Diese Zeitleiste soll die Geschichte des Christentums von den Anfängen bis in die Gegenwart zeigen. Fragezeichen an Daten bedeuten, dass die Daten nicht exakt sind.

Die westliche Kultur und die christlichen Kirchen verwenden den Gregorianischen Kalender. Der Gregorianische Kalender ist seit 1582 in Gebrauch, als er den weniger genauen Julianischen Kalender ersetzte. Der Gregorianische Kalender begann in Europa in der Regierungszeit von Papst Gregor XIII. Heute wird der Gregorianische Kalender fast überall auf der Welt verwendet (mit Ausnahme der Berechnung der heiligen Tage anderer Religionen).

Der Gregorianische Kalender datiert Jahre vor oder nach der Geburt Jesu. Jahre, die vor der Geburt Jesu liegen, haben die Initialen BC (vor Christus) und Jahre, die nach der Geburt Jesu liegen, haben die Initialen AD (anno Domini - "im Jahr unseres Herrn"). Heutzutage werden sie oft v.u.Z. ("vor der gemeinsamen Ära") und n.u.Z. ("gemeinsame Ära") geschrieben.

Das "erste Jahr" ist das erste Jahr des "anno Domini" (der gemeinsamen Ära). Es gibt kein Jahr Null. Als der Gregorianische Kalender berechnet wurde, versuchten die Gelehrten herauszufinden, wann genau die Geburt Jesu stattfand. Das genaue Datum ist nicht sicher, aber die meisten sind sich einig, dass es zwischen 6 v. Chr. und 4 v. Chr. lag.

Ergänzende Hinweise zu Kalendern und Datierung

Kurzüberblick über die wichtigsten Kalendersysteme:

  • Julianischer Kalender – Eingeführt 45 v. Chr. durch Julius Cäsar. Er legte das Jahr mit durchschnittlich 365,25 Tagen fest (Schaltjahrregel: alle 4 Jahre). Die Abweichung gegenüber dem Sonnenjahr führte im Lauf der Jahrhunderte zu einer merklichen Verschiebung der Kalenderdaten gegenüber den Jahreszeiten.
  • Gregorianischer Kalender – Reform 1582 durch Papst Gregor XIII., um die vorher entstandene Verschiebung zu korrigieren. Die Schaltjahrregel wurde präzisiert (Jahre, die durch 100 teilbar sind, sind keine Schaltjahre, außer sie sind durch 400 teilbar). Bei Einführung wurden in katholischen Ländern 10 Tage übersprungen, um die Sommersonnenwende wieder auf den richtigen Termin zu bringen.
  • Heutige Lage – Zivile (staatliche) Kalender sind weltweit überwiegend gregorianisch. Viele orthodoxe Kirchen verwenden jedoch für ihre liturgische Jahresrechnung noch immer den julianischen Kalender oder verwenden eine modifizierte julianische Form für bestimmte Feste.

Wichtige Daten zur Einführung des Gregorianischen Kalenders

  • 1582: Papst Gregor XIII. führt den Gregorianischen Kalender ein; katholische Staaten übernehmen ihn sofort.
  • Protestantische Länder folgten später: z. B. Großbritannien und seine Kolonien 1752 (Überspringen von 11 Tagen), Schweden hatte eine komplizierte Übergangsphase Anfang des 18. Jahrhunderts und übernahm 1753 das System.
  • Russland führte ihn erst 1918 nach der Oktoberrevolution ein; Griechenland folgte 1923.

Bezeichnungen für Jahre (BC/AD, BCE/CE und deutsche Formen)

Die traditionellen lateinischen Bezeichnungen sind BC (Before Christ, vor Christus) und AD (Anno Domini, "im Jahr unseres Herrn"). In moderner, religionsneutraler wissenschaftlicher Praxis werden stattdessen oft BCE (Before Common Era) und CE (Common Era) verwendet. Im Deutschen treten folgende Formen auf:

  • v. Chr. = vor Christus
  • n. Chr. = nach Christus
  • Alternativ werden die internationalen Kürzel BCE/CE oder die deutschen Varianten v. u. Z. (vor unserer Zeitrechnung / vor der gemeinsamen Ära) und n. u. Z. (nach unserer Zeitrechnung / gemeinsame Ära) benutzt. In Ihrem Ausgangstext erscheinen die Kürzel v.u.Z. und n.u.Z.; diese sind gebräuchlich, aber weniger verbreitet als v. Chr. / n. Chr.

Warum es kein Jahr Null gibt

Die Zählung der Jahre nach Christus geht auf den Mönch Dionysius Exiguus (6. Jahrhundert) zurück, der die Jahre relativ zur angenommenen Geburt Jesu einteilte. Bei seiner Zählung gab es kein Jahr Null: das Jahr 1 v. Chr. wurde direkt gefolgt vom Jahr 1 n. Chr. Moderne astronomische und astronomisch-historische Systeme verwenden jedoch oft eine Jahreszählung mit Jahr 0 (entspricht 1 v. Chr.), um Rechenoperationen zu vereinfachen. Für historische Texte und die hier verwendeten Datierungen gilt: kein Jahr Null.

Geburtsjahr Jesu – warum 6–4 v. Chr.?

Das genaue Geburtsjahr Jesu ist nicht mit Sicherheit überliefert. Die traditionelle Rechnung Dionysius’ ist heute wissenschaftlich nicht unumstritten. Historische Hinweise – besonders die Erwähnung des Königs Herodes des Großen im Zusammenhang mit der Geburt Jesu und die übereinstimmend überlieferten Todesdaten Herodes’ um 4 v. Chr. – führen die meisten Forscher dazu, das Geburtsjahr Jesu in den Bereich etwa 6–4 v. Chr. zu datieren. Deshalb finden sich in historischen Zeitleisten manchmal Fragezeichen oder ungefähre Angaben bei solchen frühen Daten.

Fragezeichen bei Daten und Umgang mit Unsicherheiten

Ein Fragezeichen neben einem Datum bedeutet, dass das Datum unsicher oder nur ungefähr bekannt ist. Gründe für Unsicherheiten sind:

  • Unvollständige oder widersprüchliche Quellen
  • Unterschiedliche lokale Kalenderanfänge (z. B. Jahresbeginn am 25. März oder 1. Januar in verschiedenen Regionen und Epochen)
  • Spätere Überlieferungsfehler oder absichtliche chronologische Verschiebungen in Quellen

Beim Lesen oder Erstellen einer Zeitleiste zur Geschichte des Christentums ist es daher üblich, unsichere Daten mit einem Fragezeichen zu versehen oder als circa (ca.) zu kennzeichnen.

Praktische Hinweise für diese Zeitleiste

  • Datumsangaben beziehen sich, soweit nicht anders vermerkt, auf die heute übliche gregorianische Jahreszählung.
  • Bei Ereignissen, die vor der Einführung des gregorianischen Kalenders liegen, ist die Übertragung auf unsere heutige Jahreszählung prinzipiell möglich, bedarf aber oft eines Hinweises auf Unsicherheit.
  • Für liturgische Datierungen (z. B. Osterberechnung) können weiterhin julianische Kalenderdaten eine Rolle spielen; deshalb können liturgische und zivile Kalender auseinanderfallen.

Wenn Sie die Zeitleiste benutzen oder ergänzen wollen: Kennzeichnen Sie unsichere Daten deutlich (Fragezeichen, ca.), nennen Sie die verwendete Jahreszählung (gregorianisch/julianisch) und, wo relevant, den Quellenstand (z. B. antike Chroniken, Konzilsakten, archäologische Befunde).