Sperma (ausgesprochen SEE-men oder SEE-mən) ist die Flüssigkeit, die aus dem Ende des Penis eines Mannes austritt, wenn er einen Orgasmus (den Höhepunkt der sexuellen Erregung) hat und ejakuliert. Üblicherweise ist Sperma eine weiße bis gelbliche, leicht klebrige Substanz. Es besteht aus Spermien (männliche Zellen für die sexuelle Fortpflanzung), die im sogenannten Samenplasma schwimmen. Dieses Samenplasma enthält Wasser und verschiedene gelöste Chemikalien, Nährstoffe und Proteine, die Spermien schützen und ihre Beweglichkeit fördern. Bei einer normalen Ejakulation werden meist zwischen 1,5 und 5 Milliliter (bis zu einem Teelöffel voll) Samenflüssigkeit abgegeben.

Zusammensetzung des Spermas

  • Spermien: Die eigentlichen Fortpflanzungszellen, gebildet in den Hoden und im Nebenhoden gereift.
  • Samenplasma: Flüssigkeit, die von verschiedenen Drüsen beigesteuert wird — hauptsächlich den Samenbläschen (Seminalvesikel), der Prostata und den Bulbourethraldrüsen. Es enthält Fruktose als Energiequelle, Proteine, Enzyme, Zink, Citrat, Prostaglandine und andere Bestandteile.
  • pH und Schutzstoffe: Das Samenplasma neutralisiert teilweise die saure Scheidenumgebung und enthält Faktoren, die Spermienbeweglichkeit und Überleben verbessern.

Funktionen von Sperma

  • Fortpflanzung: Die Hauptfunktion ist das Transportieren von Spermien zur Eizelle, um Befruchtung zu ermöglichen.
  • Nährstoff- und Schutzfunktion: Samenplasma versorgt Spermien mit Energie und schützt sie vor schädlichen Einflüssen.
  • Einfluss auf das Immunsystem: Bestandteile des Samenplasmas können die Immunantwort in der weiblichen Schleimhaut modulieren, um das Überleben von Spermien zu erleichtern.
  • Weitere vorgeschlagene Effekte: Manche Forscher haben untersucht, ob Substanzen im Sperma kurzfristig Stimmung oder Bindung beeinflussen können; die Evidenz ist jedoch begrenzt und umstritten.

Worauf die Menge und Qualität des Spermas Einfluss nehmen

Die Samenqualität (Spermaqualität) wird anhand verschiedener Parameter beurteilt, zum Beispiel:

  • Volumen der Ejakulation (normal ≥ 1,5 ml)
  • Spermienkonzentration (normal ≥ 15 Millionen Spermien pro ml)
  • Gesamtzahl pro Ejakulat (normal ≥ 39 Millionen)
  • Beweglichkeit (Motilität; richtwertmäßig ≥ 32 % progressive Motilität)
  • Lebensfähigkeit (Vitalität) und Form (Morphologie)

Diese Grenzwerte stammen von internationalen Empfehlungen (z. B. WHO) und dienen als Orientierungswerte — für die Fertilität ist immer die Kombination aller Parameter wichtig. Verschlechterung kann durch Alter, Rauchen, übermäßigen Alkoholkonsum, Drogen, Übergewicht, Hitzeeinwirkung am Hoden (z. B. häufige Saunen), bestimmte Medikamente, Infektionen (z. B. Hodenentzündungen), Hormonstörungen oder Varikozele entstehen.

Gesundheitsrisiken, Infektionen und Schutz

Sperma kann Krankheitserreger tragen und so sexuell übertragbare Krankheiten (STIs) übertragen — darunter HIV, Chlamydien, Gonorrhö (Tripper), Hepatitis B und andere. Das Tragen eines Kondoms reduziert dieses Risiko deutlich. Auch wenn Sperma die Haut einer anderen Person berührt, kann theoretisch eine Übertragung erfolgen, vor allem wenn Schleimhäute betroffen sind oder Wunden vorhanden sind.

In seltenen Fällen kann Sperma eine allergische Reaktion (sogenannte Seminal-Plasma-Hypersensitivität) bei der empfangenden Person auslösen. Symptome reichen von lokalen Beschwerden wie Brennen und Schwellung bis hin zu systemischen Reaktionen. Solche Fälle sind jedoch selten; Kondome bieten hier ebenfalls Schutz.

Farb- und Konsistenzveränderungen — wann zum Arzt?

  • Weißlich/cremig: übliches Aussehen.
  • Wässrig: kann auf niedrige Spermienzahlen oder vermehrte Sekretionsmengen hindeuten.
  • Gelblich: oft unbedenklich (z. B. durch Ernährung oder Urinreste), kann aber bei Gelbsucht (Ikterus) anders gedeutet werden.
  • Grünlich oder übelriechend: kann auf eine Infektion hinweisen.
  • Rötlich oder bräunlich (Blut im Sperma, Hämatospermie): meist harmlos, aber ärztlich abklären lassen, besonders wenn Schmerzen oder wiederholtes Auftreten.

Bei Schmerzen beim Ejakulieren, Blut im Sperma, anhaltenden Veränderungen, Fieber oder Fruchtbarkeitsproblemen sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen.

Untersuchung und Behandlung bei Kinderwunsch

Bei unerfülltem Kinderwunsch beginnt die Abklärung häufig mit einer Spermauntersuchung (Spermiogramm). Je nach Ergebnis können Maßnahmen empfohlen werden: Lebensstiländerungen, medikamentöse Therapien, chirurgische Eingriffe (z. B. bei Varikozele) oder assistierte Reproduktionstechniken wie intrauterine Insemination (IUI), In-vitro-Fertilisation (IVF) oder intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI).

Kulturelle und gesellschaftliche Aspekte

In vielen Kulturen weltweit gab und gibt es Mythen und besondere Bedeutungen, die dem Sperma zugeschrieben werden — von Heilkräften bis zu magischen Eigenschaften. Das Sichtbarmachen von Samen in Bereichen wie Kunst und Film war lange Zeit ein Tabu (gesellschaftlich nicht allgemein akzeptiert). Seit dem späten 20. Jahrhundert ist die Darstellung in Kunst und Medien häufiger geworden und wird offener diskutiert.

Praktische Hinweise

  • Schutz: Kondome schützen vor ungewollter Schwangerschaft und verringern das Risiko vieler STIs.
  • Sauberkeit: Hände und Sexspielzeug nach Kontakt mit Sperma reinigen, insbesondere vor dem Berühren von Augen oder offenen Wunden.
  • Aufbewahrung: Bei Samenproben für Fruchtbarkeitsuntersuchungen unbedingt die Vorgaben des Labors beachten (Abgabezeit, Transportbedingungen).

Zusammenfassung

Sperma ist die ejakulierte Flüssigkeit, die Spermien und Samenplasma enthält. Es hat die zentrale Funktion der Fortpflanzung und enthält zahlreiche Bestandteile, die Spermien schützen und ernähren. Sperma kann jedoch auch Krankheitserreger übertragen und in seltenen Fällen allergische Reaktionen auslösen. Veränderungen in Farbe, Konsistenz oder Begleitsymptomen sollten ärztlich abgeklärt werden. Bei Kinderwunsch kann ein Spermiogramm wichtige Informationen liefern; bei Problemen gibt es verschiedene medizinische Behandlungsmöglichkeiten.