestantische Kirchen verschiedener Strömungen (reformiert, methodistisch, baptistisch, pfingstlich, freikirchlich u. a.)
  • Kleinere und unabhängige Gemeinschaften sowie neue Bewegungen

Ökumene und interkonfessioneller Dialog

Seit dem 20. Jahrhundert gibt es verstärkte Bemühungen um ökumenischen Dialog zwischen den Kirchen, etwa durch den Ökumenischen Rat der Kirchen und bilaterale Gespräche. Ziel ist es, gemeinsame Verständnisse zu fördern, historische Differenzen zu klären und in Praxis in gesellschaftlichen Fragen zusammenzuarbeiten.

Rolle der Kirche in Gesellschaft und Kultur

Kirchen prägen Bildung, Kunst, Musik, Recht und soziale Fürsorge in vielen Ländern. Sie betreiben Krankenhäuser, Schulen, karitative Einrichtungen und setzen sich in Fragen von Ethik und Menschenwürde ein. In vielen Regionen spielen Kirchen eine wichtige Rolle im öffentlichen Leben und in politischen Debatten, in anderen sind sie eher privatreligiöse Gemeinschaften.

Konflikte und Kritik

Die Kirche als Institution war und ist Gegenstand von Kontroversen, etwa:

  • theologische Streitfragen, die zu Spaltungen führten (z. B. Reformation, Schismen)
  • Umgang mit Macht, politischem Einfluss und Besitz
  • Missbrauchsskandale und mangelnde Aufarbeitung in einzelnen Kirchen
  • Debatten über die Rolle der Frau, Sexualethik, Wiederverheiratung nach Scheidung und die Zulassung homosexueller Partnerschaften
  • Säkularisierung und abnehmende Mitgliederzahlen in manchen Regionen versus starkes Wachstum in anderen (z. B. Afrika, Teile Asiens, Lateinamerika)

Verbreitung und heutige Herausforderungen

Das Christentum ist weltweit eine der größten Religionsfamilien. Innerhalb der christlichen Kirchen gibt es große demografische Verschiebungen: Während in Westeuropa und Teilen Nordamerikas Säkularisierung fortschreitet, wächst die Zahl der Christen in Afrika, Teilen Asiens und Lateinamerikas deutlich. Aktuelle Herausforderungen sind unter anderem:

  • Dialog zwischen Tradition und Moderne
  • Auseinandersetzung mit sozialen Fragen und Menschenrechten
  • Ökumenische Zusammenarbeit und interreligiöser Dialog
  • Aufarbeitung von Missbrauch und Korruption

Zusammenfassung

Die "christliche Kirche" ist sowohl die Gemeinschaft aller Gläubigen als auch die Bezeichnung für zahlreiche organisierte Kirchen mit unterschiedlichen Traditionen. Gemeinsam sind die zentralen Glaubensüberzeugungen zu Christus, zur Bibel und zur Gemeinschaft der Gläubigen, während sich Lehre, Liturgie und kirchliche Strukturen zwischen den Konfessionen deutlich unterscheiden können. Geschichte, Kultur und soziale Aufgaben machen die Kirche zu einer prägenden Kraft in vielen Teilen der Welt.